Bachelorarbeit, 2019
60 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Relevanz des Themas
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Der klassische Controllingbegriff
2.2 Anforderungen an Controller
2.3 Das verhaltensorientierte Controlling
2.4 Entwicklungsgeschichte und aktueller Stand der Literatur
3 Rationalität und Menschenbilder: Theoretische Grundlagen
3.1 Der Homo Oeconomicus und die ökonomische Rationalität
3.2 Die Prinzipal-Agent-Theorie
3.3 Der Homo Organisans und die begrenzte Rationalität
4 Ursachen für Fehler im Entscheidungsprozess
4.1 Definition und Bedeutung für das Controlling
4.2 Emotionale Effekte
4.3 Kognitive Effekte
4.3.1 Heuristiken
4.3.2 Biases
4.3.3 Die Prospect-Theorie
4.4 Verhaltensbezogene Effekte
4.5 Kritik am Heuristics-and-Biasses-Programm
4.6 Smarte Heuristiken
5 Beispiele aus der Praxis
5.1 Investitions- und Projektcontrolling
5.2 Management Reporting
5.3 Steuerung mit Kennzahlen
6 Handlungsempfehlungen für das Controlling
7 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Integration verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse in das Controlling, um die Entscheidungsqualität im Management zu verbessern und systematische Fehlentscheidungen durch kognitive Verzerrungen zu minimieren.
4.3.3 Die Prospect-Theorie
Kahneman und Tversky entwickelten 1979 die „Neue Erwartungsnutzentheorie“ (Prospect-Theorie), welche im Jahre 2002 mit dem Nobelpreis honoriert wurde. Dabei handelt es sich um eine nach psychologischen Aspekten realitätsnähere Alternative zur Erwartungsnutzentheorie. Sie beschreiben mit dieser Theorie die Entscheidungsfindung unter Unsicherheit und widersprechen der Annahme, dass Menschen immer jene Alternative wählen, welche ihnen den größten Nutzen bringt. Während die Erwartungsnutzentheorie streng am Modell des Homo Oeconomicus festhält, berücksichtig die Prospect-Theorie auch kognitive Verzerrungen, welche das menschliche Verhalten – insbesondere unter Unsicherheit – beeinflussen. Das nachfolgende Schaubild soll das Modell der Prospect-Theorie veranschaulichen.
Die Kernaussage dieser Theorie besteht darin, dass Menschen nicht nach absoluten Werten entscheiden. Vielmehr besitzen sie einen individuellen Referenzpunkt und betrachten mögliche Gewinne und Verluste in Relation zu diesem. Ergebnisveränderungen werden relativ zum Referenzpunkt betrachtet, anstatt von Absolutwerten auszugehen. Daher kommt auch der s-förmige Kurvenverlauf, welcher die abnehmende Empfindlichkeit für Gewinne bzw. Verluste des Entscheiders darstellt. Gewinne und Verluste werden nicht als absolute Werte betrachtet, sondern stets ins Verhältnis zum Referenzpunkt gesetzt.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in das verhaltensorientierte Controlling ein und begründet die Notwendigkeit, menschliche Entscheidungsprozesse jenseits rein rationaler Modelle zu analysieren.
2 Theoretische Grundlagen: Es werden der Controllingbegriff, das Anforderungsprofil von Controllern sowie die theoretischen Ursprünge des verhaltensorientierten Controllings erläutert.
3 Rationalität und Menschenbilder: Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel kontrastiert den rationalen Homo Oeconomicus mit dem Modell des Homo Organisans und stellt ergänzende Theorien wie die Prinzipal-Agent-Theorie vor.
4 Ursachen für Fehler im Entscheidungsprozess: Eine tiefgehende Analyse von Heuristiken, Biases, emotionalen Einflüssen und der Prospect-Theorie bildet das psychologische Kernstück der Arbeit.
5 Beispiele aus der Praxis: Die erarbeiteten Theorien werden auf das Investitions- und Projektcontrolling, das Management Reporting und die Steuerung durch Kennzahlen angewendet.
6 Handlungsempfehlungen für das Controlling: Das Kapitel liefert konkrete Strategien und Debiasing-Techniken für Controller zur Identifikation und Minderung von Entscheidungsfehlern.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit resümiert die Bedeutung verhaltenswissenschaftlicher Ansätze für die zukünftige Gestaltung eines ganzheitlichen Controllings.
Verhaltensorientiertes Controlling, Behavioral Controlling, Entscheidungsqualität, Homo Oeconomicus, Begrenzte Rationalität, Heuristiken, Biases, Prospect-Theorie, Investitionscontrolling, Management Reporting, Kennzahlen, Entscheidungsfindung, Debiasing, kognitive Verzerrungen, Bestätigungsirrtum.
Die Arbeit untersucht, wie psychologische Erkenntnisse und Verhaltenswissenschaften in das Controlling integriert werden können, um die Qualität von Managemententscheidungen zu steigern.
Zentral sind die Untersuchung von Rationalitätsdefiziten, der Einfluss von Emotionen und Kognition auf das Urteilsvermögen sowie die Gestaltung von Controllingprozessen unter Einbeziehung menschlicher Verhaltensweisen.
Das Ziel ist es, ein Bewusstsein für die negativen Auswirkungen von Entscheidungsphänomenen zu schaffen und Lösungsansätze (Debiasing) zu entwickeln, um künftige Fehlentscheidungen in Unternehmen zu vermeiden.
Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Literaturanalyse, die Konzepte aus der Verhaltensökonomie und dem Controlling zusammenführt, um Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.
Der Hauptteil widmet sich der Gegenüberstellung klassischer Ökonomie-Modelle mit verhaltensorientierten Ansätzen, der detaillierten Analyse von Heuristiken und Biases sowie der Anwendung dieser Erkenntnisse auf spezifische Controlling-Aufgaben wie das Investitionscontrolling.
Wesentliche Begriffe sind Behavioral Controlling, kognitive Verzerrungen (Biases), begrenzte Rationalität, Prospect-Theorie und Debiasing-Techniken.
Während klassische Ansätze von einem allwissenden, rationalen "Homo Oeconomicus" ausgehen, erkennt das verhaltensorientierte Controlling die natürlichen kognitiven Beschränkungen und emotionalen Einflüsse von Menschen bei der Entscheidungsfindung an.
Der Controller agiert zunehmend als Berater, der durch den gezielten Einsatz von Debiasing-Techniken (z.B. Checklisten oder moderierte Diskussionen) das Management dabei unterstützt, systematische Denkfehler zu erkennen und zu korrigieren.
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