Bachelorarbeit, 2016
51 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung: Der Klimawandel als intergenerationelles Gerechtigkeitsproblem
II. Das Phänomen Klimawandel – Ursache, Folgen, Reaktion
2.1. Investition in Klimaschutz versus Klimaanpassung
2.2. Intergenerationelle Klimagerechtigkeit aus ökonomischer Sicht
2.2.1. Das Diskontierungsmodell
2.2.2. Annahme: reine Zeitpräferenz
2.2.3. Annahme: Wirtschaftswachstum
2.3. Diskontierungsmodell im Klimakontext
III. Kritik an der Klimadiskontierung aus ökonomischer Sicht
3.1. Kritik an der reinen Zeitpräferenz
3.2. Kritik am Wirtschaftswachstum
IV. Kritik an der Klimadiskontierung aus ethischer Sicht
4.1. Der Faktor Unsicherheit im Diskontierungsmodell
4.2. Unzulässigkeit der Klimawertminderung
V. Ethische Positionen im Hinblick des Klimawandels
5.1. Ökonomische Ethik
5.2. Klassischer Utilitarismus
5.2.1. Verteidigung des Utilitarismus: Derek Parfit
5.2.2. Verteidigung des Utilitarismus: Bernward Gesang
VI. Diskussion: Plädoyer für eine nachhaltige Entwicklung
VII. Konklusion und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Klimawandel als intergenerationelles Gerechtigkeitsproblem, insbesondere unter kritischer Betrachtung des ökonomischen Diskontierungsmodells. Ziel ist es aufzuzeigen, warum die ökonomische Rechtfertigung von Klimainvestitionen mittels utilitaristischer Nutzenmaximierung das Wohlergehen künftiger Generationen vernachlässigt, und stattdessen eine klassisch utilitaristische Perspektive für eine nachhaltige Klimapolitik zu fordern.
4.2. Unzulässigkeit der Klimawertminderung
Während sich die Methode des Diskontierens auf marktfähige Güter sinnvoll anwenden lässt, versagt sie bei der Anwendung auf nicht marktfähige Güter (vgl. Woll, 2011). Die Frage nach der rationalen Investitionsentscheidung in ein energieeffizientes Fahrzeug heute oder in fünf Jahren kann plausibel durch das Diskontierungsverfahren gerechtfertigt werden (2.2.2.). Denn dabei handelt es sich um ein marktfähiges Gut. Marktfähige Güter sind durch Ausschluss und Rivalität im Konsum charakterisiert. Das Ausschlussprinzip besagt, dass ein ökonomischer Akteur andere Akteure vom Konsum eines Gutes ausschließen kann, da es möglich ist, für dieses Gut individuelle Eigentumsrechte zu beanspruchen. Eigentum kann als exklusives Recht definiert werden über ein ökonomisches Gut nach eigenem Willen zu verfügen, es zu nutzen und zu kontrollieren.
Das Rivalitätsprinzip besagt, dass die Menge eines Gutes, die ein Individuum konsumiert hat, nicht mehr von einem anderen Individuum konsumiert werden kann (vgl. Woll, 2011). Eigenschaften eines Gutes, wie Ausschluss oder Rivalität, zwingen das Individuum sich zwischen gegenwärtigem oder künftigem Konsum zu entscheiden. Warten kann ein erhöhtes Risiko bedeuten, da Ausschluss oder Rivalität im Güterkonsum drohen könnten. Die Annahme der reinen Zeitpräferenz von Konsumenten trifft hier zu.
Deswegen ist die Anwendung des Diskontierungsmodells in Bezug auf marktfähige Güter nützlich und ökonomisch rational gefordert.
I. Einleitung: Der Klimawandel als intergenerationelles Gerechtigkeitsproblem: Das Kapitel führt den Klimawandel als ethische Herausforderung ein, bei der Kosten und Nutzen über Generationen hinweg ungleich verteilt sind.
