Masterarbeit, 2019
71 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemaufriss
1.2 Gang der Untersuchung
2 Skizzierung der aktuellen Rahmenbedingungen deutscher Kreditinstitute
2.1 Grundzüge deutscher Kreditinstitute
2.1.1 Definition und Funktionen eines Kreditinstituts
2.1.2 Struktur des deutschen Bankensystems
2.1.3 Ausgewählte Erscheinungsformen deutscher Kreditinstitute
2.2 Wesentliche Aspekte der Geldpolitik im Eurosystem
2.2.1 Entstehung und Funktionen der EZB
2.2.2 Geldpolitische Instrumente der EZB
2.2.3 Entwicklung des Zinsniveaus im Eurosystem
2.2.4 Ausgewählte Gründe für die Niedrigzinspolitik der EZB
3 Analyse der Ertrags- und Aufwandsstruktur deutscher Kreditinstitute
3.1 Wesentliche Aspekte der Gewinn-und-Verlust-Rechnung deutscher Kreditinstitute
3.1.1 Aufbau der GuV deutscher Kreditinstitute
3.1.2 Abgrenzung der relevanten Ertrags- und Aufwandspositionen
3.2 Analyse der relevanten Ertrags- und Aufwandspositionen
3.2.1 Zinsergebnis
3.2.2 Provisionsergebnis
3.2.3 Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
3.2.4 Teilbetriebsergebnis und operative Erträge
3.3 Auswirkungen der Niedrigzinspolitik auf deutsche Kreditinstitute und deren Geschäftsumfeld
3.3.1 Berechnung von Negativzinsen für Einlagen bei der Zentralbank
3.3.2 Erhöhung des Kreditrisikos durch Ertrags- und Wettbewerbsdruck
3.3.3 Kreditnachfrage des deutschen Mittelstandes stagniert
3.3.4 Gestiegene Bedeutung des Provisionsgeschäfts
3.3.5 Veränderte Ertragssituation zwingt die Kreditinstitute zu massiven Einsparungen
3.3.6 Fazit
4 Ausgewählte aktuelle Herausforderungen für deutsche Kreditinstitute und Optimierungspotenziale im Hinblick auf ihre Ertrags- und Aufwandsstruktur
4.1 Konjunktur
4.1.1 Entwicklung der konjunkturellen Situation in Deutschland
4.1.2 Mögliche Auswirkungen des Brexit auf die deutsche Konjunktur
4.1.3 Ausgewählte Einflüsse des globalen Außenhandels auf die deutsche Konjunktur
4.1.4 Mögliche Optimierungspotenziale für deutsche Kreditinstitute
4.2 Digitalisierung
4.2.1 Begriffsdefinition und Bedeutung für die Geschäftsmodelle deutscher Kreditinstitute
4.2.2 Ausgewählte Instrumente und mögliche Auswirkungen der digitalen Prozessoptimierung
4.2.3 Konkurrenzsituationen durch FinTechs
4.2.4 Mögliche Optimierungspotenziale für deutsche Kreditinstitute
4.3 Demografischer Wandel
4.3.1 Definition und Auswirkungen auf die Bevölkerungsstruktur
4.3.2 Fachkräftemangel im Finanzsektor und mögliche Ansätze zur Mitarbeiterbindung
4.3.3 Mögliche Optimierungspotenziale für deutsche Kreditinstitute
5 Fazit und Ausblick
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Ertrags- und Aufwandsstruktur deutscher Kreditinstitute in einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld. Dabei wird analysiert, wie sich die Geldpolitik der EZB, konjunkturelle Schwankungen, die zunehmende Digitalisierung sowie der demografische Wandel auf das Geschäftsumfeld der Banken auswirken und welche Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit abgeleitet werden können.
3.2.1 Zinsergebnis
Das Zinsergebnis wird ermittelt, indem die Zinsaufwendungen eines Kreditinstituts von seinen gesamten Zinserträgen subtrahiert werden. Es entspricht also der Summe der Positionen 1., 3. und 4. abzgl. Position 2. des Formblattes 3 der RechKredV. Verbleibt ein positiver Betrag, spricht man von einem Zinsüberschuss.76 Die Zinserträge der deutschen Kreditinstitute stammen hauptsächlich aus Kredit- und Geldmarktgeschäften; im Jahr 2018 nahm dieser Posten einen Anteil von ca. 81,6% an den gesamten Zinserträgen ein.77 Berücksichtigt man zudem, dass im Zeitraum von 2013 bis Juli 2019 der Gesamtbestand von Krediten an Nichtbanken von 3.594 Mrd. EUR um ca. 10,9% auf 3.985 Mrd. EUR gesteigert wurde, könnte man ebenso einen starken Anstieg der Zinserträge bzw. des Zinsüberschusses erwarten.78 Abb. 3.1 zeigt allerdings ein abweichendes Bild.
