Masterarbeit, 2019
91 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
2 State of Art
3 Aufgabenstellung und Vorgehensweise
4 Systemtheorie nach Luhmann
4.1 Differenzierung von System und Umwelt
4.2 Soziale und psychische Systeme
4.3 Kommunikation in der soziologischen Systemtheorie
4.3.1 Universalmedium – „Sinn“
4.3.2 Kommunikation als Synthese von Information – Mitteilung – Verstehen
4.3.3 Ablauf der Kommunikation
4.3.4 Die Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation
4.3.5 Kommunikationsmedium Sprache (Verstehen)
4.3.6 Kommunikationsmedien Schrift und Internet (Verbreitung)
5 Empirische Analyse
5.1 Untersuchungsdesign
5.1.1 Untersuchungsmethode
5.1.2 Auswahlverfahren
5.1.3 Konstruktion des Erhebungsinstruments
5.2 Pretest
5.3 Ergebnisse
5.3.1 Fragebogen - Rohdaten
5.3.2 Qualitative Inhaltsanalyse
5.4 Reflexion
6. Fazit
7 Ausblick
8. Literaturverzeichnis
9. Anlage(n)
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss die digitale dyadische Kommunikation zwischen Personen mit bestehender sozialer Beziehung auf die Kommunikation im analytisch systemtheoretischen Sinne nach Niklas Luhmann hat und ob der theoretische Erklärungsansatz für diese spezifische Kommunikationsform angepasst werden muss.
4.3.6.2 Digitale Kommunikation
Das Internet erlaubt die Verbreitung von Informationen in einem immensen, noch nie dagewesenen Maße. Miteinander vernetzte internetfähige Geräte ermöglichen sowohl eine raumzeitlich-soziale Entkoppelung der Kommunikation als auch eine simultan ablaufende Mitteilung von Information und Verstehen. Diese kann wiederum gespeichert und in Formen der bereits bekannten Kommunikationsmedien (Ton, Schrift, Bild) für „alle“ auf unbegrenzte Zeit verfügbar gemacht werden. (vgl. Thye, 2013, S. 80 f.)
Die technisch/elektronisch – zum besseren Verständnis - digital vermittelte Kommunikation erlaubt es den Nutzern, in Echtzeit oder auch zweitversetzt aber stets unter physischer Abwesenheit miteinander zu kommunizieren. Sind die technischen Voraussetzungen gegeben, so ermöglicht die digitale Kommunikation trotz der raumzeitlichen-sozialen Trennung das Aufrechterhalten der Interaktion, genauer formuliert der physisch Abwesenden Interaktion. Es wird nun vielmehr ein eigener Kommunikationsraum mit eigener Zeit geschaffen. Alter (Sender) und Ego (Empfänger) sind theoretisch immer in Reichweite und trotz physischer Abwesenheit somit sozial gekoppelt. (vgl. Thye, 2013, S. 81 f.)
Durch die Möglichkeit des synchronen Dialogs entfällt die zeitversetzte Wirkung der Schrift. Auf jede Frage kann sofort eine Antwort erfolgen, jedes Missverstehen der Sinnofferte wird unmittelbar in der Anschlusskommunikation deutlich und Alter kann sofort eingreifend wirken. Die Möglichkeit der simultanen Verstehenskontrolle, mit dem Unterschied der Ausnahme der unterstützenden nonverbalen Kommunikation, ist erneut gegeben. Voraussetzung dafür ist die digitale Anwesenheit bzw. das „Online-Sein“, die als „elektronische Oralität“ (Thye, 2013, S. 187; zitiert nach Luhmann, 1989, S. 14) bezeichnet wird. Sie unterliegt, wie der (real persönlichen) Interaktion, dem Vollzugszwang, da sich zum Erhalt der sozialen Systems Kommunikation an Kommunikation unmittelbar anschließen muss. Sowohl Alter als auch Ego erwarten eine sofortige Antwort/Reaktion. Auch die elektronische Oralität (digitale Interaktion) unterliegt somit sozialen Pressionen. Die geringe Reaktionszeit lässt keine Zeit für das ausführliche Verfassen oder das wiederholte Lesen einer Nachricht.
1 Einführung: Hinführung zur Thematik der veränderten Kommunikation durch digitale Medien und Einordnung in den theoretischen Kontext nach Luhmann.
2 State of Art: Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur digitalen Kommunikation in Verbindung mit systemtheoretischen Ansätzen.
3 Aufgabenstellung und Vorgehensweise: Definition der Forschungsfrage, der Hypothese sowie der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
4 Systemtheorie nach Luhmann: Theoretische Grundlagen zur Systemdifferenzierung, Autopoiesis und den drei Komponenten der Kommunikation nach Luhmann.
5 Empirische Analyse: Durchführung, methodischer Aufbau und Darstellung der Ergebnisse einer qualitativen Befragung zu digitalen Kommunikationsgewohnheiten.
6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Bewertung der Anwendbarkeit der Systemtheorie auf digitale Kommunikation.
7 Ausblick: Diskussion des weiteren Forschungsbedarfs hinsichtlich Erfolgsmedien und langfristiger gesellschaftlicher Veränderungen.
Systemtheorie, Niklas Luhmann, Digitale Kommunikation, Dyadische Kommunikation, Soziale Systeme, Kommunikationseinheit, Autopoiesis, Information, Mitteilung, Verstehen, Sinn, Soziale Pression, Internet, Qualitative Inhaltsanalyse
Die Arbeit analysiert den Einfluss der digitalen Kommunikation auf den systemtheoretischen Kommunikationsbegriff nach Niklas Luhmann im Kontext dyadischer Beziehungen.
Die zentralen Themen umfassen die Systemtheorie, die Struktur von Kommunikationseinheiten, digitale Kommunikationsmedien sowie die empirische Untersuchung menschlichen Verhaltens bei der Nutzung digitaler Nachrichten.
Das Ziel ist zu klären, ob Luhmanns systemtheoretische Theorie auch die digitale Kommunikation beschreiben kann oder ob eine Anpassung der Theorie aufgrund technischer Neuerungen erforderlich ist.
Der Autor verwendet eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und eine empirische Online-Befragung mit anschließender qualitativer Inhaltsanalyse zur Beantwortung der Forschungsfrage.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Kommunikation bei Luhmann und die anschließende Auswertung der empirischen Daten, um den Unterschied zwischen digitaler und persönlicher Interaktion zu beleuchten.
Systemtheorie, Luhmann, digitale Kommunikation, soziale Systeme, Kommunikationseinheit, Sinn, Information, Mitteilung, Verstehen.
Die Studie zeigt, dass digitale Kommunikation vor allem für unsensible, kurze Informationen genutzt wird, während vertrauliche oder intime Themen aufgrund der fehlenden nonverbalen Signale und des Bedürfnisses nach Vertraulichkeit bevorzugt in persönlicher Interaktion besprochen werden.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass der systemtheoretische Kommunikationsbegriff nach Luhmann nach wie vor anwendbar ist und nicht grundlegend angepasst werden muss.
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