Bachelorarbeit, 2019
46 Seiten
1. Einleitung
2. Wie aktiv ist China im ersten und dritten Komitee der UN-Generalversammlung?
2.1. Fallauswahl
2.2. Methodik und Ergebnisse
3. Wie können Unterschiede erklärt werden?
3.1. Macht durch hard power- Offensiver Realismus nach John J. Mearsheimer
3.2. Macht durch soft power- Neoliberalismus nach Joseph Samuel Nye
3.3. Gesamtbetrachtung der Theorien
3.4. Chinas Engagement in der UN-Generalversammlung- Erklärungen
4. Fazit
Die Arbeit untersucht das Engagement der Volksrepublik China in den verschiedenen Komitees der UN-Generalversammlung, um aufzudecken, welche Machtstrategie das Land verfolgt. Dabei wird analysiert, ob China primär auf hard power (militärische und ökonomische Stärke) setzt oder ob ein soft power-Ansatz (kulturelle Anziehungskraft und Diplomatie) dominiert, um den internationalen Einfluss auszubauen.
3.1. Macht durch hard power- Offensiver Realismus nach John J. Mearsheimer
Bei den internationalen Beziehungen gibt es viele verschiedene Theorien, die versuchen das Verhalten von Staaten zu analysieren und mit Hilfe von Abstraktionen zu erklären. Die älteste Theorierichtung ist die realistische Schule, die besonders in der Nachkriegszeit, zur Zeit des Kalten Krieges, zur führenden Theorie wurde. Als Begründer des Klassischen Realismus gilt neben Hans J. Morgenthau auch Edward Hallett Carr. Daraus ging der Neorealismus hervor dessen Hauptvertreter Kenneth Waltz ist. Sowohl der Realismus, als auch der Neorealismus, gehen von egoistischen und rationalen Staaten aus, die durch das anarchische System in ständiger Unsicherheit über die Sicherheit ihres Staates sind. Daher ist das Streben nach Sicherheit, Autonomie sowie eine Ablehnung von Kooperation charakterisierend für diese Theorierichtung. Der Neorealismus grenzt sich vom Klassischen Realismus ab, weil das Streben nach Macht im Realismus zentral ist und anthropologisch begründet wird. Im Neorealismus ist dagegen das Überleben eines Staates zentral. Gleichzeitig werden die Unsicherheiten auf das anarchische System zurückgeführt. Daher gibt es ein Streben nach einem Mächtegleichgewicht, um eine Balance zwischen mächtigen Staaten zu erhalten. Mögliche Strategien sind Aufrüstung oder Bündnisbildung, letztere allerdings nur zum dem Selbstzweck der Verteidigung.
John J. Mearsheimers Theorie fußt sowohl auf dem Klassischen Realismus als auch auf dem Neorealismus. Mearsheimer benennt seine Theorie 2001 in seinem Buch „The Tragedy of Great Power Politics“ als offensiven Realismus und grenzt sie zum defensiven Realismus von Waltz ab.
Während Waltz das Streben der Staaten nach Sicherheit, statt Macht, betont, wird von Vertretern des offensiven Realismus das Streben von Machtmaximierung als Mittel zum Zweck von Sicherheit und Überleben miteinbezogen. Es wird davon ausgegangen, dass Staaten durch neue aufsteigende Mächte oder andere Gefahren permanent um ihre Position kämpfen müssen und es somit erstrebenswert ist, der mächtigste aller Staaten zu sein. Der Fokus liegt dabei auf relativer Macht im Vergleich zu den anderen Staaten.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Machtanspruch Chinas im Kontext der "nationalen Verjüngung" und führt in die theoretische Unterscheidung zwischen hard power und soft power ein.
2. Wie aktiv ist China im ersten und dritten Komitee der UN-Generalversammlung?: Dieses Kapitel legt den Fokus auf die Fallauswahl, erläutert die Bedeutung Chinas als Akteur und stellt die Analyse der von China eingebrachten Resolutionen dar.
3. Wie können Unterschiede erklärt werden?: Hier werden die theoretischen Konzepte des Offensiven Realismus und Neoliberalismus diskutiert, um das unterschiedliche Engagement Chinas in den UN-Ausschüssen zu begründen.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass China verstärkt auf einen soft power-Ansatz setzt, um sein internationales Image zu verbessern und Einfluss zu gewinnen, ohne dabei jedoch klassische Machtinteressen im asiatisch-pazifischen Raum aufzugeben.
China, UN-Generalversammlung, Hard Power, Soft Power, Offensiver Realismus, Neoliberalismus, Resolutionen, Internationale Beziehungen, Machtanspruch, Vereinte Nationen, Außenpolitik, Weltmacht, Harmonie, Diplomatie, Internationale Institutionen.
Die Arbeit untersucht das außenpolitische Verhalten Chinas innerhalb der Vereinten Nationen, insbesondere das Engagement in den verschiedenen Komitees, um die zugrunde liegende Machtstrategie des Staates zu identifizieren.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Theorie der Internationalen Beziehungen, die Analyse von UN-Resolutionen, das Konzept der soft power sowie die Rolle Chinas als aufstrebende Großmacht.
Ziel ist es zu klären, ob China in internationalen Institutionen eher durch militärische und ökonomische Stärke (hard power) oder durch Anziehungskraft und Diplomatie (soft power) agiert.
Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse von Resolutionen, die von China in den UN-Komitees eingebracht wurden, kombiniert mit einer theoretischen Einordnung durch die Konzepte von Mearsheimer und Nye.
Im Hauptteil werden zunächst die Fallauswahl und das Abstimmungsverhalten Chinas quantitativ analysiert. Anschließend erfolgt eine theoretische Fundierung und eine Erklärung des beobachteten Verhaltens mittels der Kriterien von hard und soft power.
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe China, UN-Generalversammlung, hard power, soft power und außenpolitische Strategie charakterisieren.
Dies ist laut Arbeit auf Chinas Strategie zurückzuführen, durch die Themen des dritten Komitees – soziale, humanitäre und kulturelle Fragen – ein positives, harmonisches Image aufzubauen, was dem Konzept der soft power entspricht.
Harmonie wird als ein zentraler Wert der chinesischen Kultur und Diplomatie beschrieben, der als Gegenentwurf zu Zwangsmethoden dient und die Nichteinmischung sowie die Wahrung nationaler Interessen betont.
Die wirtschaftliche Macht fungiert als Basis, die es China ermöglicht, als "reliable broker" oder Investor aufzutreten und somit indirekt politischen Einfluss in anderen Ländern auszuüben, ohne westliche Konditionen wie Menschenrechte in den Vordergrund zu stellen.
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