Die oberen beiden Linien zeigen die Zinserträge und –aufwendungen der Gesamtheit der deutschen Kreditinstitute. Wie in Kapitel 2.2.3 bereits dargestellt, ist das Zinsniveau am Geldmarkt seit der Finanzkrise in 2008 deutlich gefallen und befindet sich auf einem historisch niedrigen Stand. In Verbindung mit den insgesamt deutlich gestiegenen Finanzierungsvolumina der Kreditinstitute impliziert dies auf den ersten Blick einen signifikanten Verfall der Gewinnmarge, welche durch die Kreditgeschäfte am Markt realisiert werden kann. Lediglich die Tatsache, dass im gleichen Zuge auch die Refinanzierungskosten gesunken sind, lässt den Zinsüberschuss noch auf einem relativ stabilen Niveau verbleiben.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Herausforderung des Niedrigzinsumfelds für deutsche Kreditinstitute ein und umreißt den methodischen Gang der Untersuchung.
2 Skizzierung der aktuellen Rahmenbedingungen deutscher Kreditinstitute: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen des deutschen Bankensystems und analysiert die geldpolitischen Rahmenbedingungen durch die EZB, insbesondere das historisch niedrige Zinsniveau.
3 Analyse der Ertrags- und Aufwandsstruktur deutscher Kreditinstitute: Dieser Abschnitt beleuchtet die Gewinn-und-Verlust-Rechnung deutscher Banken, analysiert kritische Positionen wie das Zinsergebnis und Provisionsergebnis und untersucht die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik sowie den Druck zu Kosteneinsparungen.
4 Ausgewählte aktuelle Herausforderungen für deutsche Kreditinstitute und Optimierungspotenziale im Hinblick auf ihre Ertrags- und Aufwandsstruktur: In diesem Teil werden externe Einflussfaktoren wie Konjunktur, Digitalisierung und demografischer Wandel auf das Geschäftsumfeld untersucht und konkrete Handlungsfelder für Kreditinstitute aufgezeigt.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftsfähigkeit der Geschäftsmodelle deutscher Kreditinstitute unter Berücksichtigung strategischer Anpassungsnotwendigkeiten.
Kreditinstitute, Niedrigzinspolitik, EZB, Ertragsstruktur, Aufwandsstruktur, Zinsüberschuss, Provisionsgeschäft, Digitalisierung, Finanzsektor, Demografischer Wandel, Wettbewerbsfähigkeit, Bankensystem, Banken, Konjunktur, Kosteneinsparung.
Die Arbeit analysiert die finanzwirtschaftliche Ertrags- und Aufwandsstruktur deutscher Kreditinstitute in einem Umfeld historisch niedriger Zinsen.
Die zentralen Themen sind die Auswirkungen der Geldpolitik der EZB, die Bedeutung von Provisionserträgen als Ersatz für das Zinsgeschäft, der Einfluss der Digitalisierung auf Bankprozesse sowie die Folgen des demografischen Wandels für die Personalstruktur.
Ziel ist es, unter Berücksichtigung der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Maßnahmen zu identifizieren, mit denen deutsche Banken ihre Wettbewerbsfähigkeit und Marktposition langfristig sichern können.
Die Arbeit basiert auf einer Analyse aktueller Daten, insbesondere der Ertragslagedaten der Deutschen Bundesbank, und setzt diese in den Kontext betriebswirtschaftlicher Kennzahlen und volkswirtschaftlicher Zusammenhänge.
Im Hauptteil werden zunächst der Aufbau der Gewinn-und-Verlust-Rechnung und relevante Ertrags- und Aufwandspositionen analysiert, gefolgt von einer detaillierten Untersuchung aktueller Herausforderungen wie Konjunktur, Digitalisierung und Demografie.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Ertragsstruktur, Niedrigzinsumfeld, Provisionsergebnis, Digitalisierung, Bankensystem und Wettbewerbsdruck.
Negativzinsen stellen eine zusätzliche Belastung dar, die Banken versuchen, durch Gebührenerhöhungen im Kundengeschäft oder eine verstärkte Kreditvergabe zu kompensieren.
FinTechs werden primär als Impulsgeber für Digitalisierung und Innovation wahrgenommen, mit denen die etablierten Banken zunehmend Kooperationen eingehen, um ihre eigene digitale Transformation voranzutreiben.
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