Bachelorarbeit, 2013
48 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Begriffsklärung
2.1.1 Sucht und Abhängigkeit
2.1.2 Verhaltenssucht
2.1.3 Sportsucht
2.2 Ursachen und Entwicklung einer Sportsucht
2.2.1 „Hedonic Management Model of Addiction” nach Brown
2.2.2 Allgemeines Prozessmodell nach Breuer und Kleinert
2.2.3 Modell zur Sportsuchtentwicklung nach Knobloch, Allmer und Schack
2.3 Diagnostik
2.4 Therapieansätze
2.5 Forschungsfragen
3 Empirischer Teil
3.1 Methode
3.1.1 Untersuchungsplan
3.1.2 Stichprobe
3.1.3 Untersuchungsdurchführung
3.2 Ergebnisse
3.2.1 Auswertung
4 Diskussion
5 Zusammenfassung
7 Anhang
7.1 Interviewleitfaden
7.2 Exemplarische Transkription des Interviews mit Proband 2.A
Diese Bachelorarbeit untersucht das Phänomen der primären Sportsucht im Bereich männlicher Kraftsportler. Ziel ist es, durch qualitative Interviews Tendenzen zu einem suchtartigen Verhalten bei Hobbysportlern zu identifizieren und diese unter Einbezug aktueller psychologischer Theorien zu diskutieren.
2.1.1 Sucht und Abhängigkeit
Laut psychologischem Wörterbuch wird die Sucht folgendermaßen definiert: „(a) Im weiteren Sinn körperlich und/oder psychisch bedingter gewohnheitsmäßiger fortgesetzter Konsum von Drogen, Medikamenten oder Genußmitteln, heute meist unter dem Oberbegriff Abhängigkeit zusammengefaßt. (b) Im engeren Sinn der gewohnheitsmäßige Konsum von Drogen oder Genußmitteln aufgrund eines körperlichen Bedürfnisses, dass sich aus der fortgesetzten Einnahme entwickelt hat und mit allgemeinen Kennzeichen zunehmender körperlichen Toleranz (drug tolerance) gegenüber der entsprechenden Substanz sowie Entzugserscheinungen (withdrawal symptoms) bei eingeschränktem Konsum einhergeht.“ (Fröhlich, 2005, S.464)
Die Abhängigkeit wird wie folgt bestimmt: „Fortgesetzter gewohnheitsmäßiger Konsum bestimmter Genußmittel, Medikamente oder Drogen aufgrund eines unwiderstehlichen körperlichen und/oder psychischen Bedürfnisses. Der Begriff A. ersetzt in dieser allgemeinen Bedeutung, die aus dem englischen Sprachgebrauch übernommen wurde, den älteren, diskriminierend wirkenden Begriff Sucht.“ (Fröhlich, 2005, S. 32)
In unserem heutigen Sprachgebrauch werden „Sucht“ und „Abhängigkeit“ dennoch als Synonyme benutzt. Dies liegt vermutlich darin begründet, dass kein eindeutiger Unterschied aus den beiden Definitionen hervorgeht. Vor allem findet der Begriff „Sucht“ eine vielfältige Verwendung in unserer Alltagssprache, was beispielsweise „Eifersucht“, „Sehnsucht“ und „Habsucht“ verdeutlichen. Schon lange bezeichnen wir mehr als nur stoffgebundene Auffälligkeiten als Sucht. Dies wurde bereits durch von Gebsattel (1954, S. 221-222) geltend gemacht, denn er war der Meinung, „daß das Gebiet menschlicher Süchtigkeit sehr viel weiter reicht als der Begriff der Toxikomanie es abgesteckt hat […]“ und „daß jede Richtung des menschlichen Interesses süchtig zu entarten vermag‘ “.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel des Sportverständnisses hin zu ästhetischen Idealen und führt das kontrovers diskutierte Phänomen der Sportsucht als Forschungsgegenstand ein.
2 Theoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe, stellt psychologische Modelle zur Suchtentwicklung vor und erläutert diagnostische sowie therapeutische Ansätze bei Sportsucht.
3 Empirischer Teil: Hier wird der methodische Ansatz der qualitativen Forschung beschrieben, inklusive der Stichprobenauswahl unter Sportstudenten und der Auswertungstechnik nach Mayring.
4 Diskussion: Die Ergebnisse der Interviews werden kritisch mit der Theorie abgeglichen, um Tendenzen zu suchtartigem Verhalten bei den Probanden fundiert zu interpretieren.
5 Zusammenfassung: Dieses Kapitel resümiert die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit und ordnet sie in den aktuellen sportwissenschaftlichen Forschungsstand ein.
7 Anhang: Der Anhang enthält den verwendeten Interviewleitfaden sowie eine beispielhafte Transkription eines Experteninterviews.
Sportsucht, Verhaltenssucht, Kraftsport, Abhängigkeit, Suchtprävention, Motivationsanalyse, qualitative Forschung, Trainingsverhalten, Körperbild, Leistungssteigerung, Übertraining, psychologische Modelle, Fitness, Identität, Gesundheitsverhalten
Die Arbeit untersucht das Phänomen der primären Sportsucht, insbesondere im Kontext von männlichen Kraftsportlern, um Anzeichen für ein gestörtes Trainingsverhalten zu finden.
Zentrale Felder sind die psychologischen Grundlagen von Sucht, die Analyse verschiedener Sportsucht-Modelle sowie die empirische Untersuchung von Verhaltensmustern im Krafttraining.
Das Hauptziel ist es, Unterschiede in der Trainingsmotivation und -gestaltung zwischen verschiedenen Gruppen von Kraftsportlern aufzuzeigen und mögliche Tendenzen zu suchtartigem Verhalten zu identifizieren.
Es wird ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf Experteninterviews basiert, welche anschließend mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Teil zu Sucht-Modellen und einen empirischen Teil, der durch Interviews mit vier Sportstudenten tiefe Einblicke in deren Trainingsalltag gewährt.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sportsucht, Verhaltenssucht, Motivationsaspekte, Trainingsplanung und die Abgrenzung von gesundem zu pathologischem Sportverhalten geprägt.
Die Untersuchung zeigt, dass bei Probanden mit Tendenzen zur Sportsucht das Training den Tagesablauf und soziale Verpflichtungen dominiert, anstatt sich diesen unterzuordnen.
Diese Differenzierung erlaubt es, gesundheitsorientierte, motivierte Hobbysportler von solchen zu unterscheiden, deren Training bereits Anzeichen einer zwanghaften "Auffälligen Verhaltensorganisation" aufweist.
Die Studie identifiziert bei der Gruppe mit übermäßigem Trainingspensum Anzeichen wie das Gefühl der Fremdbestimmtheit (Non-Intentionalität), einen hohen Aufwand und soziale Konflikte, was eine Tendenz zur Sportsucht nahelegt.
Bei den untersuchten Probanden mit suchtnahen Tendenzen stellt der Wunsch nach einem definierten, muskulösen Körper und der daraus resultierenden Attraktivität den zentralen Antrieb dar, der oft über das gesundheitliche Wohlbefinden gestellt wird.
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