Masterarbeit, 2018
84 Seiten, Note: 1,3
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1. Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
2. Das Phänomen der sozialen Bewegungen
2.1 Protest als Handlungsform sozialer Bewegungen
3. Theorieansätze der Bewegungsforschung
3.1 Framing-Ansatz
3.2 Systemtheoretischer Ansatz
3.2.1 Die moderne Gesellschaft als Bezugspunkt sozialer Bewegungen
3.2.2 Der Systemstatus sozialer Bewegungen
3.2.3 Gesellschaftliche Funktionen sozialer Bewegungen
4. Protestkommunikation sozialer Bewegungen von gestern
4.1 Die Funktionsweise der Massenmedien
4.2 Die Bedeutung der Massenmedien für Protestbewegungen
4.3 Strategien für den Umgang mit den Massenmedien
4.3.1 Anpassung der Protestkommunikation an die Massenmedien
4.3.2 Mögliche Schwierigkeiten bei der Strategie der Anpassung
4.4 Die 68er-Bewegung und die Massenmedien
4.5 Protestbewegungen und Massenmedien – ein heimliches Bündnis?
5. Protestkommunikation sozialer Bewegungen von heute
5.1 Internet und Web 2.0
5.1.1 Soziale Netzwerke
5.1.2 Ein Shitstorm als Protestbewegung im Netz?
5.2 Vorteile des Internets für soziale Bewegungen
5.2.1 Neue Protestformen
5.3 Neue Formen kollektiven Handelns
5.3.1 Unterschiedliche Formen von Handlungsnetzwerken
5.4 Die Ambivalenz des Internets
5.4.1 Grenzen und Gefahren von Protest im Internet
5.5 Protest 2.0? – Befürworter und Gegner
6. Schlussfolgerung
Die Masterarbeit untersucht den Wandel der Protestkommunikation sozialer Bewegungen, ausgehend von der klassischen, massenmedial geprägten Kommunikation hin zur internetbasierten Kommunikation in der heutigen Zeit. Das primäre Ziel der Arbeit ist es zu klären, inwieweit die Nutzung des Internets und des Web 2.0 tatsächlich die Handlungsmöglichkeiten und die Organisation sozialer Bewegungen verändert hat und ob die Bezeichnung "Protest 2.0" gerechtfertigt ist.
4.1 Die Funktionsweise der Massenmedien
Bei den Massenmedien handelt es sich um ein Funktionssystem der modernen Gesellschaft. Die wohl bekannteste Aussage von Niklas Luhmann in Bezug auf die Massenmedien lautet: „Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien.“ (Luhmann 2017: 9) Mit diesem Satz wird schon einiges über die Bedeutung der Massenmedien für die Gesellschaft ausgesagt.
Einen weiteren Hinweis liefert der Titel des Werkes, in dem Luhmann sich den Massenmedien widmet: Die Realität der Massenmedien. Dieser kann in zweierlei Hinsicht verstanden werden: Einerseits wird die reale Realität der Massenmedien beschrieben, also ihre alltäglichen Aufgaben. (Vgl. ebd. 12) Andererseits beschreibt der Titel des Werkes die konstruierte Realität, die von den Massenmedien erzeugt wird: „Bei diesem Verständnis wird die Tätigkeit der Massenmedien nicht einfach als Sequenz von Operationen angesehen, sondern als Sequenz von Beobachtungen, oder genauer: von beobachtenden Operationen.“ (ebd.) Die Funktion der Massenmedien besteht also darin, die Realität für die Gesellschaft zu beobachten und zu beschreiben.
Niklas Luhmann definiert die Massenmedien als „alle Einrichtungen der Gesellschaft [...], die sich zur Verbreitung von Kommunikation technischer Mittel der Vervielfältigung bedienen.“ (ebd. 10) Ein entscheidendes Kriterium ist, dass die Massenmedien ihre Inhalte für unbekannte Adressaten produzieren. Des Weiteren ist einer der wichtigsten Punkte, dass keine Interaktion zwischen Sendern und Empfängern stattfinden kann. (Vgl. ebd.) Die Massenmedien lassen kein wechselseitiges Feedback zu.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten der Bewegungsforschung bei der Erfassung sich stetig wandelnder Phänomene und führt in die Fragestellung ein, wie das Internet die Kommunikation sozialer Bewegungen verändert hat.
2. Das Phänomen der sozialen Bewegungen: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen sozialer Bewegungen erarbeitet und der Protest als deren zentrale Handlungsform identifiziert.
3. Theorieansätze der Bewegungsforschung: Es erfolgt eine Übersicht gängiger Theorien, wobei der Framing-Ansatz und die systemtheoretische Perspektive nach Luhmann für das weitere Verständnis vertieft werden.
4. Protestkommunikation sozialer Bewegungen von gestern: Dieses Kapitel analysiert die Abhängigkeit von Massenmedien, die Strategie der Anpassung und die historische Rolle der 68er-Bewegung als erstes Medienereignis.
5. Protestkommunikation sozialer Bewegungen von heute: Hier werden die Auswirkungen von Internet und Web 2.0 auf Organisation, Mobilisierung und Protestformen untersucht sowie die Ambivalenzen des digitalen Protests diskutiert.
6. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass soziale Bewegungen heute hybrid agieren und trotz digitaler Potenziale weiterhin auf die Massenmedien angewiesen sind.
Protestkommunikation, Soziale Bewegungen, Massenmedien, Internet, Web 2.0, Framing, Systemtheorie, Mobilisierung, Collective Action, Connective Action, Slacktivism, Digitale Partizipation, Öffentlichkeit, Protest 2.0, Mediatisierung
Die Arbeit analysiert, wie sich die Kommunikation sozialer Bewegungen durch den Wandel von massenmedial geprägten Strukturen hin zur Internetnutzung entwickelt hat und welche Konsequenzen dies für den Erfolg und die Organisation von Protesten hat.
Die zentralen Felder sind die Rolle von Massenmedien bei der Sichtbarkeit von Protest, der Einfluss des Web 2.0 auf kollektives Handeln sowie theoretische Konzepte wie Framing und Systemtheorie.
Die Arbeit untersucht, ob die Digitalisierung der Kommunikation eine neue Ära des Protests ("Protest 2.0") eingeläutet hat und wie sich die Handlungsmöglichkeiten durch das Internet für soziale Bewegungen konkret gewandelt haben.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert und sozialwissenschaftliche Theorieansätze – insbesondere die Systemtheorie nach Luhmann – auf moderne Protestphänomene anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der klassischen massenmedialen Protestkommunikation (am Beispiel der 68er-Bewegung) und eine detaillierte Untersuchung der heutigen, digital geprägten Kommunikationsformen und deren spezifischer Vor- und Nachteile.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Protestkommunikation, Systemtheorie, Framing, digitale Partizipation, kollektives Handeln, "connective action" sowie die Ambivalenz des Internets.
Der Begriff hinterfragt, ob durch das Internet ein eigenständiger, von klassischen Strukturen unabhängiger Typus von sozialer Bewegung entstanden ist, der sich grundlegend von früheren Generationen unterscheidet.
Während die klassische "collective action" auf organisatorischer Koordination, kollektiven Handlungsrahmen und der Etablierung eines "Wir-Gefühls" beruht, basiert die "connective action" auf personalisierten Inhalten, individuellem Engagement und der Vernetzung über soziale Medien.
Trotz der Möglichkeiten des Webs bleibt die massenmediale Berichterstattung für Proteste entscheidend, um die breite Öffentlichkeit zu erreichen, politischen Druck aufzubauen und als relevant wahrgenommen zu werden.
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