Bachelorarbeit, 2018
54 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Unternehmensanleihe als Fremdfinanzierungsinstrument
2.1. Definition der Begriffe „Anleihe“ und „Unternehmensanleihe“
2.2. Der Markt für Unternehmensanleihen
2.3. Die Emission von Unternehmensanleihen
3. Risikobepreisung einer Unternehmensanleihe mittels Credit Spread und Credit Default Swap
3.1. Definition des Credit Spreads und verschiedene Formen
3.2. Determinanten des Credit Spreads
3.3. Credit Default Swap als Alternative zur Risikobepreisung
4. Bonitätsbeurteilung von Unternehmensanleihen durch Ratingagenturen
4.1. Definition des Begriffes „Rating“ und „Credit Rating“
4.2. Die Bedeutung der großen Ratingagenturen sowie des Ratings für Unternehmen
4.3. Unterschiedliche Ratingarten
4.4. Der Ratingprozess
4.5. Ratingkriterien
4.6. Die Ratingskala
4.7. Der Informationswert von Ratings und Kapitalmarkteffizienz
5. Länderrisiken
5.1. Erläuterung des Begriffs „Länderrating“
5.2. Arten von Länderrisiken
5.3. Das Sovereign Ceiling-Prinzip der Ratingagenturen
6. Eigene Empirische Untersuchung
6.1. Darstellung der Datenbasis
6.2. Charakterisierung der zugrundeliegenden Unternehmen
6.3. Darstellung des Untersuchungsdesigns
6.3.1. Stationarisierung der Zeitreihen
6.3.2. Methodik der linearen Regressionsanalyse
6.3.3. Beschreibung der Kovarianz, des Korrelationskoeffizienten und des Determinationskoeffizienten
6.3.4. Strukturbruchanalyse mittels Chow-Test
7. Ergebnis der empirischen Untersuchung
7.1. Darstellung der ermittelten Ergebnisse
7.2. Vergleich der Ergebnisse der Telecom Italia S.p.A. und Italiens
7.3. Vergleich der Ergebnisse Italiens und der USA
7.4. Kritische Würdigung der Untersuchung
8. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss von Länderratings auf die Refinanzierungskosten beziehungsweise die Risikoprämie von Unternehmen zu untersuchen. Dabei wird der Hypothese nachgegangen, ob eine Ratingmigration eines Landes aufgrund einer Veränderung des Länderrisikos Auswirkungen auf das Rating eines Unternehmens und damit auf dessen Refinanzierungskosten am Kapitalmarkt hat.
4.4. Der Ratingprozess
Der Ratingprozess unterscheidet sich bei den verschiedenen Ratingagenturen kaum. Aufgrund der Ähnlichkeit des Ratingprozesses wird dieser lediglich kurz anhand des Verfahrens bei Standard & Poor‘s dargestellt werden. Bei Standard & Poor’s wird nach der Mandatierung ein Analystenteam gebildet, welches sowohl über Branchenkenntnisse, als auch über Kenntnisse des Unternehmensumfeldes verfügt. Das Analystenteam bereitet zunächst die öffentlich zugänglichen Informationen vor, welche anschließend in einem Treffen mit dem Management des Unternehmens um die unternehmensinternen Daten ergänzt werden. Danach werden sämtliche Informationen für das Ratingkomitee zusammengefasst, welches dann das Rating des Unternehmens festlegt. Vom Zeitpunkt der Mandatierung bis hin zu der abschließenden Entscheidung können bis zu 90 Tage vergehen. Aufgrund der Komplexität und der vielen zu berücksichtigen Kriterien ist der Ratingprozess kein einmaliges Verfahren, sondern ein fortlaufender Prozess, der regelmäßigen Überprüfungen unterliegt. Dies ist erforderlich, da jederzeit Ereignisse eintreten können, die die Analysten nicht vorhersehen konnten und einen maßgeblichen Einfluss auf die Bonität des Unternehmens haben können. In solchen Fällen wird das Rating angepasst. Verschlechtert sich die Bonität, nimmt die Ratingagentur ein Downgrade vor, stuft das Unternehmen also herab.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Unternehmensanleihen als Finanzierungsinstrument und führt in die zentrale Forschungsfrage ein, wie Länderratings die Risikoprämie von Unternehmen beeinflussen.
