Fachbuch, 2020
93 Seiten
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Gang der Arbeit
2 Abgrenzung kleiner und mittlerer Unternehmen
2.1 Einführung in kleine und mittlere Unternehmen
2.2 Quantitative Kriterien
2.3 Qualitative Kriterien
2.4 Definition für den weiteren Verlauf der Arbeit
2.5 Wirtschaftliche Bedeutung von KMU in Deutschland
3 Grundlagen der Unternehmensbewertung
3.1 Wert und Werttheorien in der Unternehmensbewertung
3.2 Entwicklung der Werttheorien in der Unternehmensbewertung
3.3 Bewertungsanlässe
3.4 Dokumentation und Berichterstattung
4 Theoretische Grundlagen ausgewählter Bewertungsverfahren
4.1 Gesamtbewertungsverfahren
4.2 Marktorientierte Verfahren
4.3 Einzelbewertungsverfahren
4.4 Mischverfahren
5 Besonderheiten bei der Bewertung von KMU
5.1 Informationsbeschaffung und Vergangenheitsanalyse
5.2 Prognose zukünftiger Entwicklungen und Wahl des Betafaktors
5.3 Due Diligence
5.4 Auswirkungen der Niedrigzinsphase
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Unternehmensbewertung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) vor dem Hintergrund einer anhaltenden Niedrigzinsphase. Das Ziel ist es, die Anwendbarkeit gängiger Bewertungsverfahren kritisch zu würdigen und praxisnahe Lösungsansätze zu entwickeln, um eine fundierte Wertermittlung trotz mangelnder Datenverfügbarkeit und spezifischer KMU-Besonderheiten zu ermöglichen.
4.1.1.1 Risikoloser Zinssatz
Der risikolose Zinssatz (rf) stellt den ersten Teil der Gleichung zur Ermittlung der erwarteten Rendite (µi) des zu untersuchenden Wertpapiers (i) dar. Sollte der Betafaktor oder die Marktrisikoprämie (Term innerhalb der Klammer), also die Subtraktion von erwarteter Rendite des Wertpapiers und dem risikolosen Zinssatz, 0 ergeben, wird der komplette 2. Summand, der sogenannte Risikozuschlag oder die sogenannte Marktrisikoprämie, 0 und somit verbleibt der risikolose Zins als erwartete Rendite für das Wertpapierportfolio. Der risikolose Zinssatz wird auch als Basiszinssatz oder Spot Rate bezeichnet. Dieser dient innerhalb des CAPM dazu, die Rendite einer risikolosen Kapitalanlage, die als Alternative zur risikobehafteten Kapitalanlage im Bewertungszeitpunkt verfügbar ist, darzustellen. Der risikolose Zinssatz muss frei sein von jeglichen Währungs-, Termin- oder Ausfallrisiken. Die früher in der Wissenschaft vertretene Auffassung, dass historische risikolose Zinssätze für Zwecke der Unternehmensbewertung zu verwenden sind, führt nach heutiger Auffassung zu Bewertungsfehlern, da ausschließlich im Bewertungszeitpunkt existierende Alternativrenditen betrachtet werden dürfen.
Es können verschiedene Daten für die Ermittlung des Basiszins in Frage kommen, wie die Bildung von Durchschnittswerten historischer Renditen von Staatsanleihen, die am Bewertungsstichtag gültige Rendite für Staatsanleihen oder Zinssätze von sogenannten Nullkuponanleihen (Spot Rates). Bei einer Nullkuponanleihe handelt es sich um Anleihe, bei der während der Laufzeit keine jährlichen Zinszahlungen fällig werden, sondern diese zusammen mit Zinseszins und Tilgungsbetrag am Ende der Laufzeit ausgezahlt werden. Unterscheiden lassen sich zwei Varianten der Nullkuponanleihe, zum Einen die Abzinsungsvariante, bei der der Ausgabekurs unter pari liegt und der Rückzahlungskurs 100% beträgt und zum Anderen die Aufzinsungsvariante, bei der die Nullkuponanleihe zu einem Kurs von 100% ausgegeben wird und die zuzüglich Zins und Zinseszins am Ende der Laufzeit zurückgezahlt wird.
