Masterarbeit, 2019
86 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Analyserahmen
2.1 Forschungsstand zur kommunalen Frauenrepräsentanz
2.2 Erklärungsmodell für kommunale Frauenrepräsentanz auf Grundlage des akteurzentrierten Institutionalismus
2.2.1 Der akteurzentrierte Institutionalismus
2.2.2 Das Erklärungsmodell für kommunale Frauenrepräsentanz
2.3 Angewandte Untersuchungsmethode, Aufbau und Zielsetzung
3. Frauenunterrepräsentanz in den sechs kommunalen Untersuchungseinheiten
3.1 Sitzanteile und Frauenanteile
3.1.1 Gemeinderäte der Großstädte
3.1.2 Kreistage
3.2 Listenaufstellungen der Quoten- und Quorumsparteien für die Kommunalwahl 2014
3.2.1 Listenaufstellung der Grünen
3.2.2 Listenaufstellung der Linken
3.2.3 Listenaufstellung der SPD
3.2.4 Listenaufstellung der CDU
3.3 Betrachtung des Wählermarkts.
3.3.1 Verhalten des Wählermarkts in den Großstädten
3.3.2 Verhalten des Wählermarkts in den Landkreisen
3.3.3 Das Verhalten des Wählermarkts und die Größe der Listenwahlkreise
3.4 Kandidatenpool: Auswahl der Kandidatinnen –Untersuchung auf Grundlage von Interviews
3.4.1 Sozialisationsthese
3.4.2 Abkömmlichkeitsthese
3.4.3 Sozialstrukturthese
4. Diskussion der Ergebnisse
4.1 Rückbezug auf die Hypothesen und die Forschungsfrage
4.2 Überlegungen zum Erklärungsmodell für kommunale Frauenrepräsentanz
4.2.1 Der Akteur Partei
4.2.2 Der Akteur Kandidatenpool
4.2.3 Der Akteur Wählermarkt
5 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Ursachen für die Unterrepräsentanz von Frauen in Kommunalparlamenten in Baden-Württemberg. Im Fokus steht dabei die Analyse der Rolle von Parteien als „Gatekeeper“ sowie der Einfluss des Wählermarkts und des Kandidatenpools unter Anwendung des Modells des akteurzentrierten Institutionalismus.
2.1 Forschungsstand zur kommunalen Frauenrepräsentanz
Von einer Unterrepräsentanz der Frauen spricht die Forschung, wenn ihr Sitzanteil im Parlament deutlich unter dem Bevölkerungsanteil liegt, der im vergangenen Jahr in Deutschland 51% betrug (Holtkamp/Schnittke 2010: 73). Paritätisch besetzte Kommunalparlamente gab es nach den Wahlen 2014 in Baden-Württemberg lediglich in 10 von 1101 Gemeinden, eine weibliche Ratsmehrheit fand sich in keinem Gemeinderat (Autzen 2014: 36).
Mit Ausnahme der baden-württembergischen Kommunalräte, werden alle in der Einleitung aufgeführten Positionen über eine Direktkandidatur vergeben. Das gilt für die Wahlkreisabgeordneten für den Bundestag, genauso wie für alle Landtagsmandate in Baden-Württemberg und die Wahl der (Ober-) Bürgermeister*innen. Frauen haben es in Duellsituationen – also in direkter Konkurrenz mit anderen Kandidat*innen um lediglich ein zu vergebendes Mandat – schwer, sich durchzusetzen (s. bspw. Norris 2004: 187). Solche stark personenbezogene Elemente im Wahlsystem stellen für den Wahlerfolg von Frauen ein Hindernis dar (Holtkamp/Schnittke 2008: 56), wie auch die in der Einleitung angeführten Zahlen belegen. Die Studie von Davidsohn-Schmich/Kürschner zeigt, dass bei den Direktkandidaturen für den Bundestag 2009 auch die Quotenparteien Grüne und Linke mit einem Frauenanteil von 36% bzw. 28% deutlich hinter dem selbstgesteckten Ziel einer paritätischen Besetzung zurückblieben (Davidsohn-Schmich/Kürschner 2011: 31).
