Examensarbeit, 2005
119 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
Erster Teil: Theoretische Grundlagen
1. Grundlagen der Erziehungsschwierigenpädagogik
1.1 Begriffsbestimmung und Definition
1.2 Erklärungsansätze
1.3 Verhaltensstörungen im Kontext schulischer Anforderungen (KMK-Empfehlungen)
2. Tiergestützte Pädagogik
2.1 Über die Beziehung zwischen Mensch und Tier
2.2 Die Kommunikation zwischen Mensch und Tier
2.3 Tiergestützte Pädagogik und verhaltensauffällige Kinder
3. Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren
3.1 Grundlagen
3.2 Zur Bedeutung des Pferdes
3.3 Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren mit verhaltensauffälligen Kindern
4. Vernetzung von Schule und Jugendhilfe
5. Aggression und Kooperation
5.1 Der Begriff Aggression und die Anwendung psychologischer Konzepte
5.2 Theorien zur Klärung der Entstehung und Vermeidung von Aggressionen
5.3 Aggressivität als psychische Disposition der Aggression
5.4 Über die Kooperationsbereitschaft
Zweiter Teil: Empirische Untersuchung
1. Das Projekt
1.1 Übermittagbetreuung an der Schule für Erziehungshilfe Berliner Straße
1.2 Projektbeschreibung
1.3 Schülerbeschreibung
2. Das Forschungsdesign
2.1 Problemdarstellung und Entwicklung der Fragestellung
2.2 Legitimation der Methode
2.3 Legitimation der Beobachtungs- und Fragebögen (Beobachtungsleitfaden)
2.4 Die Auswertungsmethode
3. Die Auswertung
3.1 Projektreflexion
3.2 Die Graphiken – Ergebnisdarstellung
3.3 Zusammenfassendes Fazit
3.4 Ausblick
Dritter Teil: Nachweise
Diese Arbeit untersucht den Einfluss des heilpädagogischen Reitens und Voltigierens auf die Kooperationsfähigkeit und Aggressionsneigung von verhaltensauffälligen Schülern im Rahmen der Übermittagbetreuung. Die zentrale Forschungsfrage prüft, ob durch den direkten Kontakt mit dem Pferd eine messbare Reduktion von aggressivem Verhalten und eine Steigerung der Kooperationsbereitschaft im Vergleich zu anderen schulischen Alltagssituationen erreicht werden kann.
2.1 Über die Beziehung zwischen Mensch und Tier
Otterstedt (2003, S.61ff) beschreibt, dass die Begegnung mit einem Tier Impulse herbeiführt, die unsere körperlichen, seelischen, geistigen und sozialen Kräfte ansprechen.
Die Frage, warum ausgerechnet Tiere so eine positive Wirkung auf Menschen haben, beantwortet Katcher (2000, S. 462ff) mit der Biophilie-Hypothese. Das heißt, dass der Mensch eine inhärente Affinität zu Leben und lebensähnlichen Prozessen hat, also eine natürliche, tiefe Verbundenheit zur belebten und unbelebten Natur empfindet.
Nach Beetz (2003, S. 80) kann sich diese Verbundenheit sowohl in Neugier, einem Gefühl der Verwandtschaft, einer Wertschätzung, natürlicher Schönheit, Empathie, als auch in Nutzung, gegenseitiger Hilfe oder Angst ausdrücken. Tiere können also emotionale, soziale und technische Unterstützung für Menschen aller Altersstufen bieten, weil sie durch ihre ausgeprägten kognitiven Fähigkeiten und ihr Sozialverhalten einiges mit dem Menschen gemeinsam haben (vgl. Beetz 2003, S. 81).
Weiter beschreibt Beetz (2003, S. 77ff) die Wichtigkeit von sicheren Bindungen, die ein grundlegendes Merkmal einer funktionierenden Persönlichkeit und psychischer Gesundheit sind. So stellte die Basis für die Beziehung zum Tier eine sichere Bindung dar, die durch die bedingungslose Annahme des Tieres gewährleistet ist. Tiere geben eine prompte und unverfälschte, also ehrliche Rückmeldung, die eine sensitivere Reaktion auf den emotionalen Zustand des Kindes zeigt (ebd., S. 82). Diese Integration von Verhalten und Emotion im Rahmen natürlicher positiver und negativer Konsequenzen fördert die Authentizität der Beziehung.
