Diplomarbeit, 2005
106 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Gang der Arbeit
2. Definitionen
2.1 Qualität
2.2 Qualitätsmanagement
2.3 Investitionsgut / Industriegut
2.4 Hersteller ( OEM )
2.5 Zulieferer
2.6 Audit
3. Charakteristika des Zuliefergeschäfts
3.1 Einzelkundenfokus
3.1.1 Integrale Produktqualität
3.1.2 Integrale Zeitqualität
3.1.3 Integrale Verfügbarkeitsqualität
3.2 Zeitlicher Kaufverbund
3.3 Quasirente
3.4 Phasenverlauf
3.4.1 Phase I: Einstieg in die Geschäftsbeziehung
3.4.2 Phase II: Absicherung der Geschäftsbeziehung
3.4.3 Phase III: Ausbau der Geschäftsbeziehung
3.4.4 Phase IV: Beendigung der Geschäftsbeziehung
4. Qualitätsmanagement in Phase I
4.1 Sourcing Aspekte
4.1.1 Single Sourcing
4.1.2 Multiple Sourcing
4.1.3 Modular Sourcing
4.1.4 Global- und Local Sourcing
4.1.5 Insourcing
4.1.6 Outsourcing
4.2 Lieferantenbewertung ohne Gesamtbewertung
4.2.1 Schritt I: Lieferantenidentifikation
4.2.2 Schritt II: Bewertung der Lieferanten ohne Gesamtbewertung
4.2.2.1 Checklistenverfahren
4.2.2.2 Profilanalyse
4.3 Konzeptwettbewerbe
4.3.1 Phase I: Planung des Konzeptwettbewerbs
4.3.2 Phase II: Festlegung der Konzeptanforderungen
4.3.3 Phase III: Durchführung des Konzeptwettbewerbs
4.3.4 Phase IV: Entscheidungsfindung
4.3.5 Probleme bei Konzeptwettbewerben
4.4 Forschungs- und Entwicklungskooperationen
4.4.1 Ablauf der Forschungs- und Entwicklungskooperation
4.4.2 Strategische Überlegungen bei Forschungs- und Entwicklungskooperationen
5. Qualitätsmanagement in Phase II
5.1 Qualitätssicherung durch ISO / TS 16949 : 2002
5.1.1 Die Entwicklung der Norm
5.1.2 Ziele und Werkzeuge der Norm
5.1.3 Das Zertifizierungsprojekt beim Zulieferer
5.2 Qualitätssicherung durch Produktaudit und Lieferantenbewertung
5.2.1 Produktaudits
5.2.2 Lieferantenbewertung mit Gesamtbewertung
5.2.3 Lieferantenbewertung mit SAP R/3
5.3 Rechtliche Absicherung
6. Qualitätsmanagement in Phase III
6.1 Der kontinuierliche Verbesserungsprozess ( KVP )
6.1.1 Die KVP – Denkweisen
6.1.2 Voraussetzungen für KVP
6.1.3 Die KVP – Zyklen
6.2 Lieferantenprogramme
6.2.1 TANDEM – Das Lieferantenprogramm von DaimlerChrysler
6.2.1.1 Die Entstehung der Kooperation
6.2.1.2 Die TANDEM Philosophie und Leitsätze
6.2.1.3 Die TANDEM Bausteine
6.2.1.4 Aktuelle Entwicklung
6.3 Qualitätspreise
6.3.1 Qualitätspreise, für die sich Zulieferer bewerben können
6.3.1.1 Deming Prize
6.3.1.2 Malcolm Baldrige National Quality Award
6.3.1.3 European Quality Award
6.3.1.4 Bayerischer Qualitätspreis
6.3.2 Qualitätspreise, die von Herstellern an Zulieferer vergeben werden
6.3.2.1 Der Global Supplier Award von DaimlerChrysler
6.3.2.2 Der Supplier of the Year Award von General Motors
7. Qualitätsmanagement in Phase IV
8. Fazit
Ziel dieser Arbeit ist es, für jede Phase einer Geschäftsbeziehung zwischen Automobilherstellern und Zulieferern geeignete Qualitätsmanagementinstrumente zu identifizieren und aufzuzeigen. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, welche Instrumente im Rahmen des Industriegütermarketings im Zuliefergeschäft zweckmäßig sind und wie diese entlang der verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette implementiert werden können, um eine hohe Produktqualität sicherzustellen.
