Bachelorarbeit, 2018
39 Seiten, Note: 2,0
1. Am Ende einer Odyssee?
2. Die neoklassische Wirtschaftslehre
2.1. Zentrale Annahmen der neoklassischen Wirtschaftslehre
2.2 Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik
2.3 Angebotsorientierte Finanzpolitik
2.4 Angebotsorientierte Steuerpolitik
2.5 Angebotsorientierte Arbeitsmarktpolitik
2.6 Angebotsorientierte Regulierungs- und Wettbewerbspolitik
3. Der Weg in die Krise
4. Erstes wirtschaftliches Anpassungsprogramm
4.1 Maßnahmen und Umsetzung
4.2 Bewertung
5. Zweites wirtschaftliches Anpassungsprogramm
5.1 Maßnahmen und Umsetzung
5.2 Politische Instabilität
5.3 Bewertung
6. Drittes wirtschaftliches Anpassungsprogramm
6.1 Maßnahmen und Umsetzung
6.2 Bewertung
7. Bewertung anhand ökonomischer Indikatoren
8. Kritik und Ausblick
9. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht aus einer neoklassischen Perspektive die Wirksamkeit der drei griechischen wirtschaftlichen Anpassungsprogramme zwischen 2010 und 2018. Ziel ist es, zu analysieren, ob durch diese Maßnahmen Verbesserungen in ökonomischen Kernbereichen erzielt wurden, welche Faktoren zum Erfolg oder Misserfolg einzelner Reformen beitrugen und inwieweit das Land den Weg in eine tragfähige wirtschaftliche Zukunft gefunden hat.
2.1. Zentrale Annahmen der neoklassischen Wirtschaftslehre
Im Zentrum der neoklassischen Theorie stehen freiwillig und rational handelnde Wirtschaftssubjekte mit individuellen Präferenzen. Diese wählen unter allen möglichen Handlungsalternativen stets diejenige aus, die ihnen einen maximalen Nutzen garantiert. Unternehmen wollen dabei ihren Gewinn und Haushalte ihren privaten Nutzen maximieren. (vgl. Kirchgässner 2007: 12 f.) Zur Entscheidungsfindung nutzen die Wirtschaftssubjekte dabei alle ihnen zur Verfügung stehenden Informationen. (vgl. Nakhaeizadeh 1989: 8 f.) Das gesamte Wirtschaftsgeschehen basiert aus neoklassischer Sicht auf diesen individuellen Optimierungsentscheidungen:
„Die Neoklassik modifizierte Ende des 19. Jahrhunderts die klassische Nationalökonomie. Ihr gelang es, eine Theorie der individuellen Entscheidung zu entwickeln und so eine Verbindung zwischen dem individuellen Verhalten des Einzelnen und der Organisation der gesamten Gesellschaft herzustellen.“ (Zunic 2016: 5)
Wichtig zur Bestimmung des Nutzens ist die Grenznutzentheorie. Sie beschreibt die zusätzliche Bedürfnisbefriedigung, den sogenannten Grenznutzen, den ein Wirtschaftssubjekt aus dem Erwerb oder Verbrauch einer zusätzlichen Einheit eines Gutes zieht. Dieser nimmt in der Regel mit zunehmender Menge immer weiter ab. Ein Beispiel hierfür sind die Mobiltelefone. Während das erste Mobiltelefon jemandem einen großen Nutzen spendet, ist dieser bei einem zweiten bereits deutlich geringer. Je mehr Mobiltelefone ein Mensch besitzt desto geringer ist der Nutzen, den er aus einem zusätzlichen Gerät ziehen kann. (vgl. Foldvary/Doering 2000: 152) (vgl. Hohlstein 2009: 315 f.)
Ein weiterer Kernaspekt der Neoklassik ist die Theorie des allgemeinen Gleichgewichts. (vgl. Vilks 1991: 2) So wird eine grundsätzlichen Funktionsfähigkeit und Stabilität marktwirtschaftlicher Systeme angenommen. Demnach herrscht also auf allen Märkten zu jeder Zeit ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, das die Preise aller Konsumgüter und Produktionsfaktoren definiert. Denn das Saysche-Theorem besagt, dass jedes Angebot auch eine entsprechende Nachfrage erzeugt. Unternehmer produzieren in dem Moment, in dem sie eine Nachfrage antizipieren, auch wenn diese praktisch noch nicht vorhanden ist.
