Diplomarbeit, 2002
75 Seiten, Note: 2,0
VORWORT
EINLEITUNG
1. DIAGNOSE: DEMENZ
1.1 Begriffsklärung: Demenz
1.2 Verschiedene Formen von Demenz
1.3 Entstehung einer Demenz
1.4 Der Verlauf
1.4.1 Das Anfangsstadium
1.4.2 Die mittlere Phase
1.4.3 Das dritte Stadium
1.5 Vorstellung von Testverfahren zur Einordnung einer Demenz
1.5.1 Der Mehrfachwahl- Wortschatztest (MWT-B)
1.5.2 Die Mini- Mental- State- Examination (MMSE)
1.5.3 Der Uhrentest
2. DIE EPIDEMIOLOGIE DER DEMENZ
2.1 Prävalenz
2.2 Inzidenz
2.3 Geschlechtsunterschiede
2.4 Demographische Entwicklung
3. DER ALLTAG VON DEMENZKRANKEN
3.1 Einblick in das täglich Leben eines Demenzkranken
3.2 Spezifische Verhaltensweisen von Demenzkranken
3.2.1 Aggressivität
3.2.2 Angst
3.2.3 Antriebslosigkeit
3.2.4 Probleme mit der Verständigung
3.2.5 Bewegungsdrang
3.3 Grundregeln für die Betreuung von Demenzkranken
3.3.1 Die Tatsachen akzeptieren
3.3.2 Auf Unerwartetes einstellen
3.3.3 Gewohnheiten erhalten
3.3.4 Kommunikation
3.4 Finanzielle Hilfen für den Betreuungsalltag
3.4.1 Finanzielle Leistungen, die unabhängig vom Einkommen sind
3.4.1.1 Hilfen bei anerkannter Behinderung nach dem Schwerbehindertengesetz
3.4.2 Finanzielle Hilfen, die nur bei niedrigem Einkommen gewährt werden
3.4.2.1 Befreiung von Zuzahlungen
3.4.2.2 Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz
4. SOZIALPÄDAGOGISCHE HANDLUNGSFELDER UND THERAPEUTISCHE BETREUUNGSMÖGLICHKEITEN BEI DER ARBEIT MIT DEMENZKRANKEN
4.1 Lerntheoretische Handlungsansätze
4.1.1 Das Realitäts- Orientierungs- Training (ROT)
4.1.2 Selbst- Erhaltungs- Therapie (SET)
4.1.3 Die Erinnerungstherapie
4.2 Der verstehende Umgang zum dementiell Erkrankten
4.2.1 Validation
4.2.2 Biographiearbeit
4.2.3 Angehörigenarbeit
4.2.4 Begleitende Angebote in der Betreuung Demenzkranker
4.2.4.1 Basale Stimulation
4.2.4.2 Kunst- und Musiktherapie
5. STRUKTURELLE ANFORDERUNGEN AN DEN INSTITUTIONELLEN WOHN- UND LEBENSRAUM VON DEMENZKRANKEN – MILIEUGESTALTUNG
5.1 Betreuungsmodelle
5.2 Anforderungen an das architektonische Milieu
5.3 Entwurfsprinzipien für die Gestaltung der Umgebung für Verwirrte
SCHLUSSBEMERKUNG
Die Arbeit untersucht konzeptionelle Rahmenbedingungen für die Schaffung eines Pflegezentrums für Demenzkranke, mit dem primären Ziel, demenzkranke Menschen als Individuen mit eigenen Bedürfnissen wahrzunehmen und Ressourcen durch spezifische sozialpädagogische und therapeutische Ansätze sowie eine angemessene Milieugestaltung zu fördern.
3.1 Einblick in das täglich Leben eines Demenzkranken
Um zunächst erst mal einen Einblick zu bekommen was es heißt mit einem Demenzkranken zu leben und ihn zu betreuen, auch im Hinblick auf die Betreuung in einem Pflegezentrum, habe ich mir die Beschreibung eines Morgens im Leben des Ehepaars Mayer ausgewählt. Dieses Fallbeispiel verdeutlicht vor allem eine optimale Reaktion von Betreuenden auf die spezifischen Verhaltensweisen von Demenzkranken und natürlich auch die allgemeinen Anforderungen an den Alltag von Menschen mit Demenz.
„Es ist 7.00 Uhr am Morgen. Für Frau Mayer – sie ist 79 Jahre alt – geht eine unruhige Nacht zu Ende. Erholsamen Schlaf konnte sie kaum finden. Zweimal musste sie ihren gleichaltrigen Mann, der an der Alzheimer Krankheit leidet, im Laufe der Nacht wieder in sein Bett zurückbringen. Er war aufgewacht, aufgestanden und fand sich in seiner eigenen Wohnung, in der er nun schon seit 40 Jahren lebt, nicht mehr zurecht, bekam Angst und fing an lautstark nach seiner „Mami“ zu rufen. Frau Mayer musste ihn beruhigen, nutzte die Unterbrechung zugleich , um ihren Mann zur Toilette zu schicken, und brachte ihn schließlich wieder ins Bett. Gott sei Dank hatte ihr Mann sie in dieser Nacht gleich erkannt, und sie musste nicht lange erklären, wer sie denn nun eigentlich sei. Nach diesen „Aktionen“ konnte Frau Mayer wie gewöhnlich nur noch schlecht einschlafen, und so steht sie jetzt ziemlich gerädert auf, um sich an ihre tägliche Arbeit zu machen.