3.1 Einzelkundenfokus
Wie bereits erwähnt, zeichnen sich Leistungsangebote, die im Rahmen einer Individualtransaktion vermarktet werden, auf der Anbieterseite durch eine einzelkundenspezifische Gestaltung aus. Daraus folgt, dass eine vor der Vermarktung liegende Fertigung fast unmöglich ist.61 Vielmehr ist es so, dass die Automobilhersteller den Zulieferern so genau wie möglich Vorgaben machen, an denen sich diese zu orientieren haben. Im Gegensatz zum relativ anonymen Produktgeschäft werden also im Zuliefergeschäft die Automobilhersteller in den Prozess der Leistungsdefinition integriert und nehmen somit großen Einfluss auf die Produktentwicklung.62 Dieses Charakteristikum wird in der Literatur als erhöhte Interaktionskomplexität bezeichnet.63 Sehr deutlich wird dies in den Kapiteln 4.3 und 4.4 im Rahmen von Konzeptwettbewerben sowie Forschungs- und Entwicklungskooperationen.
Die Leistungsindividualisierung ergibt sich hier durch von den Automobilherstellern vorgegebene Produktmerkmale. Dadurch ergibt sich ein personalisierter Markt, in dem es im Gegensatz zu anonymen Märkten häufig nur einen einzigen Anbieter und einen einzigen Nachfrager gibt.64 Dadurch, und auch durch die Individualität des Produktes steigt die gegenseitige Abhängigkeit, denn zumindest kurzfristig kann keiner der beiden Marktpartner den anderen substituieren. Diese Individualität des Leistungsangebots wird in einer Zuliefergeschäftsbeziehung über die Integralqualität gemessen.65 Unter Integralqualität wird die Fähigkeit von Produkten verstanden „gut zueinander zu passen“.66 Die Bandbreite reicht hier von Leistungsangeboten, die mit vielen anderen kompatibel sind, bis hin zu Leistungsangeboten, die nur mit einem speziellen Endprodukt kompatibel sind.67 Günter unterscheidet hier variante und invariante Schnittstellen.68 Ein Zulieferprodukt mit hoher Schnittstelleninvarianz ist z.B. ein Navigationssystem von Becker, dessen Abmessungen speziell dem Cockpit einiger Mercedes Baureihen angepasst wurden und nicht in Cockpits anderer Hersteller passt. Die Qualitätsdimensionen, auf die sich die Integralqualität bezieht, sind „Produkt“, „Zeit“ und „Verfügbarkeit“.69 Diese sollen nun aufgezeigt werden.
1. Einleitung: Die Arbeit analysiert den massiven Konsolidierungsprozess in der Automobilindustrie und begründet die Notwendigkeit für ein effizientes Qualitätsmanagement zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.
2. Definitionen: Zentrale Begriffe wie Qualität, Qualitätsmanagement, Industriegut, Hersteller (OEM), Zulieferer und Audit werden definiert, um ein einheitliches Verständnis für die nachfolgenden Analysen zu schaffen.
3. Charakteristika des Zuliefergeschäfts: Dieses Kapitel erläutert die Besonderheiten des Zuliefergeschäfts im Industriegütermarketing, insbesondere den Einzelkundenfokus, den zeitlichen Kaufverbund, die Quasirente und den Phasenverlauf der Geschäftsbeziehung.
