Masterarbeit, 2019
93 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung: Ziel und Methodik der Arbeit
2. Das Herzogtum Nassau
2.1. Lage und Größe
2.2. Wirtschaft und Sozialstruktur
2.3. Geschichtliche Entwicklung
3. Untersuchungsgrundlage: „Kollektive Identität“ nach W. Bergem
4. Untersuchung zur nassauischen Identitätsfindung und -stiftung
4.1. Bäderwesen, Baupolitik und Tourismus
4.2. Geschichts- und Erinnerungspolitik
5. Gruppenspezifische Auswertung der Untersuchung
5.1. Herzogliche und regierungsseitige Identitätsstiftung
5.2. Bürgerlich-liberale Identitätsansätze
5.3. „Nassauische Identität“ der einfachen Landbevölkerung?
6. Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht am Beispiel des Herzogtums Nassau (1806–1866), wie in einem historisch heterogenen Mittelstaat kollektive Identität konstruiert wurde. Im Fokus steht die Frage, durch welche Akteure, Zeichensetzungen und Strategien verschiedene Interessengruppen versuchten, eine unverwechselbare Identität für das Land zu entwickeln und dabei staatliche Legitimation zu sichern oder zu hinterfragen.
4.1. Bäderwesen, Baupolitik und Tourismus
Dieses hymnische Gedicht Aloys Henningers zeigt exemplarisch den hohen Stellenwert des Brunnenwesens für das nassauische Selbstbild, denn das Land war zwar rohstoffarm, aber quellen- und bäderreich: Nassau besaß „auf seinem kleinen Territorium bei weitem mehr Mineralquellen und Heilbäder als alle anderen deutschen Staaten (ca. 60 Quellenorte mit über 200 Einzelquellen).“ Damit waren Quellen und Bäder sowohl ein nach innen und außen wirkendes Alleinstellungsmerkmal des Landes als auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Entsprechend war die Förderung der Bäder von Gründung des Herzogtums Nassau an Staatssache: Alle nassauischen Kurbetriebe wurden der Aufsicht von herzoglichen Badekommissaren mit polizeilichen Befugnissen unterstellt.
Auch die Förderung der Mineralquellen wurde von Beginn an von herzoglicher Seite organisiert: Die Mehrzahl der Brunnen war Domänenbesitz, nachdem auf herzoglichen Befehl vom 12.1.1816 hin gezielt privater und kommunaler Quellenbesitz erworben worden war. Mit Niederselters bei Bad Camberg als bedeutendstem Quellort an der Spitze bildeten die Domänen-Brunnen einen regelrechten Konzern, die meisten Quellen wurden dabei als „Versandbrunnen“ für den Export betrieben und die verbleibende innernassauische Konkurrenz, wenn möglich, ausgeschaltet.
1. Einleitung: Ziel und Methodik der Arbeit: Diese Einleitung erläutert den theoretischen Rahmen und die methodische Vorgehensweise zur Erforschung kollektiver Identität im Herzogtum Nassau anhand historischer Akteure und Politikfelder.
2. Das Herzogtum Nassau: Dieses Kapitel beschreibt die geographischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen des Staates sowie dessen geschichtliche Genese aus verschiedenen kleineren Territorien.
3. Untersuchungsgrundlage: „Kollektive Identität“ nach W. Bergem: Hier wird der für die Arbeit zentrale Identitätsbegriff von Wolfgang Bergem dargelegt und in spezifische Fragestellungen für das Untersuchungsobjekt Nassau überführt.
4. Untersuchung zur nassauischen Identitätsfindung und -stiftung: Dieses Kapitel analysiert konkrete Identitätsfelder wie das Bäderwesen, die Tourismusförderung, die Baupolitik sowie die Geschichts- und Erinnerungskultur.
5. Gruppenspezifische Auswertung der Untersuchung: Hier erfolgt eine differenzierte Analyse der Identitätsmodelle aus Sicht der herzoglichen Führung, des liberalen Bürgertums und der Landbevölkerung.
6. Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse: Das Fazit fasst die konkurrierenden Identitätsentwürfe zusammen und zieht ein Resümee über deren Erfolg bei der Identitätsstiftung im 19. Jahrhundert.
Herzogtum Nassau, kollektive Identität, 19. Jahrhundert, Identitätsstiftung, Bäderwesen, Baupolitik, Liberalismus, Geschichtspolitik, Herzog Adolph, Nassauische Geschichte, Landesidentität, politisches System, Bürgertum, Rheinromantik, Erinnerungskultur.
Die Arbeit analysiert die Prozesse der Identitätsbildung im Herzogtum Nassau zwischen 1806 und 1866 und untersucht, wie verschiedene gesellschaftliche Gruppen ein "Nassau-Bild" konstruierten.
Zentrale Felder sind das Kurbadewesen, die Baupolitik, die Nutzung von Denkmälern und die gezielte Geschichts- und Erinnerungspolitik durch herzogliche und bürgerliche Akteure.
Es soll bestimmt werden, welche Akteure in welcher Weise eine kollektive Identität und ein unverwechselbares Profil des Staates innerhalb Deutschlands entwickelten und unter welchen Bedingungen diese Versuche stattfanden.
Die Untersuchung basiert auf der Anwendung des Modells der "kollektiven Identität" nach Wolfgang Bergem, um die verschiedenen Zeitdimensionen und sozialen Interaktionsprozesse historisch zu deuten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der herzoglichen Identitätsstiftung und der liberalen Gegenentwürfe, unterteilt in verschiedene wirtschaftliche und politische Handlungsfelder.
Wichtige Begriffe sind Identitätsstiftung, Zeichenpolitik, "nassauische Identität", landständische Verfassung und die Rolle des Historischen Geschichtsvereins.
Quellen und Bäder dienten als Alleinstellungsmerkmal und Wirtschaftsfaktor, der unter direkter herzoglicher Kontrolle stand und somit als Symbol für die herzogliche Fürsorge und Souveränität fungierte.
Die Fahnen wurden zum Streitobjekt: Während der Herzog sie als Symbol herzoglicher Loyalität nutzen wollte, deutete die liberale Opposition sie im Zuge des Gedenkens von 1865 in ein Symbol nationaler und bürgerlicher Identität um.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass für die breite Landbevölkerung keine eigenständigen schriftlichen Identitätszeugnisse vorliegen und sie weitgehend unterrepräsentiert blieb.
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