Bachelorarbeit, 2011
40 Seiten, Note: 1,4
1 Einleitung
2 Die Konstruktion des biologischen Geschlechts
3 Geschlecht als soziales Konstrukt
3.1 Sex und Gender
3.2 Interkultureller Vergleich
3.3 Konstruktionskonzepte des sozialen Geschlechts
3.3.1 Der Goffmensch
3.3.2 Ethnomethodologie und Doing Gender
4 Geschlechterstereotype
4.1 Definition
4.2 Ursprung
4.3 Entwicklung
5 Geschlechtsspezifische Sozialisation
5.1 Eltern
5.2 Peers
5.3 Schule
6 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion von Geschlecht und deren Konsequenzen für die Geschlechtersozialisation, indem sie die Dichotomie zwischen biologischer Naturbestimmtheit und sozialer Konstruktion kritisch hinterfragt.
3.3.1 Der Goffmensch
Einer der einflussreichsten Soziologen und Pionier auf dem Gebiet der Geschlechterforschung war Erving Goffman. In seiner Forschung betrachtete er das „institutionelle Arrangement der Geschlechter“, also die Art und Wiese wie Akteure die sozialen Ordnung ihrer Beziehung erzeugen. Goffman betrachtete Geschlecht als eine soziale Kategorie, welche durch Interaktionen entstehe. Eine Interaktion komme zustande, wenn Akteure körperlich anwesend seien und sich gegenseitig wahrnehmen und erwidern könnten. Sie ist ein „formender Prozess“ der Zwänge einschließe und den Akteuren keine Möglichkeit zum Ausweichen lasse. Goffman zeigte, dass bei sozialen öffentlichen Interaktionen bestimmte Zwänge gelten würden und dass diese Bestandteil des Alltagswissen und der Alltagstheorie einer gesellschaftlichen Gruppe seien, wobei diese sowohl innerkulturell als auch interkulturell sehr verschieden sein könnten.
Einer dieser Zwänge sei die Zuordnung eines Akteurs in eine der Geschlechterkategorien. Die Zugehörigkeit zu einer der Geschlechterkategorien ordnet jeden Akteur ein Leben lang in die eine oder andere Geschlechterkategorie ein. Erwachsene, die Kinder nach der Geburt aufgrund ihrer optisch sichtbaren biologischen Geschlechtsmerkmale in eine Geschlechterkategorie einordnen, legen von Anfang an fest, wie das Kind im Sinne der Geschlechterdifferenzierung behandelt und welche unterschiedlichen Erfahrungen es machen wird und vor allem welche spezifischen Erwartungen vorausgesetzt werden.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des binären Gesellschaftssystems ein und stellt die Forschungsfrage nach dem sozialen Stellenwert der Geschlechterkonstruktion.
2 Die Konstruktion des biologischen Geschlechts: Dieses Kapitel erörtert die fünf biologischen Bereiche (chromosomal, gonadal, hormonal, morphologisch, zerebral), die häufig zur Naturalisierung von Geschlechterunterschieden herangezogen werden.
3 Geschlecht als soziales Konstrukt: Hier wird die Trennung von Natur und Kultur beleuchtet und theoretische Konzepte zur Entstehung von Geschlecht durch Interaktion und soziale Prozesse diskutiert.
4 Geschlechterstereotype: Dieses Kapitel definiert Geschlechterstereotype als kognitive Wissensstrukturen und analysiert deren Ursprung und Entwicklung innerhalb der Gesellschaft.
5 Geschlechtsspezifische Sozialisation: Es wird untersucht, wie durch Sozialisationsagenten wie Eltern, Peers und Schule kulturelle Normen und Werte bezüglich des Geschlechts an Kinder vermittelt werden.
6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass Geschlecht ein fortlaufender, sozial hergestellter Prozess ist, der entgegen alltäglicher Annahmen nicht rein biologisch determiniert werden kann.
Geschlechterkonstruktion, Sozialisation, Doing Gender, Sex-Gender-Modell, Geschlechterstereotype, Erving Goffman, Harold Garfinkel, Geschlechtstypisierung, Identität, Soziale Interaktion, Dichotomie, Kulturvergleich, Zweigeschlechtlichkeit, Sozialwissenschaft, Biologischer Determinismus.
Die Arbeit analysiert die theoretischen und sozialen Grundlagen, die dazu führen, dass Geschlecht in unserer Gesellschaft als binäres, natürliches Merkmal wahrgenommen und reproduziert wird.
Die zentralen Themen umfassen die biologische Geschlechterforschung, die soziologische Konstruktion von Geschlecht, die Entstehung von Stereotypen sowie die geschlechtsspezifische Sozialisation.
Das primäre Ziel besteht darin aufzuzeigen, dass Geschlechtszugehörigkeit nicht allein biologisch begründet, sondern ein durch soziale Prozesse und kulturelle Aushandlungen fortlaufend konstruiertes Phänomen ist.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse sozialwissenschaftlicher Konzepte, unter anderem durch die Einbeziehung der Ethnomethodologie, der symbolischen Interaktionstheorie sowie kulturvergleichender Studien.
Der Hauptteil gliedert sich in die kritische Auseinandersetzung mit dem biologischen Geschlecht, die Vorstellung soziologischer Konstruktionskonzepte, die Funktion von Geschlechterstereotypen und die Analyse der Sozialisationsinstanzen Eltern, Peers und Schule.
Zu den prägenden Begriffen zählen Doing Gender, Geschlechterkonstruktion, Sozialisation, Geschlechterstereotype und die Unterscheidung zwischen Sex und Gender.
Es beschreibt, dass Geschlecht keine statische Eigenschaft ist, die man besitzt, sondern ein permanenter sozialer Prozess, den Menschen durch Interaktion und Selbstdarstellung aktiv herstellen müssen.
Transsexuelle machen durch den Bruch mit der erlernten Normalität deutlich, dass die Zweigeschlechtlichkeit keine biologische Zwangsläufigkeit darstellt, sondern eine soziale Konstruktion, die im Alltag durch "Passing" und die ständige Inszenierung aufrechterhalten wird.
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