Fachbuch, 2020
65 Seiten
1 Einleitung
2 Work-Life-Balance – Grundlagen und Stand der Forschung
2.1 Begriffliche Grundlagen
2.2 Die Rolle von Führungskräften im Work-Life-Balance-Prozess: Sue Campbell Clarks Border Theory
2.3 Die Gesellschaft im Wandel: Entgrenzung von (Führungs-)Arbeit
3 Work-Life-Balance als Aufgabe für Führungskräfte: Einflussmöglichkeiten und begrenzende Faktoren
3.1 Work-Life-Balance als Aufgabe für Führungskräfte?
3.2 Einflussmöglichkeiten von Führungskräften auf die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter*innen
3.3 Analyse der Einflussmöglichkeiten von Führungskräften auf die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter*innen
3.4 Die Rolle von Führungskräften im Work-Life-Balance-Prozess ihrer Mitarbeiter*innen – Ergänzung von Sue Campbell Clarks Border Theory
4 Fazit und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, welche Faktoren Führungskräfte des unteren und mittleren Managements in der positiven Einflussnahme auf die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter*innen behindern oder begrenzen. Die zentrale Forschungsfrage lautet, welche Rolle Führungskräfte im Work-Life-Balance-Prozess ihrer Mitarbeiter*innen im Kontext entgrenzter Arbeit einnehmen können, wobei insbesondere die Interdependenzen zwischen strukturellen Vorgaben und individuellen Handlungsspielräumen analysiert werden.
Die Rolle von Führungskräften im Work-Life-Balance-Prozess ihrer Mitarbeiter*innen – Ergänzung von Sue Campbell Clarks Border Theory
Führungsarbeit befindet sich auch weiterhin in einem Wandlungsprozess. Durch das Schaffen flacher Hierarchien scheinen Führungskräfte aber keinesfalls an Bedeutung eingebüßt zu haben (vgl. Pongratz 2003, S. 18f.). So hat auch die Analyse der Aufgabe Work-Life-Balance für Führungskräfte gezeigt, welch große Verantwortung auf den Schultern der Personalverantwortlichen lastet. Das Paradoxon der stark steigenden Anforderungen an Führungsarbeit bei nahezu gleichbleibenden Handlungsspielräumen kann besonders bei Führungskräften des unteren und mittleren Managements für Verunsicherung in Bezug auf ihre Rolle führen (vgl. Faust et al. 2000, S. 154).
Führungskräfte sind im Kontext der Entgrenzung von Arbeit nicht mehr (nur) als Erfüllungsgehilfe einer eindeutigen Kapitallogik zu begreifen, sondern müssen die teils ambivalente Gleichzeitigkeit von wirtschaftlichen Anforderungen und Gesunderhaltungsnormen managen. Das Einhalten von Grenzen zwischen den Sphären Arbeit und Leben zu überwachen, wird immer seltener zur Anforderung an Führungsarbeit. Stattdessen sehen sich Führungskräfte immer häufiger mit der Entgrenzung bestehender Strukturen konfrontiert. Mit Blick auf den Work-Life-Balance-Prozess der Mitarbeiter*innen scheint der von Clark gewählte Begriff des Grenzwächters die Rolle von Führungskräften nicht (mehr) angemessen zu beschreiben. Alternativ soll in diesem Zusammenhang der Begriff des Entgrenzungsgehilf*innen vorgeschlagen werden. In der Vielfalt der Synonyme zum Begriff des Gehilfen (vgl. Duden online 2019, Begriffsbedeutung Gehilfe) spiegelt sich die Rollenspannweite von Führungskräften im Balanceprozess auf treffende Art und Weise wider. Werden sie den Anforderungen an Work-Life-Balance förderliche Führungsarbeit gerecht, können sie durchaus als Entgrenzungshelfer*innen verstanden werden und in dieser Rolle eine wichtige Unterstützung im Umgang mit den Auswirkungen entgrenzter Arbeit darstellen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Work-Life-Balance als moderne Führungsaufgabe vor dem Hintergrund der Arbeitsentgrenzung ein und definiert die Forschungsfragen.
2 Work-Life-Balance – Grundlagen und Stand der Forschung: Dieses Kapitel erarbeitet begriffliche Grundlagen, beleuchtet gesellschaftliche Wandlungsprozesse und führt die theoretischen Modelle, insbesondere die Border Theory, ein.
3 Work-Life-Balance als Aufgabe für Führungskräfte: Einflussmöglichkeiten und begrenzende Faktoren: Hier werden die konkreten Einflussmöglichkeiten auf drei Ebenen analysiert und die begrenzenden Faktoren diskutiert, die Führungskräfte in ihrer Rolle einschränken.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die Rolle der Führungskräfte zusammen und gibt Handlungsempfehlungen für Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter*innen.
Work-Life-Balance, Führungskräfte, Entgrenzung von Arbeit, Arbeitsgestaltung, Mitarbeiterführung, Border Theory, Entgrenzungsgehilfen, betriebliches Gesundheitsmanagement, Personalverantwortung, Work-Life-Balance-Maßnahmen, Führungskompetenz, Organisationssoziologie.
Die Arbeit untersucht die Rolle von Führungskräften des unteren und mittleren Managements im Hinblick auf die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter*innen in einem zunehmend entgrenzten Arbeitsumfeld.
Zu den zentralen Themen zählen die Definition von Work-Life-Balance, die Auswirkungen der modernen Arbeitswelt ("Entgrenzung"), die Verantwortung von Führungskräften und die Wirksamkeit betrieblicher Unterstützungsmaßnahmen.
Das Ziel ist zu analysieren, welche Faktoren Führungskräfte in ihrem Bemühen um eine positive Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter*innen behindern und welche Rolle sie in diesem Prozess einnehmen können.
Es handelt sich um eine literaturbasierte Arbeit, die Erkenntnisse aus der Arbeits- und Führungsforschung sowie sozialwissenschaftliche Studien zusammenführt und kritisch bewertet.
Im Hauptteil werden die Einflussmöglichkeiten auf struktureller, Kommunikations- und Verhaltensebene analysiert und auf ihre praktische Umsetzbarkeit sowie ihre Grenzen hin untersucht.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Work-Life-Balance, Entgrenzung von Arbeit, Führungsrolle, Personalverantwortung und betriebliche Rahmenbedingungen.
Dies ist ein in der Arbeit vorgeschlagener Begriff, der die Führungskraft im Kontext der Arbeitsentgrenzung als unterstützende Instanz im Balanceprozess beschreibt, statt sie als rein kontrollierenden "Grenzwächter" zu sehen.
Führungskräfte des unteren und mittleren Managements müssen zwischen den hohen Leistungsanforderungen des oberen Managements und den individuellen Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter*innen vermitteln, was oft zu Rollenkonflikten führt.
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