Masterarbeit, 2014
123 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Politische Bildung im Kontext der Wissensgesellschaft und digitaler Medien
2.1 Politische Bildung im Unterricht
2.1.1 Vermittlung von Wissen
2.1.2 Fachdidaktische Prinzipien und Kompetenzförderung
2.1.3 Organisation von Wissen und Kompetenzen
2.2 Lernen in der Wissensgesellschaft
2.2.1 Entwicklung zur Wissensgesellschaft
2.2.2 Neue Anforderungen an den Lernenden
2.2.3 Konstruktion von Wissen im Unterricht
2.3 Lernen mit digitalen Medien im Politikunterricht
2.3.1 Begriffsbestimmung
2.3.2 Lernförderliche Potentiale
2.3.3 Aktuelle Einstellung und Ausstattung der SchülerInnen und LehrerInnen hinsichtlich digitaler Medien und mobiler Endgeräte
2.3.4 Mobiles Lernen mit digitalen Medien
2.3.5 Implementierung
2.3.6 Wirkung
2.4 Zusammenfassung und aktueller Bezug
3 Das Unterrichtskonzept LdL - “Lernen durch Lehren“
3.1 Genese und Vorläufer von LdL
3.2 Das Konzept LdL nach Martin
3.2.1 Anthropologisches Modell
3.2.1.1 Kontrollfähigkeit, explorative Verhaltensweisen und Problemlösefähigkeit
3.2.1.2 Handlungsmotivation und der Flow-Effekt
3.2.2 Grundbedürfnisse und das System Mensch
3.2.2.1 Bedürfnispyramide
3.2.2.2 Antinomische Bedürfnistendenzen
3.3 Konstruktion von Wissen im Unterricht nach LdL
3.3.1 Netzsensibilität
3.3.2 Die Gehirnmetapher als Wissensnetzwerk
3.4 Zielsetzung von LdL
3.5 Planung und Umsetzung einer LdL-Unterrichteinheit
3.5.1 Thematische Planung und Stundenaufteilung
3.5.1.1 Vorbereitungsphase der Sitzungsleitung
3.5.1.2 Sitzungsverlauf
3.5.2 Rolle der Lehrkraft
3.6 Effekte von LdL
3.7 Schwierigkeiten in der Abgrenzung von LdL
3.8 Zusammenfassung und Ausblick
4 Unterrichtsversuch: Lernen mit digitalen Medien und mobilen Endgeräten im Politikunterricht nach LdL
4.1 Vorüberlegungen zum Unterrichtsversuch
4.1.1 Einführung von LdL
4.1.2 LdL im Kontext des Rahmenlehrplans
4.1.3 Methodische Anmerkungen zur Nutzung von mobilen Endgeräten und Lehrvideos im Unterricht
4.1.4 Bedingungsanalyse
4.1.4.1 Institutionelle Bedingungen
4.1.4.2 Anthropologische Bedingungen
4.1.5 Sachanalyse
4.2 Durchführung des Unterrichtsversuchs
4.2.1 Didaktische Analyse
4.2.1.1 Einbindung in den Rahmenplan
4.2.1.2 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung
4.2.1.3 Didaktische Reduktion
4.2.2 Lernziele
4.2.2.1 Kognitive Lernziele
4.2.2.2 Affektive Lernziele
4.2.2.3 Psychomotorische Lernziele
4.2.3 Unterrichtsverlauf
4.2.3.1 Unterrichtsstunde 1: Einführungsphase
4.2.3.2 Unterrichtsstunde 2: Vorbereitungsphase in Gruppenarbeit
4.2.3.3 Unterrichtsstunde 3: Präsentations- und Auswertungsphase
4.3 Evaluation des Unterrichtsversuchs durch ein Experteninterview
4.3.1 Methodisches Design
4.3.2 Interviewleitfaden und Erkenntnisziele
4.3.3 Befragungssituation
4.3.4 Transkription
4.3.5 Auswertung des Experteninterviews
4.3.5.1 Qualitative Inhaltsanalyse
4.3.5.2 Interpretation
4.3.5.3 Zusammenfassung
5 Reflexion und Diskussion
5.1 Diskussion der Leitfragen
5.2 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, inwieweit das Lehr-Lernkonzept "Lernen durch Lehren" (LdL) nach Jean-Pol Martin in Kombination mit digitalen Medien und mobilen Endgeräten ein geeignetes und zukunftsfähiges Konzept für den Politikunterricht darstellt. Hierzu wurde ein Unterrichtsversuch an einem Berliner Gymnasium durchgeführt, um die Praxistauglichkeit sowie die Bewertung durch Lehrkräfte zu analysieren.
