Magisterarbeit, 2006
69 Seiten, Note: sehr gut (1.0)
VORREDE
ANSICHTEN UND ANKLÄNGE: VOM SEHEN UND HÖREN
I. ERÖFFNUNG: VOM ENDE UND ANFANG DER PHILOSOPHIE
1.1 Das Ende der Philosophie. Im Ende fügt sich...
1.2 … was im Anfang gestiftet worden ist. Die Leitfrage der Philosophie und ihre Beantwortung
II. GRENZGÄNGE: „WO GEFAHR IST…“ - ZUR SACHE DES DENKENS: ALETHEIA, ZEIT UND SEIN
2.1 Das Wesen der Wahrheit
2.2 Zeit und Sein
III. „ … WÄCHST DAS RETTENDE AUCH.“ – ÜBERGÄNGE: DAS SEIN ALS EREIGNIS UND ALETHEIA ALS LICHTUNG
3.1 Das Ereignis
3.2 Die Lichtung
IV. DIE AUFGABE DES DENKENS UND DIE ZUKUNFT DES DENKENS
DICHTER HÖREN
EINE KLEINE NACHREDE
Die vorliegende Arbeit untersucht Martin Heideggers Bestimmung der Aufgabe des Denkens angesichts des Endes der Metaphysik. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, inwiefern die Philosophie in den technischen Wissenschaften ihr Ende findet und welcher Weg für ein „anderes Denken“ möglich bleibt, das sich dem vorstellenden und berechnenden Zugriff entzieht.
I. ERÖFFNUNG: VOM ENDE UND ANFANG DER PHILOSOPHIE
Eine berühmte Fernsehsendung für Kinder weiß: „Wer nicht fragt, bleibt dumm.“ Gewöhnlich geht es, wenn etwas gefragt wird, um einen Wissenszuwachs, und zwar in einer Situation, in der man verwundert staunend oder neugierig auf eine Grenze stößt und die Erfahrung eines Mangels, eines Zweifels oder einer Leere gemacht hat. Meist bleibt diese Erfahrung nicht sprachlos und drückt sich in einer Frage aus, auf die dann eine erwidernde Aussage gesucht und in der Regel auch gefunden wird, die Antwort, in der das bisher Unbekannte sich zu einem Bekannten entwickelt. – Wenn wir fragen: Was etwas ist, suchen wir nach der Bestimmung eines Begriffes, seinem Wesen.
Scheinbar weiß heutzutage niemand mehr eine Antwort zu geben, was das denn sei, die Philosophie, sonst müsste man, auch Heidegger nicht danach fragen. Die Frage verspricht einerseits Rettung, anderseits liegt in ihr eine große Gefahr: Sie neigt dazu, einen Standort außerhalb der Sache, die befragt ist, einzunehmen, so dass letztlich eher ‚über’ die Philosophie verhandelt wird. Nicht minder prekär ist es mit dem Bestimmen, also dem Antworten auf die Frage, denn dieses mag zwar einsichtig, aber eben nicht weniger voreilig sein, insofern die gegebene Antwort erneut in Frage gestellt werden kann und so doch unweigerlich von der Sache entfernt, die in Frage steht. – Wie soll man sich der Philosophie nähern, wenn ein vorschnelles Bestimmen zu vermeiden ist? Heideggers Vorschlag lautet: Man solle sich auf die Sache besinnen, so, dass sich zuallererst die Frage selbst „durchsichtig“ wird und „auf den Weg bringt“. Nur so ist das vernehmbar, was anfänglich im Wort Philosophie anklingt, also gewissermaßen zu hören ist.
I. ERÖFFNUNG: VOM ENDE UND ANFANG DER PHILOSOPHIE: Dieses Kapitel thematisiert den gegenwärtigen Zustand der Philosophie, die ihr Ende in einer technisch-wissenschaftlichen Welt erreicht hat, und führt in Heideggers methodischen Ansatz ein.
II. GRENZGÄNGE: „WO GEFAHR IST…“ - ZUR SACHE DES DENKENS: ALETHEIA, ZEIT UND SEIN: Hier werden die Kernbegriffe Wahrheit (Aletheia) und Sein als „Sachen“ des Denkens analysiert, wobei das herkömmliche Verständnis von Wahrheit als Übereinstimmung kritisch hinterfragt wird.
III. „ … WÄCHST DAS RETTENDE AUCH.“ – ÜBERGÄNGE: DAS SEIN ALS EREIGNIS UND ALETHEIA ALS LICHTUNG: Die Untersuchung des Ereignisses als Seinsweise und der Lichtung als Raum des Offenen steht im Zentrum, um das Zusammengehören von Sein und Denken zu verdeutlichen.
IV. DIE AUFGABE DES DENKENS UND DIE ZUKUNFT DES DENKENS: Das letzte Kapitel reflektiert die zukünftige Rolle des Denkens, das sich vom „vorbereitenden Denken“ leiten lässt, ohne jedoch die Metaphysik vollständig hinter sich lassen zu können.
Martin Heidegger, Metaphysik, Seinsvergessenheit, Aletheia, Ereignis, Lichtung, Ontologische Differenz, Technik, Vorstellendes Denken, Kehre, Philosophiegeschichte, Sprache, Dichtung, Sein, Denken
Die Arbeit analysiert Heideggers Bestimmung des Denkens in der Epoche des Endes der Philosophie, insbesondere wie er den Übergang von metaphysischem, berechnendem Denken hin zu einer empfänglichen Seinsweise beschreibt.
Zentrale Themen sind die Geschichte der Seinsvergessenheit, die philosophische Bedeutung des Hörens gegenüber dem Sehen, sowie die Analyse des Ereignisses und der Lichtung als grundlegende Seinsstrukturen.
Die Forschungsfrage fragt nach der Möglichkeit eines „anderen Denkens“ angesichts der Übermacht der technischen Wissenschaften und wie dieses Denken trotz seiner Verstrickung in die Sprache der Metaphysik zu einem neuen Verständnis gelangen kann.
Die Arbeit nutzt eine philosophisch-hermeneutische Analyse der Texte Heideggers und kontextualisiert diese durch den Rückgriff auf antike Quellen (Platon, Aristoteles, Parmenides) sowie durch den kritischen Vergleich mit modernen Positionen.
Im Hauptteil wird der Begriff der Wahrheit (Aletheia) in Opposition zur Korrespondenztheorie behandelt, die wechselseitige Bestimmung von Zeit und Sein erläutert und die Notwendigkeit einer „sagenden Sprache“ diskutiert.
Wichtige Begriffe sind das Ereignis, die Lichtung, Seinsvergessenheit, die ontologische Differenz sowie die Abgrenzung des „vorbereitenden Denkens“ vom technisch-wissenschaftlichen „Vorstellen“.
Heidegger sieht in der Dichtung, insbesondere bei Hölderlin, eine „andere Sprache“, die sich dem berechnenden Zugriff des Logos entzieht und dem Denken den Weg zu einer ursprünglicheren Weise des Sagens und Hörens weist.
Während das traditionelle Denken als „Vorstellen“ und „Kategorisieren“ die Welt instrumentalisiert, ist das andere Denken als empfängliches „Vernehmen“ angelegt, das sich dem „Es gibt“ des Ereignisses fügt.
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