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Problem der Unternehmensbewertung bei KMU, skizziert das Ziel der Arbeit und erläutert den Gang der Untersuchung.
2 Abgrenzung kleiner und mittlerer Unternehmen: Dieses Kapitel erörtert quantitative und qualitative Kriterien zur Definition von KMU und analysiert deren wirtschaftliche Bedeutung.
3 Grundlagen der Unternehmensbewertung: Hier werden die Werttheorien, verschiedene Bewertungsanlässe sowie die Anforderungen an Dokumentation und Berichterstattung bei Unternehmensbewertungen dargestellt.
4 Theoretische Grundlagen ausgewählter Bewertungsverfahren: Das Kapitel bietet einen Überblick über gängige Verfahren, insbesondere Ertragswert- und DCF-Methoden, sowie deren theoretische Herleitung.
5 Besonderheiten bei der Bewertung von KMU: Der Hauptteil setzt sich mit den spezifischen Problemen bei der KMU-Bewertung auseinander, wie Datenverfügbarkeit und der Einfluss der Niedrigzinsphase.
6 Fazit und Ausblick: Abschließend werden die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst und Potenziale für weiterführende Forschungsarbeiten aufgezeigt.
Unternehmensbewertung, KMU, Ertragswertverfahren, DCF-Verfahren, Marktrisikoprämie, risikoloser Zinssatz, Niedrigzinsphase, Due Diligence, Kapitalisierung, Mittelstand, Unternehmensnachfolge, Betafaktor, Kapitalkosten, Finanzanalyse, Bewertungspraxis
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Unternehmensbewertung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und untersucht, wie die Besonderheiten dieser Unternehmensgruppe und die aktuelle Niedrigzinsphase die Bewertung beeinflussen.
Zentrale Themen sind die Definition von KMU, die theoretischen Bewertungskonzepte, gängige Bewertungsverfahren (wie Ertragswert- und DCF-Methoden) sowie die spezifischen Herausforderungen bei KMU-Transaktionen und die Analyse von Marktrisikoprämien.
Das Ziel ist es, die Anwendbarkeit etablierter Bewertungsverfahren bei KMU kritisch zu hinterfragen und Handlungsempfehlungen zu geben, insbesondere unter Berücksichtigung der anhaltenden Niedrigzinsphase.
Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse zu bestehenden Bewertungstheorien mit einer empirischen Untersuchung zur Entwicklung von Marktrisikoprämien und risikofreien Zinssätzen unter Verwendung von Kapitalmarktdaten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen der Verfahren und die detaillierte Auseinandersetzung mit der Bewertungspraxis bei KMU, inklusive Informationsbeschaffung, Prognose, Due Diligence und Zinssatzproblematik.
Die wichtigsten Begriffe sind Unternehmensbewertung, KMU, Ertragswertverfahren, DCF-Verfahren, Kapitalkosten, Marktrisikoprämie und Niedrigzinsphase.
Da der Kapitalisierungszinssatz zur Diskontierung zukünftiger Erträge genutzt wird, beeinflusst ein sehr niedriges Zinsniveau den Unternehmenswert massiv; die Arbeit prüft daher, ob historische Prämien unter den heutigen Bedingungen noch zeitgemäß sind.
Die Due Diligence ist essenziell, um Informationsasymmetrien zwischen Käufer und Verkäufer bei KMU abzubauen, Risiken einzuschätzen und die Grundlage für faire Kaufpreisverhandlungen zu schaffen.
Bei KMU fehlen oft detaillierte Planungsrechnungen, geprüfte Jahresabschlüsse oder öffentlich verfügbare Marktdaten, was die Anwendung standardisierter Bewertungsmodelle erheblich erschwert.
Der Autor hinterfragt, ob die auf alten empirischen Studien basierenden Bandbreiten in einem Niedrigzinsumfeld noch angemessen sind und ob eine Anpassung der Annahmen nach oben geboten ist.
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