Dem Verhältniswahlrecht dagegen wird eine positive Auswirkung auf die Geschlechterparität bescheinigt. Hier findet kein direkter Vergleich zwischen den Kandidat*innen statt und die Entscheidungsprozesse im Nominierungsverfahren sind anders geprägt als in Duellsituationen, die für die beteiligten Akteure ein Nullsummenspiel darstellen. Quotenregelungen lassen sich bei der Listenaufstellung im Verhältniswahlrecht besser anwenden. Dadurch dass mehrere Kandidaturen sozusagen „im Paket“ vergeben werden, besteht ein Anreiz für die Parteien, die Listen ausgewogen nach strategischen Gesichtspunkten zu besetzen (Holtkamp et al. 2013: 7f). Dieses als „ticket-balancing“ bezeichnete Vorgehen, wird mit Blick auf die Balance der Geschlechter von den Parteien, die eine Quote eingeführt haben, entsprechend ihrer freiwilligen Selbstverpflichtung in der Regel zumindest in den Großstädten eingehalten.
1. Einleitung: Beschreibt das Problem der Frauenunterrepräsentanz in Parlamenten, insbesondere in Baden-Württemberg, und führt in die Fragestellung zur Rolle der Parteien ein.
2. Theoretischer Analyserahmen: Erläutert den akteurzentrierten Institutionalismus als theoretisches Gerüst und stellt das Erklärungsmodell für kommunale Frauenrepräsentanz vor.
3. Frauenunterrepräsentanz in den sechs kommunalen Untersuchungseinheiten: Analysiert empirisch die Sitzanteile, Listenaufstellungen und den Wählermarkt sowie den Kandidatenpool in den untersuchten Städten und Landkreisen.
4. Diskussion der Ergebnisse: Reflektiert die Befunde kritisch im Rückbezug auf die aufgestellten Hypothesen und diskutiert die theoretische Relevanz der Akteure Partei, Wählermarkt und Kandidatenpool.
5 Fazit und Ausblick: Fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und gibt Empfehlungen für Politik und weitere wissenschaftliche Forschung zur Frauenförderung.
Frauenrepräsentanz, Kommunalpolitik, Baden-Württemberg, Parteien, Gatekeeper, Wählermarkt, Wahlsystem, Verhältniswahl, Quotenthese, Kandidatenpool, Sozialisation, Abkömmlichkeit, Sozialstruktur, Politische Partizipation, Gleichstellung.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Repräsentation von Frauen in Kommunalparlamenten in Baden-Württemberg und analysiert, warum Frauen dort im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil unterrepräsentiert sind.
Zentrale Aspekte sind der Einfluss von Wahlsystemen, die Rolle von Parteien bei der Nominierung, das Wählerverhalten bei offenen Listenwahlen sowie die sozioökonomischen Faktoren des Kandidatenpools.
Ziel ist es, die Rolle der Parteien als „Gatekeeper“ in einem Marktmodell zu untersuchen und zu analysieren, welche Mechanismen (insbesondere durch das Wahlsystem) die Frauenrepräsentanz auf kommunaler Ebene hemmen oder fördern.
Die Arbeit kombiniert eine quantitative Analyse der Wahlergebnisse (Listenaufstellungen und Mandatsverteilung 2014) mit qualitativen Interviews mit Gemeinderätinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine deskriptive Auswertung der Frauenanteile in den Untersuchungskommunen, eine Analyse der Listenplatzierungen und eine Ursachenanalyse basierend auf dem Expertenwissen aus Interviews.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Frauenrepräsentanz, Gatekeeper-Funktion, Verhältniswahl, Kumulieren und Panaschieren sowie sozioökonomische Thesen (Sozialisations-, Abkömmlichkeits-, Sozialstrukturthese) geprägt.
Die Untersuchung zeigt, dass Freie Wähler keine verbindlichen Quoten haben und ihre Wahlerfolge oft durch die Aufstellung bekannter Persönlichkeiten erzielen, was für Frauen in ländlichen Gebieten einen zusätzlichen Nachteil darstellen kann.
Der Wählermarkt nutzt die Möglichkeit des Kumulierens und Panaschierens teilweise dazu, Frauen von aussichtsreichen Listenplätzen auf schlechtere Positionen zu wählen, wobei dieser Effekt je nach Wählerklientel variiert.
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