2. Unternehmensanleihe als Fremdfinanzierungsinstrument: Dieses Kapitel definiert Unternehmensanleihen und erläutert den Markt sowie die verschiedenen Emissionsverfahren.
3. Risikobepreisung einer Unternehmensanleihe mittels Credit Spread und Credit Default Swap: Hier werden die Grundlagen der Risikobepreisung sowie die Rolle von Credit Spreads und Credit Default Swaps als Indikatoren für das Ausfallrisiko beschrieben.
4. Bonitätsbeurteilung von Unternehmensanleihen durch Ratingagenturen: Das Kapitel behandelt die Arbeitsweise, den Ratingprozess und die Kriterien, nach denen Ratingagenturen die Bonität von Unternehmen bewerten.
5. Länderrisiken: Es wird definiert, was Länderrisiken sind, wie sie sich zusammensetzen und welches Prinzip die Ratingagenturen (Sovereign Ceiling) bei der Beurteilung anwenden.
6. Eigene Empirische Untersuchung: Dieser Abschnitt beschreibt das Untersuchungsdesign, die Datenbasis sowie die statistischen Methoden (Regression, Chow-Test) zur Quantifizierung der Abhängigkeiten.
7. Ergebnis der empirischen Untersuchung: Die Ergebnisse werden dargestellt, interpretiert und anhand von Fallbeispielen sowie Vergleichen zwischen verschiedenen Ländern und Unternehmen kritisch gewürdigt.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und resümiert, dass zwar eine lineare Abhängigkeit nachgewiesen werden konnte, ein quantifizierbarer direkter Einfluss des Länderratings jedoch nicht belegt wurde.
Länderrating, Unternehmensanleihe, Risikoprämie, Credit Spread, Credit Default Swap, Ratingagentur, Sovereign Ceiling, Bonität, Refinanzierungskosten, Unternehmensrating, Regressionsanalyse, Strukturbruchanalyse, Kapitalmarkt, Finanzkrise, Länderrisiko
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Kreditwürdigkeit eines Landes (Länderrating) und den Refinanzierungskosten von Unternehmen, die in diesem Land ansässig sind.
Die zentralen Themen sind die Finanzierung über Anleihen, die Mechanismen der Risikobepreisung mittels Credit Default Swaps sowie die methodische Bonitätsbeurteilung durch Ratingagenturen unter Berücksichtigung von Länderrisiken.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob Veränderungen im Länderrating einen messbaren Einfluss auf die Risikoprämien und damit die Refinanzierungskosten von Unternehmen haben.
Die Autorin verwendet eine lineare Regressionsanalyse zur Ermittlung von Korrelationen sowie eine Strukturbruchanalyse (Chow-Test) zur Untersuchung der Auswirkungen von Ratingereignissen auf die Zeitreihen der Credit Default Swaps.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Abschnitt über Anleihen und Ratings sowie einen empirischen Teil, der Daten von zwei italienischen und zwei amerikanischen Unternehmen nutzt, um das Verhältnis zu ihren jeweiligen Länderratings zu prüfen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Credit Default Swap (CDS), Sovereign Ceiling, Länderrisiko, Bonitätsbeurteilung und Refinanzierungskosten.
CDS wurden gewählt, da sie das Ausfallrisiko direkt abbilden und im Gegensatz zu Credit Spreads ohne komplexe Berechnungen aus Börseninformationssystemen abgerufen werden können.
Die Autorin vermutet, dass dies an der halbstarken Informationseffizienz der Märkte liegen könnte, bei der Kursanpassungen bereits vor den offiziellen Ratingveränderungen stattfinden, was eine punktuelle Strukturbruchanalyse erschwert.
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