Masterarbeit, 2013
103 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Eingrenzung und Konkretisierung der Untersuchung
1.3 Gang der Untersuchung
2. Personengesellschaften im Zivil- und Steuerrecht
2.1 Zivilrechtliche Qualifikation von Personengesellschaften
2.2 Steuerrechtliche Behandlung von Personengesellschaften
2.2.1 Mitunternehmerkonzept
2.2.2 Gewinnermittlung und Vermögensabgrenzung
3. Qualifikation ausländischer Rechtsgebilde (Typenvergleich)
4. Sondervergütungen im deutschen Steuerrecht
4.1 Outbound-Fall
4.1.1 Besteuerung im Inland
4.1.2 Besteuerung im Ausland
4.1.3 Maßnahmen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung
4.2 Inbound-Fall
4.2.1 Besteuerung im Inland
4.2.2 Besteuerung im Ausland
4.2.3 Maßnahmen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung
5. Abkommensberechtigung von Personengesellschaften
5.1 „Person“ i. S. des Abkommens
5.2 „Ansässigkeit“ i. S. des Abkommens
5.3 Zurechnung von Einkünften und Vermögen
6. Sondervergütungen im Abkommensrecht
6.1 Problematik
6.1.1 Unternehmensgewinne vs. Spezialartikel
6.1.2 Umfang des Betriebsstättengewinns
6.2 Lösung des BFH
6.2.1 Wegweiser v. 27.02.1991 (Outbound-Fall)
6.2.2 Bestätigung v. 17.10.2007 (Inbound-Fall)
6.2.3 Zwischenfazit
6.3 Lösung der Finanzverwaltung – (Nicht)-Anwendungsgesetz
6.3.1 § 50d Abs. 10 EStG a. F. – „zahnloser Tiger“?
6.3.1.1 Anwendungsbereich und Rechtsfolgen
6.3.1.2 Kritik
6.3.1.3 Zwischenfazit
6.3.2 § 50d Abs. 10 EStG n. F. – „neuer Irrtum“?
6.3.2.1 Anwendungsbereich und Rechtsfolgen
6.3.2.2 Kritik
6.3.2.2.1 Unternehmensgewinnfiktion
6.3.2.2.2 Zuordnungsfiktion der Sondervergütungen
6.3.2.2.3 Sonderbetriebseinnahmen und -ausgaben des SBV I
6.3.2.2.4 Sonderbetriebseinnahmen des SBV II als Sondervergütungen?
6.3.2.2.5 Anrechnung ausländischer Steuern
6.3.2.2.6 Verfassungsrechtliche Bedenken
6.3.2.3 Zwischenfazit
6.3.3 Entwurf des BMF-Schreibens zur Anwendung der DBA auf Personengesellschaften v. 05.11.2013
6.3.3.1 Änderungen bzgl. Unternehmensgewinne und Abgrenzungsfragen
6.3.3.2 Änderungen bzgl. Sondervergütungen
6.3.3.3 Zwischenfazit
6.3.4 Gestaltungsvorschläge
7. DBA mit Sonderregelungen zu Sondervergütungen
7.1 Anwendungsbereich und Rechtsfolgen
7.1.1 Outbound-Fall
7.1.2 Inbound-Fall
7.2 Verhältnis zu § 50d Abs. 10 EStG n. F.
7.3 Zwischenfazit
8. Sondervergütungen und der Authorised OECD Approach (AOA)
8.1 Inhalt des AOA – Umsetzung in § 1 AStG
8.2 Verhältnis § 1 AStG vs. Personengesellschaften
8.3 Verhältnis § 1 AStG vs. § 50d Abs. 10 EStG n. F.
8.4 Zwischenfazit
9. Fazit
Ziel dieser Masterarbeit ist es, die aktuelle Rechtsentwicklung der internationalen Behandlung von Sondervergütungen bei Personengesellschaften zu analysieren und kritisch zu untersuchen, ob der Gesetzgeber durch die Neufassung des § 50d Abs. 10 EStG die in der Literatur stark diskutierten Auslegungsfragen für die Zukunft klären konnte. Dabei steht insbesondere der Interessenkonflikt zwischen der Rechtsprechung des BFH und der Auffassung der Finanzverwaltung im Fokus.
