Fachbuch, 2020
144 Seiten
1 Vorwort
2 Einleitung
3 Partizipation – Begriffsbestimmungen
3.1 Generationaltypische Formen politischer Partizipation
3.2 Einflussfaktoren
4 Jugendliche und junge Erwachsene – Begriffsbestimmungen
4.1 Das sozialisationstheoretische Konzept der Entwicklungsaufgaben
4.2 Probleme bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben
4.3 Übergang ins Erwachsenenalter
4.4 Altersgrenzen
4.5 Generationale Ordnung
4.6 Milieus und Lebenslagen
4.7 Habitus
5 Ausgangslage
5.1 Forschungsfeld
5.1.1 Auf dem Weg zu einer gesamtdeutschen grünen Partei
5.1.2 Entstehungsgeschichte der GRÜNEN JUGEND
5.1.3 Strukturen
5.1.4 Altersgrenzen innerhalb der GRÜNEN JUGEND
5.2 Forschungsinteresse
5.3 Hypothesen
5.4 Forschungsfragen
5.4.1 ZUMA-Bus bzw. ALLBUS
5.4.2 DJI-Jugendsurveys
5.4.3 EUYOUPART
5.4.4 AID:A
5.4.5 FES-Jugendstudie 2015
5.4.5.1 Anlage der Studie und wesentliche Erkenntnisse zu Partizipation
5.4.5.2 Einflussfaktoren
5.4.6 Privat gesponserte Umfrageforschung
5.4.6.1 Shell-Jugendstudien
5.4.6.2 SINUS-Milieustudien
6 Forschungsdesign
6.1 Feldzugang
6.2 Datenerhebung
6.2.1 Autobiografisch-narrative Interviews
6.2.1.1 Der Ablauf eines narrativen Interviews
6.2.1.1.1 Aushandlungsphase
6.2.1.1.2 Haupterzählung
6.2.1.1.3 Nachfrageteil
6.3 Stichprobenbeschreibung
6.3.1 Johanna (INT1)
6.3.2 Leo (INT2)
6.4 Grounded Theory
6.5 Einhaltung von Gütekriterien
7 Ergebnisse
7.1 Die Struktur der Kodierung
7.2 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
7.2.1 Ressourcen
7.2.2 Motive
7.2.3 Netzwerke
8 Fazit
9 Ausblick und Handlungsempfehlungen
10 Persönliche Bilanz mit Bezügen zur Erhebung und zum Verband
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einflussfaktoren auf das politische Partizipationsverhalten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, warum junge Menschen sich – insbesondere in einem politischen Jugendverband wie der GRÜNEN JUGEND – engagieren und welche Faktoren dieses Engagement fördern, aufrechterhalten oder verhindern.
6.2 Datenerhebung
Das von Schütze 1977 entwickelte narrative Interview ist eine Spezialform des qualitativen Interviews. Die zu befragende Person wird dabei dazu aufgefordert, über einen im Gespräch benannten Gegenstand etwas zu erzählen, meistens verbunden mit der Lebensgeschichte. Allgemein angenommen wird eine gewisse narrative Kompetenz bei allen Personen, unabhängig von klassenkulturellen Milieus. Es wird aber davon ausgegangen, dass sozialisations- bzw. persönlichkeitsspezifisch Unterschiede zu konstatieren sind.
Grundsätzlich kann das autobiografisch-narrative Interview daher überall eingesetzt werden. Die Interviews sollten in der natürlichen Feldumgebung statt finden, wenn Lebensnähe für die Erhebung eine entscheidende Bedeutung hat. Wenn nicht Prinzipien wie Vertraulichkeit und Ausschluss von negativen Sanktionen verletzt werden, stellt auch eine mögliche Anwesenheit von Dritten, anders als in der quantitativen Sozialforschung, wo dies als Problem gilt, im qualitativen Setting keine Rolle. Die entsprechenden Ereignisse sollen als Stegreiferzählung wiedergegeben werden. Eine Stegreiferzählung setzt voraus, dass sich die potentiellen Informant*innen vor dem Interview nicht systematisch auf die Erzählthematik vorbereiten können, die Erzählung entsteht als etwas Neues aus der Situation heraus.