4. Qualitätsmanagement in Phase I: Hier werden Instrumente für den Einstieg in die Geschäftsbeziehung untersucht, darunter verschiedene Sourcing-Strategien, Methoden der Lieferantenidentifikation und -bewertung sowie Konzeptwettbewerbe und F&E-Kooperationen.
5. Qualitätsmanagement in Phase II: Fokus dieses Kapitels ist die Absicherung der Geschäftsbeziehung durch die ISO/TS 16949:2002 Norm, Produktaudits und detaillierte Lieferantenbewertungsverfahren mittels SAP R/3.
6. Qualitätsmanagement in Phase III: Beschrieben werden Maßnahmen zum Ausbau der Beziehung, wie der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP), spezifische Lieferantenprogramme wie TANDEM sowie die Vergabe von Qualitätspreisen.
7. Qualitätsmanagement in Phase IV: Dieses Kapitel behandelt die Beendigung der Geschäftsbeziehung und empfiehlt den Einsatz von Frühwarnsystemen sowie klarer Richtlinien bei Fehlverhalten.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Empfehlung, Qualität zum obersten strategischen Unternehmensziel zu machen, um das Optimierungsproblem zwischen Kosten, Zeit und Qualität nachhaltig zu lösen.
Qualitätsmanagement, Automobilzulieferer, Industriegütermarketing, Sourcing, Lieferantenbewertung, ISO/TS 16949, KVP, Konzeptwettbewerb, F&E-Kooperation, Produktqualität, Prozessorientierung, Quasirente, Produktaudit, Kundenbindung, Automobilindustrie
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung von Qualitätsmanagement-Instrumenten im Automobilzuliefergeschäft, um die Produktqualität entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu sichern und Geschäftsbeziehungen zwischen Herstellern und Zulieferern zu optimieren.
Die zentralen Themen sind die strategischen Sourcing-Entscheidungen, Methoden zur Lieferantenbewertung, kontinuierliche Verbesserungsprozesse (KVP), die Zertifizierung nach ISO/TS 16949 sowie der professionelle Umgang mit Forschungs- und Entwicklungskooperationen.
Das Ziel ist es, für jede der vier Phasen einer Geschäftsbeziehung – vom Einstieg bis zur Beendigung – geeignete Instrumente des Qualitätsmanagements aufzuzeigen, damit der Faktor Qualität zu keinem Zeitpunkt vernachlässigt wird.
Der Autor nutzt eine strukturierte literaturbasierte Analyse und Typologisierung von Geschäftsprozessen im Industriegütermarketing, ergänzt durch Praxisbeispiele aus der Automobilindustrie und Hinweise auf unternehmensinterne Richtlinien.
Im Hauptteil werden instrumentelle Ansätze für die Phasen Sourcing, Lieferantenauswahl, Qualitätsstandardisierung (ISO/TS 16949), kontinuierliche Verbesserung (KVP) und die rechtliche Absicherung bei Beendigung von Geschäftsbeziehungen eingehend analysiert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Qualitätsmanagement, Automobilzulieferer, Lieferantenbewertung, KVP, Sourcing und F&E-Kooperation sowie Prozessorientierung prägnant zusammenfassen.
Das Zuliefergeschäft zeichnet sich durch eine Kombination aus Einzelkundenfokus und zeitlichem Kaufverbund aus, was zu einer hohen gegenseitigen Abhängigkeit und der Entstehung von sogenannten Quasirenten führt.
Die Arbeit identifiziert dies als ein kritisches Problem. Als Lösung werden Instrumente wie Konzeptwettbewerbe und F&E-Kooperationen sowie Lieferantenprogramme (z.B. TANDEM) diskutiert, die auf Partnerschaft und langfristige Qualität statt auf einseitigen Preisdruck setzen.
Sie wird als die wichtigste Norm im Automobilzuliefergeschäft hervorgehoben, die seit Dezember 2003 für alle Zulieferer verbindlich ist und als unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung gilt.
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