Wissenschaftlicher Aufsatz, 2006
13 Seiten
1 Einleitung
2 Englisch im Alltagsleben
3 Englisch in Wissenschaft und Wirtschaft
4 Zu den Gründen
4.1 Stiefmütterliche Behandlung der Sprache in Schule und Elternhaus
4.2 Mangelnde Sprachloyalität deutscher Eliten
5 Maßnahmen Frankreichs zum Schutz seiner Sprache
6 Notwendigkeit eines Schutzgesetzes für die deutsche Sprache?
6.1 Argumente für gesetzgeberische Maßnahmen
6.2 Schutzmaßnahmen
7 Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht die zunehmende Verbreitung von Anglizismen im deutschen Sprachraum sowie die damit verbundene Debatte über die Notwendigkeit eines gesetzlichen Sprachschutzes. Dabei wird insbesondere hinterfragt, ob die Verdrängung deutscher Begriffe in Bereichen wie Wirtschaft, Wissenschaft und Alltag eine Bedrohung für die kulturelle Identität darstellt und ob französische Vorbilder für Deutschland als Orientierung dienen können.
1 Einleitung
Angesichts der zunehmenden Unterwanderung der deutschen Sprache mit Anglizismen formiert sich in Teilen der Bevölkerung immer stärker der Widerstand gegen diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung (Zimmer 1998, S. 7ff.). Nirgends lässt sich wohl besser als in Deutschland der Statussymbol-Charakter des Englischen in Wissenschaft, Ökonomie, Politik und im Alltag der Gesellschaft beobachten. Die Sprecher wollen sich weltgewandt, gebildet und modern geben; oftmals steckt jedoch nur schlichte Angeberei dahinter.
Anglizismen und Amerikanismen wie Team, Couch, Game, Roadmap, Service, Competition, Public Relations, Redesign, Download, Knowledge, Level, Event, Meeting, Background, Backstage etc. bereichern in rasant steigender Zahl die deutsche Sprache. Allein das englische Wort Ticket ersetzt heutzutage u. a. die Eintrittskarte, den Fahrschein, den Parkschein, die Opernkarte und den Strafzettel. „Mischmasch“-Wortschöpfungen wie Themen-Specials, Antriebspower, Hands-on-Mentalität, Telefon-Kampaigning, Themen-Setting, Stand-up-Kabarett und das Care-Telefon der AOK beherrschen immer mehr unser tägliches Leben. Insbesondere von älteren Personen werden diese Begriffe häufig gar nicht mehr verstanden.
Auffallend ist auch der inflationäre, zum Teil aus dem Englischen übernommene Gebrauch des „Apostroph-S“. Das im Volksmund auch „Deppenapostroph“ genannte Zeichen findet mittlerweile sowohl Anwendung bei der eigentlich fugenlosen Anhängung eines Artikels als auch bei der Abtrennung des Genitiv-S und inzwischen sogar – als Scheinanglizismus – bei der Pluralbildung. In Nachahmung von „McDonald’s“ kommt heute kaum noch ein deutsches Gewerbe ohne die Verwendung des apostrophierten S aus, wenn es um die Namenswahl geht (z. B. „Erika’s Hafenkneipe“).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Präsenz von Anglizismen im Deutschen und den damit einhergehenden gesellschaftlichen Widerstand gegen den Verlust sprachlicher Präzision.
2 Englisch im Alltagsleben: Dieses Kapitel zeigt auf, wie der Handel und die Werbung verstärkt auf englische Bezeichnungen setzen, oft zulasten der Verständlichkeit für den Konsumenten.
3 Englisch in Wissenschaft und Wirtschaft: Hier wird thematisiert, wie international operierende Unternehmen und Hochschulen Englisch zunehmend als Konzern- bzw. Wissenschaftssprache etablieren.
4 Zu den Gründen: Es werden die Ursachen für den Sprachwandel analysiert, wobei der Fokus auf dem Bildungssystem, dem Elternhaus und dem mangelnden Sprachbewusstsein deutscher Eliten liegt.
5 Maßnahmen Frankreichs zum Schutz seiner Sprache: Das Kapitel stellt die französische Sprachpolitik dar, insbesondere das „Loi Toubon“, das den Gebrauch der französischen Sprache in öffentlichen Bereichen gesetzlich verankert.
6 Notwendigkeit eines Schutzgesetzes für die deutsche Sprache?: Es erfolgt eine kontroverse Diskussion über die Sinnhaftigkeit gesetzgeberischer Schritte, ergänzt durch konkrete Vorschläge für Schutzmaßnahmen.
7 Schlusswort: Das Schlusswort betont, dass Sprache einem ständigen Wandel unterliegt, mahnt jedoch an, dass bei der aktuellen Entwicklung der Erhalt der Verständlichkeit und kulturellen Vielfalt gefährdet ist.
Anglizismen, deutsche Sprache, Sprachschutz, Loi Toubon, Denglisch, Globalisierung, Sprachverfall, kulturelle Identität, Sprachpolitik, Wirtschaftssprache, Sprachloyalität, Sprachwandel, Fremdwörter, Sprachreinheit.
Die Arbeit analysiert die schleichende Verdrängung der deutschen Sprache durch Anglizismen in vielen Lebensbereichen und erörtert, ob staatliche Maßnahmen zum Schutz der deutschen Sprache notwendig sind.
Die Untersuchung deckt die Bereiche Werbewirtschaft, Einzelhandel, Wissenschaft, Hochschulwesen sowie das Verhalten politischer Entscheidungsträger im Kontext des Sprachgebrauchs ab.
Die zentrale Frage ist, ob Deutschland angesichts des zunehmenden Sprachwandels und des Einflusses des Englischen ein explizites Gesetz zum Schutz der deutschen Sprache benötigt.
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Methode, indem sie aktuelle sprachliche Phänomene dokumentiert und diese mit politischen sowie kulturellen Rahmenbedingungen vergleicht.
Der Hauptteil befasst sich mit den Ursachen des Sprachwandels, der Vorbildfunktion (bzw. dem Versagen) der Eliten und analysiert das französische Modell als Vergleichsobjekt.
Zu den prägenden Begriffen zählen „Anglizismen“, „Sprachschutzgesetz“, „Denglisch“, „kulturelle Identität“ und „Sprachloyalität“.
Frankreich hat mit dem „Loi Toubon“ ein Gesetz implementiert, das den öffentlichen Sprachgebrauch strikt regelt, und dient damit als Referenz für einen proaktiven sprachpolitischen Ansatz.
Der Autor bemängelt, dass Politiker und Wirtschaftsführer häufig englische Begriffe verwenden, um weltgewandt zu erscheinen, und dabei ihrer Vorbildfunktion für den Erhalt der deutschen Sprache nicht gerecht werden.
Die Verständlichkeit wird als eines der wichtigsten Güter einer Sprache definiert; der Autor argumentiert, dass eine zu starke Anglisierung diese im Alltag und Berufsleben zunehmend gefährdet.
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