1. Grundlagen der Erziehungsschwierigenpädagogik: Das Kapitel erläutert theoretische Definitionsansätze und verschiedene psychologische Erklärungsmodelle für auffälliges Verhalten bei Kindern.
2. Tiergestützte Pädagogik: Hier werden die Bindung zwischen Mensch und Tier sowie die therapeutischen Wirkungsweisen tiergestützter Ansätze auf die psychische Gesundheit und Kommunikation beleuchtet.
3. Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren: Der Abschnitt fokussiert auf die Bedeutung des Pferdes als Co-Therapeut und beschreibt das ganzheitliche Förderkonzept bei Lern- und Verhaltensstörungen.
4. Vernetzung von Schule und Jugendhilfe: Dieses Kapitel thematisiert die Notwendigkeit und Schwierigkeit der Kooperation zwischen pädagogischen Institutionen und Jugendhilfeeinrichtungen zur Förderung der Kinder.
5. Aggression und Kooperation: Die theoretische Einordnung von Aggression und Kooperationsbereitschaft anhand verschiedener psychologischer Theorien bildet die Basis für die empirische Untersuchung.
1. Das Projekt: Vorstellung der Rahmenbedingungen der Übermittagbetreuung und der Ziele des pädagogischen Projekts an der Schule für Erziehungshilfe.
2. Das Forschungsdesign: Erläuterung der qualitativen Forschungsmethode und der verwendeten Beobachtungs- sowie Fragebögen zur Datenerhebung.
3. Die Auswertung: Detaillierte Reflexion und grafische Ergebnisdarstellung zur Entwicklung der untersuchten Schüler im Kontakt mit Tieren im Vergleich zum sonstigen Schulalltag.
Heilpädagogisches Reiten, Voltigieren, tiergestützte Pädagogik, Aggressionsabbau, Kooperationsförderung, Verhaltensstörungen, Sonderpädagogik, Übermittagbetreuung, Beziehungsaufbau, Einzelfallanalyse, soziale Kompetenz, Wahrnehmungsförderung, psychomotorische Entwicklung, Bindungstheorie, Schule für Erziehungshilfe.
Die Arbeit untersucht, wie heilpädagogisches Reiten und Voltigieren in der Übermittagbetreuung dazu beitragen kann, aggressives Verhalten bei Schülern abzubauen und deren Kooperationsfähigkeit zu fördern.
Zentrale Themen sind die Sonderpädagogik, tiergestützte Pädagogik, Konzepte zur Entstehung und Vermeidung von Aggressionen sowie die Vernetzung von Schule und Jugendhilfe.
Das Ziel ist es, durch eine Einzelfallanalyse festzustellen, ob der direkte Kontakt mit einem Pferd eine Reduktion aggressiven Verhaltens bewirkt und prosoziale Kooperationsweisen stärkt.
Die Autorin nutzt eine qualitative Sozialforschung, ergänzt durch quantitative Beobachtungsbögen und Fragebögen, um die Entwicklung zweier ausgewählter Schüler systematisch zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung in die Verhaltenspädagogik und Reittherapie sowie eine empirische Untersuchung, die den Fortschritt von Schülern in verschiedenen Settings analysiert.
Wichtige Begriffe sind insbesondere das heilpädagogische Reiten, Aggressionsabbau, Kooperation, tiergestützte Intervention und die Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen.
Das Pferd dient als unvoreingenommener Partner, der keine Fassaden zulässt, klare Rückmeldungen gibt und den Schülern durch seine Größe und Stärke sowohl Respekt als auch Schutz und Geborgenheit vermittelt.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Schüler im direkten Pferdekontakt überdurchschnittlich kooperative und nicht-aggressive Verhaltensweisen zeigen, während diese in anderen Situationen wie bei Hausaufgaben geringer ausgeprägt sind.
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