II. Das Phänomen Klimawandel – Ursache, Folgen, Reaktion: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Klimawandels und die ökonomische Entscheidungsproblematik zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung sowie das Diskontierungsmodell.
III. Kritik an der Klimadiskontierung aus ökonomischer Sicht: Hier werden die Annahmen der reinen Zeitpräferenz und des Wirtschaftswachstums im Kontext von Klimainvestitionen in Frage gestellt.
IV. Kritik an der Klimadiskontierung aus ethischer Sicht: Das Kapitel kritisiert die Unsicherheit der Kennzahlen im Modell und die problematische Monetarisierung bzw. Wertminderung von Natur durch das Diskontierungsverfahren.
V. Ethische Positionen im Hinblick des Klimawandels: Hier werden die Ökonomische Ethik und der klassische Utilitarismus gegenübergestellt, wobei letzterer als besser geeignet zur Integration zukünftiger Interessen argumentiert wird.
VI. Diskussion: Plädoyer für eine nachhaltige Entwicklung: Die Diskussion plädiert für eine philosophische Erweiterung des Gerechtigkeitsbegriffs und eine Abkehr von rein nutzenmaximierenden Strategien hin zu nachhaltiger Zukunftsvorsorge.
VII. Konklusion und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die ökonomische Klimadiskontierung ethisch unzureichend ist und eine Vereinbarkeit von ethischen und ökonomischen Positionen für eine nachhaltige Politik notwendig bleibt.
Klimawandel, Intergenerationelle Gerechtigkeit, Diskontierungsmodell, Climate Mitigation, Climate Adaptation, Reine Zeitpräferenz, Wirtschaftswachstum, Utilitarismus, Glücksmaximierung, Non-Identity-Problem, Ökonomische Ethik, Nachhaltigkeit, Risikoaversion, Marktversagen, Klimaschutz.
Die Arbeit analysiert den Klimawandel als ein intergenerationelles Gerechtigkeitsproblem und hinterfragt dabei die ökonomische Praxis der Klimadiskontierung aus ethischer Perspektive.
Zentrale Themen sind Klimapolitik, ökonomische Investitionsentscheidungen, ethische Gerechtigkeitsprinzipien, der Utilitarismus sowie die Konzepte von Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Anwendung ökonomischer Diskontierungsmodelle auf Klimainvestitionen ethisch problematisch ist, da sie künftige Generationen benachteiligt, und stattdessen eine utilitaristische Begründung für energischen Klimaschutz zu entwickeln.
Es handelt sich um eine philosophische und wirtschaftsethische Analyse, die theoretische Ansätze aus der Ökonomie (z.B. Diskontierungsmodell) den Positionen klassischer utilitaristischer Philosophen (z.B. Derek Parfit, Bernward Gesang) gegenüberstellt.
Im Hauptteil werden das ökonomische Diskontierungsmodell, die Kritik daran aus ökonomischer und ethischer Sicht sowie ethische Positionen zum Klimawandel (Ökonomische Ethik vs. Utilitarismus) detailliert ausgearbeitet.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Klimawandel, Diskontierungsmodell, Intergenerationelle Gerechtigkeit, Utilitarismus und Nachhaltigkeit charakterisiert.
Weil es für die Mikroökonomie marktfähiger Güter entwickelt wurde, aber auf komplexe, intergenerationelle Probleme der Makroebene angewendet wird, wodurch zukünftige Schäden und Interessen künftiger Generationen myopisch abgewertet werden.
Die utilitaristische Lösung besagt, dass die Gesamtsumme an Glück maximiert werden muss, unabhängig davon, welche spezifischen Individuen in Zukunft existieren, wodurch eine moralische Pflicht zu Klimaschutzmaßnahmen besteht, um das Glückspotenzial künftiger Generationen zu sichern.
Er fordert, dass die heutige Generation umgehend alle verfügbaren Maßnahmen ergreift, um die Erderwärmung zu begrenzen, insbesondere durch eine Climate Mitigation Strategie, die auch globale Armut durch einen Pro-Kopf-CO2-Emissionshandel bekämpft.
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