Herr Mayer ist zwar ebenfalls schon aufgewacht, liegt aber wie selbstvergessen in seinem Bett und scheint vor sich hin zu träumen. Während Frau Mayer sich selber im Badezimmer schnell richtet, muss sie ihren Mann immer wieder daran erinnern, dass es jetzt Zeit zum Aufstehen und Waschen ist. Sie macht dies sehr behutsam, möglichst nicht ungeduldig, denn sonst kann es passieren, dass ihr Mann aggressiv wird, sie anbrüllt und in extremen Fällen anfängt, Gegenstände in ihre Richtung zu werfen. Nach der 5. bis 6. Wiederholung steht Herr Mayer dann in der Regel auf und zieht und zieht den immer am selben Platz für ihn vorbereiteten Morgenmantel an und erscheint schließlich im Bad. Es ist jetzt 7.20 Uhr.
1. DIAGNOSE: DEMENZ: Dieses Kapitel erläutert die medizinischen Grundlagen, verschiedene Demenzformen, den schleichenden Krankheitsverlauf sowie gebräuchliche Testverfahren zur Einordnung.
2. DIE EPIDEMIOLOGIE DER DEMENZ: Hier werden statistische Daten zu Prävalenz und Inzidenz dargelegt und die Auswirkungen der demographischen Entwicklung auf die zukünftige Versorgungslage analysiert.
3. DER ALLTAG VON DEMENZKRANKEN: Anhand von Fallbeispielen wird der herausfordernde Alltag beschrieben und es werden Grundregeln für die Betreuung sowie finanzielle Unterstützungsoptionen aufgezeigt.
4. SOZIALPÄDAGOGISCHE HANDLUNGSFELDER UND THERAPEUTISCHE BETREUUNGSMÖGLICHKEITEN BEI DER ARBEIT MIT DEMENZKRANKEN: Das Kapitel widmet sich konkreten lerntheoretischen Ansätzen und verstehenden Umgangsformen wie Validation, Biographiearbeit und therapeutischen Begleitangeboten.
5. STRUKTURELLE ANFORDERUNGEN AN DEN INSTITUTIONELLEN WOHN- UND LEBENSRAUM VON DEMENZKRANKEN – MILIEUGESTALTUNG: Hier werden Anforderungen an die Architektur und Betreuungsmodelle definiert, um eine beschützende und fördernde Umgebung zu schaffen.
Demenz, Alzheimer-Krankheit, Sozialpädagogik, Altenpflege, Validation, Biographiearbeit, Basale Stimulation, Milieugestaltung, Betreuungsmodelle, Pflegeversicherung, kognitive Beeinträchtigung, Alltagsbewältigung, Angehörigenarbeit, Demographie, Pflegestufe.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der sozialpädagogischen Betreuung von demenzkranken Menschen und entwickelt konzeptionelle Rahmenüberlegungen für die Gestaltung eines spezialisierten Pflegezentrums.
Die Arbeit deckt die medizinischen Grundlagen, epidemiologische Daten, die Gestaltung des Alltags, pflegerische Grundregeln, therapeutische Ansätze und die architektonische Milieugestaltung ab.
Das Hauptziel ist es, ein Konzept zu erarbeiten, das Demenzkranke als Individuen mit eigenen Biographien wahrnimmt und ihre verbliebenen Ressourcen durch eine adäquate Umgebung sowie wertschätzende Interaktionsformen fördert.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche, die Einbeziehung epidemiologischer Statistiken sowie die fachliche Auseinandersetzung mit anerkannten therapeutischen Modellen wie dem Realitäts-Orientierungs-Training und der Validation.
Im Hauptteil werden die Symptome, der Alltag mit Demenzkranken, finanzielle Hilfestellungen für Angehörige sowie konkrete therapeutische Handlungsansätze (z.B. Biographiearbeit, Kunst- und Musiktherapie) detailliert beschrieben.
Zentrale Begriffe sind neben Demenz und Alzheimer auch Validation, Biographiearbeit, Basale Stimulation, Milieugestaltung und die Rolle der Sozialpädagogik in der stationären Altenhilfe.
Es bietet einen strukturierten Rahmen, um den Betroffenen im Alltag kontinuierlich Orientierungshilfen bezüglich Zeit, Ort und eigener Person zu geben, was durch eine entsprechend gestaltete Umgebung unterstützt wird.
Die Biographiearbeit dient als Schlüssel, um individuelle Gewohnheiten und verbliebene Fähigkeiten zu erkennen, was die Beziehungsarbeit und das Verständnis für das Verhalten der Erkrankten maßgeblich verbessert.
Die Autorin argumentiert, dass spezialisierte Wohngruppen für Demenzkranke ein beschützendes Milieu ermöglichen, in dem das Personal besser auf die spezifischen Bedürfnisse eingehen kann, während in gemischten Gruppen oft Überforderungen und Konflikte entstehen.
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