1. Am Ende einer Odyssee?: Einleitung in die griechische Schuldenkrise und Vorstellung der Forschungsfrage unter Anwendung der neoklassischen Theorie.
2. Die neoklassische Wirtschaftslehre: Darstellung der theoretischen Grundlagen der Neoklassik, einschließlich der Angebotsorientierung in Finanz-, Steuer- und Arbeitsmarktpolitik.
3. Der Weg in die Krise: Analyse der strukturellen Defizite und der wirtschaftlichen Fehlentwicklungen Griechenlands vor und während des Beitritts zur Eurozone.
4. Erstes wirtschaftliches Anpassungsprogramm: Untersuchung der Notfallmaßnahmen zur Haushaltsstabilisierung und der ersten strukturellen Reformversuche ab 2010.
5. Zweites wirtschaftliches Anpassungsprogramm: Diskussion der verschärften Reformauflagen, politischer Instabilität und deren negativer Auswirkungen auf das Investitionsklima.
6. Drittes wirtschaftliches Anpassungsprogramm: Betrachtung des letzten Reformpakets mit Fokus auf konsequente Umsetzung und Fortführung der wettbewerbsfördernden Maßnahmen.
7. Bewertung anhand ökonomischer Indikatoren: Empirische Analyse der Wirksamkeit der Reformen anhand von Kennzahlen wie BIP, Staatsverschuldung und Arbeitslosenquote.
8. Kritik und Ausblick: Diskussion der langfristigen Herausforderungen und der politischen Ungewissheiten für die griechische Wirtschaftsplanung.
9. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Reformprogramme unter neoklassischen Gesichtspunkten.
Griechenland, Staatsschuldenkrise, Neoklassik, Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik, Anpassungsprogramme, Wettbewerbsfähigkeit, Strukturreformen, Haushaltspolitik, Arbeitsmarkt, Staatsverschuldung, Fiskalpolitik, Privatisierung, Reformen, Wirtschaftswachstum, Institutionen.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen und den Erfolg der drei griechischen wirtschaftlichen Anpassungsprogramme, die zwischen 2010 und 2018 unter Beteiligung internationaler Geldgeber durchgeführt wurden.
Die Schwerpunkte liegen auf der finanzpolitischen Sanierung, der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes sowie der Liberalisierung der Gütermärkte und der Privatisierung staatlicher Unternehmen.
Das primäre Ziel ist zu prüfen, ob die angewandten Maßnahmen – unter der theoretischen Brille der Neoklassik – zu einer ökonomischen Verbesserung und einer Rückkehr zur Tragfähigkeit der griechischen Staatsfinanzen geführt haben.
Die Untersuchung basiert auf einer rein neoklassischen wirtschaftswissenschaftlichen Perspektive, welche als Analyseinstrument genutzt wird, um die staatlichen Eingriffe und deren Effekte zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse des Weges in die Krise und eine detaillierte, chronologische Betrachtung der drei Anpassungsprogramme inklusive einer abschließenden Bewertung anhand ökonomischer Indikatoren.
Zentrale Begriffe sind Griechenland-Krise, neoklassische Wirtschaftspolitik, Strukturreformen, Angebotsorientierung, Fiskalpolitik und Wettbewerbsfähigkeit.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass politische Unsicherheiten, insbesondere in den Jahren 2012 und 2015, die Reformwirkung stark beeinträchtigt und das Vertrauen der Wirtschaftssubjekte nachhaltig geschädigt haben.
Obwohl Privatisierungen aus neoklassischer Sicht zur Effizienzsteigerung beitragen sollten, kritisiert der Autor die häufigen Verzögerungen und die nur lückenhafte Umsetzung, wodurch viel Potenzial ungenutzt blieb.
Das Laffer-Theorem wird verwendet, um die Gefahr zu illustrieren, dass Griechenland mit einer zu hohen Steuerbelastung den Punkt des optimalen Steueraufkommens überschreitet und damit das Wirtschaftswachstum und die formelle Wirtschaftstätigkeit bremst.
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