Bachelorarbeit, 2011
64 Seiten, Note: 1,3
1. Betriebliche Gesundheitsförderung
1.1 Luxemburger Deklaration
1.2 Europäisches Netzwerk für BGF
1.3 Prinzipien
1.4 Nutzen und Vorteile
1.5 Rechtliche Grundlagen
2. Allgemeines zum Berufsfeld der Erzieher/innen
2.1 Das Berufsbild der Erzieher/innen
2.2 Belastungen
2.2.1 Arbeitsaufgaben und organisatorische Belastungen
2.2.2 Arbeitsumwelt und -mittel
2.2.3 körperliche Anforderungen
2.2.4 psychische Belastungen
2.3 Methodik der empirischen Studie und Aufstellen der Hypothesen
3. Kindertagesstätte xy
3.1 Betriebliche Rahmendaten
3.2 Auswertung der Fragebögen
3.2.1 Gesundheitsbewusstsein
3.2.1.1 Umgang mit Gesundheit und Krankheit
3.2.1.2 Ernährungsverhalten
3.2.1.3 Risikoverhalten
3.2.2 Gesundheitliche Belastungen
3.2.2.1 physische Belastungen
3.2.2.2 psychische Belastungen
3.2.3 Beschwerden
3.2.4 Räumlichkeiten
3.2.5 Ressourcen
4. Interventionsmaßnahmen
4.1 Verhaltensprävention
4.2 Verhältnisprävention
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die betrieblichen Rahmenbedingungen und gesundheitlichen Belastungen des pädagogischen Personals in einer Kindertagesstätte im Raum Mecklenburg-Vorpommern. Ziel ist es, durch eine empirische Erhebung mittels Mitarbeiterbefragung und Experteninterviews den derzeitigen Gesundheitszustand zu ermitteln und konkrete Ansätze für betriebliche Gesundheitsförderungsmaßnahmen aufzuzeigen, um die Arbeitsqualität und das Wohlbefinden zu verbessern.
2.2.4 psychische Belastungen
Viel weniger sichtbar, dafür aber umso gravierender sind die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz Kita.
In der betrieblichen Praxis herrscht eine verbreitete Unkenntnis darüber, was der Begriff psychische Belastungen im Arbeitskontext überhaupt bedeutet. Die Norm DIN EN ISO 10075 definiert für alle im Arbeitsschutz Handelnden verbindlich, was unter psychischen Belastungen zu verstehen ist. Sie differiert zwischen psychischen Arbeitsbelastungen und –beanspruchungen, wobei unter Arbeitsbelastungen die Faktoren gemeint sind, die auf den Menschen einwirken. Hingegen stellen die psychischen Beanspruchungen die direkten Folgen dieses arbeitsbedingten Einflusses dar, sprich die kurzfristigen Folgen der Belastungen für Körper und Psyche.
Die Ursachen sind sehr komplex, wobei die steigende Arbeitsdichte und der zunehmende Einstieg in anspruchsvollere Arbeitsprozesse großen Einfluss haben. Die professionelle Arbeit mit Menschen führt grundsätzlich zu einer erschwerten Abgrenzung zwischen beruflichen Angelegenheiten und Privatleben. Durch den energetisch hohen Aufwand für die Arbeit mit schwierigen Kindern, geringe Anerkennung im Arbeitsalltag und letztlich durch das Mitleiden mit den Kindern ist es schwierig, nach Dienstende abzuschalten. Kita-spezifische Stressoren sind zudem Gefährdungssituationen und gleichzeitige Ansprüche mehrerer Kinder an einzelne Erzieherinnen. Darüber hinaus werden Erzieherinnen zunehmend mit Problemen in den Familien konfrontiert, wobei sich hier oftmals nicht angemessen verhalten werden kann, da gewisse Kompetenzen diesbezüglich fehlen. Auch Konflikte mit Eltern, sei es um pädagogische oder ernährungswissenschaftliche Themen bzw. Desinteresse seitens der Erziehungsberechtigten der Kinder, erschwert eine Kooperation mit der Kita. Dies wiederum belastet die Erzieher/innen zusätzlich. Psychische Erkrankungen sind meistens Ergebnisse langfristiger Prozesse. Gedankliche und emotionale Anforderungen sind während der Arbeit und in der Freizeit immer präsent. Erscheinungsformen und Symptome dieser Erkrankungen sind abwechslungsreich und leider diagnostisch schwer zu fassen. Zudem wird dieses Problem im sozialen Umfeld häufig nicht verstanden, was sich nachteilig auf die Betroffenen auswirkt.