Methodologisch gesehen hat die Betonung des Erzählprinzips im narrativen Interview zwei Vorteile. In ihrer Struktur kommen die Erzählungen den Orientierungsmustern des Handelns erstens am nächsten. Zweitens wird durch das Erzählen das erzählte Handeln aus der Retrospektive gesehen implizit interpretiert. Insofern scheint das narrative Interview in der Biografie- und Lebenslaufforschung besonders prädestiniert zu sein, dort als Methode zur Datenerhebung angewendet zu werden. Der methodologischen Prämisse folgend, in der qualitativen Sozialforschung dürfe von der*m Forscher*in kein vorab entwickeltes theoretisches Konzept der Datenerhebung vorausgehen, enthalten autobiografisch-narrative Interviews hauptsächlich die Relevanzsysteme der Erzählenden. Im Vordergrund stehen also subjektive Systematisierungen und strukturierende Konzepte der Handelnden von vergangenem Handeln.
1 Vorwort: Der Autor schildert seine eigene politische Sozialisation und Motivation, sich in der GRÜNEN JUGEND zu engagieren.
2 Einleitung: Es wird der Forschungsbedarf hinsichtlich der politischen Partizipation Jugendlicher und junger Erwachsener sowie der Fokus auf die GRÜNE JUGEND begründet.
3 Partizipation – Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert politische Partizipation, unterscheidet zwischen konventionellen und unkonventionellen Formen und beschreibt zentrale Einflussfaktoren.
4 Jugendliche und junge Erwachsene – Begriffsbestimmungen: Es werden soziologische Konzepte wie Entwicklungsaufgaben, der Übergang ins Erwachsenenalter und Generationenordnungen zur Definition der Zielgruppe eingeführt.
5 Ausgangslage: Dieses Kapitel liefert den historischen Kontext von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN und der GRÜNEN JUGEND sowie einen ausführlichen Forschungsstand relevanter Jugendstudien.
6 Forschungsdesign: Hier wird der methodische Ansatz der Grounded Theory und der autobiografisch-narrativen Interviews detailliert erläutert und die Stichprobe beschrieben.
7 Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert das entwickelte Erklärungsmodell und diskutiert die biografischen und sozialen Einflussfaktoren auf das Engagement der befragten Personen.
8 Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengeführt, kritisch hinterfragt und die Hypothesen auf Basis der Erhebung bewertet.
9 Ausblick und Handlungsempfehlungen: Es werden konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Verbandsarbeit und Förderung der politischen Partizipation abgeleitet.
10 Persönliche Bilanz mit Bezügen zur Erhebung und zum Verband: Der Autor reflektiert den Forschungsprozess und sein persönliches Verhältnis zum Verband.
Politische Partizipation, Grüne Jugend, Bündnis90/Die Grünen, Jugendarbeit, Grounded Theory, Biografieforschung, Einflussfaktoren, Jugendstudie, FIT*-Statut, Engagement, Werte, Milieus, Sozialisation, Selbstwirksamkeit, Politische Bildung
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren das politische Engagement von Jugendlichen und jungen Erwachsenen beeinflussen und wie diese Partizipation in der Praxis – speziell am Beispiel der GRÜNEN JUGEND – umgesetzt wird.
Die Arbeit verbindet politikwissenschaftliche Partizipationsforschung mit sozialpädagogischen Ansätzen. Schwerpunkte sind der Verbandsalltag, geschlechterspezifische Förderstrukturen (FIT*-Statut) und der Einfluss von Biografien und sozialen Milieus.
Das primäre Ziel ist es, die Beweggründe für politisches Engagement zu verstehen und aufzuzeigen, wie Institutionen wie Parteien junge Menschen besser motivieren und einbinden können.
Der Autor nutzt einen qualitativ-empirischen Ansatz, primär basierend auf autobiografisch-narrativen Interviews, die nach den Prinzipien der Grounded Theory ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung der Ausgangslage (Geschichte des Verbands und Forschungsstand) sowie die detaillierte Auswertung und Diskussion der durchgeführten Interviews.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Politische Partizipation, Grüne Jugend, Biografieforschung, Grounded Theory und soziale Einflussfaktoren.
Das FIT*-Statut ist ein zentraler Untersuchungsgegenstand, da es die Verbandsstruktur maßgeblich prägt. Der Autor hinterfragt kritisch, ob die Quoten-Regelung inklusive Strukturen schafft oder ob sie neue Hürden für manche Mitglieder aufbaut.
Der Autor fordert ein Ende des "Zeitalters der Kategorien". Statt einer Einheitsstrategie müsse der Verband flexibler auf die unterschiedlichen Lebenswelten und Bedürfnisse der jungen Generation eingehen und individuelle Förderungen statt pauschaler Vorgaben anbieten.
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