6. Sondervergütungen im Abkommensrecht
Nur sehr wenige andere Staaten (mit Ausnahme von z. B. Luxemburg, Österreich und den Niederlanden) kennen ein dem deutschen Mitunternehmerkonzept vergleichbares System. Demzufolge ist den meisten Staaten das Konzept des Sonderbetriebsvermögens fremd. Im Ausland werden Sondervergütungen daher i. d. R. als Einkünfte der Gesellschafter angesehen und nicht als Einkünfte der Personengesellschaft, woraus Zurechnungs- und Qualifikationskonflikte resultieren.
Die zentrale Frage ist, unter welche abkommensrechtlichen Einkunftsarten Sondervergütungen zu qualifizieren sind und welchem Vertragsstaat infolge dessen welches Besteuerungsrecht zugesprochen wird.
1. Einleitung: Stellt die Problemstellung der Arbeit dar, insbesondere die Qualifikationskonflikte bei grenzüberschreitenden Sondervergütungen, und definiert den Fokus auf gewerbliche Personengesellschaften.
2. Personengesellschaften im Zivil- und Steuerrecht: Erläutert das deutsche Mitunternehmerkonzept und das Prinzip des Sonderbetriebsvermögens als steuerliche Grundlage.
3. Qualifikation ausländischer Rechtsgebilde (Typenvergleich): Beschreibt die Einordnung ausländischer Gesellschaften in das deutsche Steuersystem mittels Typenvergleich und Merkmalskatalog.
4. Sondervergütungen im deutschen Steuerrecht: Analysiert die Besteuerung von Sondervergütungen bei Fehlen eines DBA für Inbound- und Outbound-Fälle.
5. Abkommensberechtigung von Personengesellschaften: Untersucht die Voraussetzungen für die Geltendmachung von DBA-Rechten durch Personengesellschaften und deren Gesellschafter.
6. Sondervergütungen im Abkommensrecht: Der inhaltliche Schwerpunkt; beleuchtet den Streit zwischen BFH und Finanzverwaltung sowie die Auswirkungen des § 50d Abs. 10 EStG.
7. DBA mit Sonderregelungen zu Sondervergütungen: Untersucht DBA, die abweichend von Standardabkommen explizite Sonderregelungen für Sondervergütungen enthalten.
8. Sondervergütungen und der Authorised OECD Approach (AOA): Erörtert die Grundzüge des AOA und dessen Verhältnis zu Sondervergütungen und § 1 AStG.
9. Fazit: Fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen und bewertet die aktuelle Rechtslage sowie die anhaltende Rechtsunsicherheit für Steuerpflichtige.
Sondervergütungen, Personengesellschaften, Mitunternehmerkonzept, Sonderbetriebsvermögen, Doppelbesteuerung, § 50d Abs. 10 EStG, Abkommensrecht, Unternehmensgewinne, Spezialartikel, Betriebsstätte, Typenvergleich, Authorised OECD Approach, AOA, Treaty Override, Qualifikationskonflikt
Die Arbeit befasst sich mit der internationalen steuerlichen Behandlung von Sondervergütungen bei Personengesellschaften und dem Konflikt zwischen deutscher Finanzverwaltung und Rechtsprechung.
Zentrale Felder sind das Mitunternehmerkonzept, die abkommensrechtliche Qualifikation von Sondervergütungen sowie die Auswirkungen nationaler Korrekturnormen wie § 50d Abs. 10 EStG auf DBA-Anwendungen.
Das Ziel ist die kritische Untersuchung, ob der Gesetzgeber durch die Neufassung des § 50d Abs. 10 EStG die in der Literatur diskutierten Auslegungsfragen zweifelsfrei klären konnte.
Die Arbeit basiert auf einer rechtlichen Analyse der aktuellen Gesetzgebung, der Rechtsprechung (insbesondere des BFH) und der herrschenden Literaturmeinungen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Besteuerung in Inbound- und Outbound-Fällen, die Abkommensberechtigung von Personengesellschaften sowie die spezifischen Regelungen des AOA und dessen Verhältnis zum nationalen Recht.
Die wichtigsten Begriffe sind Sondervergütungen, § 50d Abs. 10 EStG, Abkommensrecht, Personengesellschaften, Doppelbesteuerung und Mitunternehmerrisiko.
Die Finanzverwaltung ordnet Sondervergütungen starr als Unternehmensgewinne nach Art. 7 OECD-MA ein, während der BFH auf eine tatsächliche funktionale Zugehörigkeit zur Betriebsstätte abstellt.
Weil die Vorschrift versucht, einseitig durch nationales Recht die Auslegung von Doppelbesteuerungsabkommen festzulegen, ohne dass dies durch die DBA-Partner so vereinbart wurde.
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