1. Betriebliche Gesundheitsförderung: Einführung in die Definitionen und rechtlichen Grundlagen der Gesundheitsförderung, basierend auf der Ottawa-Charta und dem Präventionsgedanken der Krankenkassen.
2. Allgemeines zum Berufsfeld der Erzieher/innen: Erläuterung des Berufsbildes sowie eine systematische Darstellung der physischen und psychischen Belastungsfaktoren bei der Arbeit in Kindertagesstätten.
3. Kindertagesstätte xy: Detaillierte Darstellung der betrieblichen Rahmendaten und empirische Auswertung der Mitarbeiterbefragungen bezüglich Gesundheitsverhalten, Belastungen und Ressourcen.
4. Interventionsmaßnahmen: Entwicklung von Strategien zur Verhaltens- und Verhältnisprävention sowie Vorschläge zur Umsetzung von Maßnahmen wie dem Gesundheitszirkel.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Beantwortung der zentralen Forschungsfrage zur gesundheitlichen Situation im untersuchten Betrieb.
Betriebliche Gesundheitsförderung, BGF, Erzieherinnen, Kindertagesstätte, Gesundheit, Arbeitsbelastung, Prävention, Arbeitsumwelt, psychische Belastungen, Gesundheitszirkel, Betriebsklima, Mitarbeiterbefragung, Wohlbefinden, Ressourcen, Stressmanagement
Die Arbeit untersucht die gesundheitliche Situation von pädagogischem Personal in einer Kindertagesstätte unter dem Aspekt der betrieblichen Gesundheitsförderung.
Die zentralen Felder umfassen physische Belastungen (z.B. Lärm, Körperhaltung), psychische Anforderungen (z.B. Verantwortungsdruck) sowie die vorhandenen Ressourcen im Arbeitsalltag.
Das primäre Ziel ist es, arbeitsbedingte Belastungen aufzuzeigen und auf Basis der Daten Interventionsvorschläge zu formulieren, um das Wohlbefinden der Mitarbeiter nachhaltig zu sichern.
Es wurde ein qualitativ-quantitativer Forschungsansatz gewählt, der auf einer Mitarbeiterbefragung via Fragebogen sowie einem Experteninterview mit der Kita-Leitung basiert.
Der Hauptteil analysiert detailliert die empirischen Ergebnisse zu Gesundheitsbewusstsein, spezifischen Belastungsfaktoren und den im Betrieb vorhandenen sozialen und arbeitsbezogenen Ressourcen.
Die Arbeit lässt sich am besten über die Begriffe Betriebliche Gesundheitsförderung, Prävention, Arbeitsplatzgestaltung, psychische Gesundheit und Erzieherberuf definieren.
Die Studie belegt statistisch, dass mit zunehmendem Alter bei den befragten Erzieherinnen eine signifikant höhere Belastung durch körperliche Tätigkeiten wie Heben und Tragen sowie vermehrt Rückenbeschwerden auftreten.
Die Mehrheit der befragten Mitarbeiterinnen nimmt die Unterstützung durch Kollegen und Vorgesetzte als positiv wahr, was maßgeblich zum guten Betriebsklima und der hohen Arbeitszufriedenheit beiträgt.
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