3.2.1.2 Handlungsmotivation und der Flow-Effekt
Um explorative Handlungen beim Lernenden zu fördern, müssen diese Handlungen einen gewissen Wert der Belohnung aufweisen. Martin bezieht sich hier auf Erkenntnisse der Motivationspsychologie im Bereich intrinsische Motivation, welche die Absicht bezeichnet, etwas um seiner selbst willen zu tun. Der Flow-Effekt von Mihály Csíkszentmihályi nimmt hier eine entscheidende Rolle ein. Dieser Effekt beschreibt einen Zustand, der das Gefühl der absoluten Versunkenheit und des Aufgehens in einer Handlung charakterisiert. Jene Handlung weist wiederum ein großes Maß einer möglichen intrinsischen Befriedigung auf. Um bei einer Tätigkeit den Zustand des Flows zu erreichen, muss dem Handelnden die Aktivität Vergnügen bereiten und die volle Konzentration erfordern. Weil die ausgeübte Handlung die gesamte Aufmerksamkeit erfordert, entsteht ein anhaltender Moment der Selbst- und Zeitvergessenheit frei von Sorgen und Ängsten. Der Flow-Zustand erfordert auf der einen Seite das Streben nach Kontrolle und auf der anderen Seite die Erkenntnis, dass die Situation in ihrer Gesamtheit nicht vorhersehbar ist.
Martin stellt mehrere Bedingungen auf, die für das Erzeugen eines solchen Zustandes erforderlich sind: - „[...]die Nähe zu kreativem Entdecken und Explorieren: etwas Neues entwerfen oder entdecken, einen unbekannten Ort oder Bereich erkunden - ein Problem lösen, Anforderungen bewältigen, Schwierigkeiten lösen - Erfahrungen machen, deren Ausgang offen ist und der vom Ausübenden bestimmt werden kann - Hinausgehen über das Erreichte und Bekannte, ein Gefühl der Selbstentgrenzung erleben - das Ausschöpfen der Fähigkeiten, persönliches Können - klare Handlungsanforderungen und eindeutige Rückmeldungen über die Handlung - ein Gefühl der Kontrolle über die Handlung und die Umwelt.“
LdL ist darauf ausgerichtet, diesen Flow-Effekt zu erzeugen. Dabei ist es wichtig, dass die SchülerInnen einem festen Unterrichtsverlauf folgen können, damit sie nicht das Gefühl der Kontrolle verlieren, was die Grundlage für einen möglichen Flow-Zustand bildet.
1 Einleitung: Beschreibt den gesellschaftlichen Wandel zur Wissensgesellschaft und die daraus resultierenden Anforderungen an Schule und politische Bildung.
2 Politische Bildung im Kontext der Wissensgesellschaft und digitaler Medien: Analysiert die Herausforderungen an die politische Bildung durch digitale Medien und die Notwendigkeit neuer Lernsituationen.
3 Das Unterrichtskonzept LdL - “Lernen durch Lehren“: Erläutert die theoretischen Wurzeln, das anthropologische Modell von Martin sowie die Planung und Zielsetzung von LdL.
4 Unterrichtsversuch: Lernen mit digitalen Medien und mobilen Endgeräten im Politikunterricht nach LdL: Dokumentiert die methodische Umsetzung, Durchführung und Evaluation des konkreten Unterrichtsversuchs zum Thema Gleichberechtigung.
5 Reflexion und Diskussion: Synthetisiert die Ergebnisse der Arbeit und diskutiert die Eignung von LdL und digitalen Medien für den Politikunterricht.
Lernen durch Lehren, LdL, Politische Bildung, Digitale Medien, Mobile Endgeräte, Wissensgesellschaft, Unterrichtsversuch, Handlungsorientierung, Flow-Effekt, Netzsensibilität, Kompetenzförderung, Medienkompetenz, Experteninterview, Politikunterricht, Konstruktivismus
Die Arbeit untersucht die Kombination des didaktischen Konzepts "Lernen durch Lehren" (LdL) mit digitalen Medien und mobilen Endgeräten im Politikunterricht.
Zu den Kernbereichen gehören die politische Bildung, die Wissensgesellschaft, die Digitalisierung von Lernprozessen und die methodische Umsetzung von LdL nach Jean-Pol Martin.
Das Hauptziel ist zu klären, ob LdL in Verbindung mit moderner Technologie ein geeignetes Konzept ist, um den Anforderungen des gesellschaftlichen Wandels im Politikunterricht gerecht zu werden.
Der Autor führte eine empirische Untersuchung in Form eines Unterrichtsversuchs an einem Gymnasium durch, ergänzt durch ein leitfadenorientiertes Experteninterview zur Evaluation.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu politischer Bildung und LdL sowie in die praxisorientierte Konzeption, Durchführung und Auswertung der Unterrichtseinheit zum Thema Gleichberechtigung.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Lernen durch Lehren (LdL), Wissensgesellschaft, Digitale Medien, Kompetenzförderung und Handlungsorientierung.
Die Lehrkraft bewertete LdL zwar als sinnvoll für die Vermittlung von Kompetenzen, äußerte jedoch Bedenken hinsichtlich der Arbeitsbelastung für Schüler und möglicher Disziplinprobleme.
Mobile Endgeräte fungierten als Arbeitsinstrumente für die Erstellung von Erklärvideos ("Legetrickfilme"), die es den Schülern ermöglichten, Inhalte selbständig aufzubereiten und zu präsentieren.
BYOD wurde genutzt, um die private Ausstattung der Schüler zu integrieren, da die schulische Infrastruktur allein oft nicht für eine 1:1-Ausstattung ausreichte.
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