Fachbuch, 2020
73 Seiten
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1 Einleitung
2 Ökonomische Gesellschaftskonzepte
2.1 Neoliberalistische Konzepte bei Byung-Chul Han
2.2 Der emotionale und der skopische Kapitalismus bei Eva Illouz
3 Liebesentwürfe
3.1 Der Eros und der Andere bei Byung-Chul Han
3.2 Die heterosexuelle romantische Liebe bei Eva Illouz
4 Der digitale Liebesmarkt
4.1 Datafizierung: Transformationen des Menschen in handelbare Informationen
4.2 Ökonomisch geformte Partnersuch- und Wahlstrategien im Internet
4.3 Datenbasierte Fantasie, Vorstellungskraft und Begehren
5 Der Körper im Internet: Zwischen Abwesenheit und Ausstellung
5.1 Sinne und Wahrnehmung in der virtuellen Begegnung
5.2 Sexuelle Freiheit und Pornografisierung
6 Neue Unsicherheiten
6.1 Selbstwert und Geschlechterverhältnis
6.2 Versprechen, Verbindlichkeit, Zukunft
6.3 Zwischen Wahlfreiheit und Wahlzwang
7 Schluss
Die Arbeit untersucht die Transformationen von Liebe, Partnersuche und Paarbildung im 21. Jahrhundert vor dem Hintergrund des Neoliberalismus, der zunehmenden Ökonomisierung privater Lebensbereiche und der digitalen Vermittlung durch das Internet.
4.2 Ökonomisch geformte Partnersuch- und Wahlstrategien im Internet
Illouz bescheinigt der im Internet vermittelten Liebe eine andere Qualität als der traditionell-romantischen: Paarbeziehungen werden an ökonomischen Begriffen gemessen und erlebt; Es geht darum, „für sich selbst das beste (ökonomische und psychische) Geschäft zu machen“ (Illouz 2007: 129). Partner werden zu konsumierbaren Produkten, denn Partnersuche muss effizient, rational und standardisiert erfolgen (ebd.: 135):
„Wenn das Internet andererseits einen Geist hat, dann den der Fülle und Auswechselbarkeit. Der Grund liegt darin, daß die Partnersuche im Internet den Bereich romantischer Begegnungen mit den auf einer Ökonomie der Fülle, der endlosen Wahlfreiheit, der Effizienz, der Rationalisierung, der selektiven Auswahl und der Standardisierung basierenden Prinzipien des Massenkonsums vertraut gemacht hat“
(ebd.).
Die Etablierung der Wahlfreiheit hängt unmittelbar zusammen mit der Mentalität des Vergleichens, die den Prozess der Wahl im ökonomisch organisierten Online-Partnermarkt begleitet. Zum einen nämlich wird der Partnermarkt auf Dating-Seiten und Online-Partnerbörsen besonders sichtbar (Illouz/Adrian 2011: 327): „Das Internet arrangiert die Auswahl wie auf einem Büffet und lädt zu einer Form von Wahl ein, die aus der ökonomischen Sphäre abgeleitet ist“ (ebd.: 327). Das Subjekt muss also im Vergleich wählen, gerade weil es vor eine Auswahl an möglichen Partnern gesetzt wird. „Hilfsmittel (wie Wertungslisten)“ helfen laut Illouz dabei, doch „werden sie [potenzielle Partner, Anm. d. Verf.] austauschbar und sind im Prinzip immer zu übertreffen. Damit wird es immer schwieriger, sich für eine Möglichkeit zu entscheiden, die ‚gut‘ genug ist“ (Illouz/Adrian 2011: 328-329). Austauschbar bedeutet, dass potenzielle Partner ihre vermeintliche Einzigartigkeit verlieren, die, so Illouz (2011: 416) „einst bezeichnend für das Gefühl der Liebe war“; Analog zu diesem Konzept sieht Han ebenfalls eine Herausforderung in der Vergleichbarkeit potenzieller Partner.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, wie moderne Ökonomisierungsprozesse und das Internet unsere Vorstellungen von Liebe und Partnerschaft maßgeblich transformiert haben.
2 Ökonomische Gesellschaftskonzepte: Das Kapitel erläutert die Grundlagen der neoliberalen Gesellschaftsstruktur und diskutiert, wie Marktlogiken in vormals private Bereiche eindringen.
3 Liebesentwürfe: Hier werden die theoretischen Konzepte von Byung-Chul Han und Eva Illouz hinsichtlich ihrer Sicht auf Liebe, Eros und moderne Beziehungsformen gegenübergestellt.
4 Der digitale Liebesmarkt: Es wird analysiert, wie die Datafizierung und Internet-Plattformen die Suche nach Partnern in einen effizienzgesteuerten, ökonomisierten Prozess verwandeln.
5 Der Körper im Internet: Zwischen Abwesenheit und Ausstellung: Dieses Kapitel beleuchtet, wie der Körper in der digitalen Welt zu einem visuellen Objekt der Fragmentierung und Pornografisierung wird.
6 Neue Unsicherheiten: Es werden die psychologischen Folgen wie Selbstwertkrisen und Bindungsunfähigkeit erörtert, die aus dem digitalen Wahlzwang resultieren.
7 Schluss: Die Arbeit fasst zusammen, dass die digitale Liebeskultur durch eine ökonomische Logik geprägt ist, die echte Begegnungen und tiefe Bindungen erschwert.
Ökonomisierung, Neoliberalismus, Liebe, Internet, Online-Dating, Byung-Chul Han, Eva Illouz, Konsumkapitalismus, Eros, Datafizierung, Partnerwahl, Identität, Selbstoptimierung, Entfremdung, Digitalisierung.
Die Arbeit untersucht, wie moderne ökonomische Logiken und digitale Technologien das zeitgenössische Liebesleben und die Art der Partnersuche grundlegend verändert haben.
Zu den Schwerpunkten zählen der Einfluss des Kapitalismus auf die Romantik, die Rolle des Internets bei der Partnerwahl sowie die theoretischen Perspektiven von Byung-Chul Han und Eva Illouz auf moderne Beziehungen.
Das Ziel ist es, die kulturellen Formen und sozialen Praktiken der heutigen Liebe zu entschlüsseln, die durch Internet-Technologien und ökonomische Imperative in kapitalistischen Gesellschaften geprägt sind.
Es wird eine theoretische Forschungsmethode angewandt, bei der die Konzepte von Han und Illouz auf ihre Anwendbarkeit auf das Phänomen des Online-Datings geprüft und systematisch analysiert werden.
Der Hauptteil analysiert ökonomische Konzepte, verschiedene Liebesentwürfe, die Dynamiken digitaler Dating-Märkte, die Rolle des Körpers im virtuellen Raum und die resultierenden psychischen Unsicherheiten.
Die wichtigsten Begriffe sind Ökonomisierung, Digitalisierung, Konsumkapitalismus, Eros, Online-Dating, Selbstoptimierung und psychische Unsicherheit.
Aufgrund der Diskrepanz zwischen der digital vermittelten, idealisierten „Informationsdichte“ eines Profils und der realen, körperlichen Begegnung, die nicht rational vorab geplant werden kann.
Das Begehren wird zunehmend zu einem „Selbstzweck“ rationalisiert und verliert seinen Fokus auf den „Anderen“, da es sich durch die Fülle an Auswahlmöglichkeiten im Internet eher auf eine „Wahlentscheidung“ unter ökonomischen Aspekten konzentriert.
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