Bachelorarbeit, 2018
32 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Notwendigkeit der Bruchrechnung
3 Mathematik-historische Elemente im Unterricht
4 Didaktische Konzepte
4.1 Größenkonzept
4.2 Äquivalenzkonzept
4.3 Gleichungskonzept
4.4 Operatorenkonzept
5 Euler
5.1 Biographie
5.2 „Vollständige Anleitung zur Algebra“- Vergleich aus heutiger Sicht
6 Simon - „Didaktik und Methodik des Rechnens und der Mathematik“
7 Fazit und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die historische und moderne Didaktik der Bruchrechnung, indem sie Ansätze aus dem 18. und frühen 20. Jahrhundert (Leonhard Euler, Maximilian Simon) mit heutigen Lehrmethoden vergleicht und kritisch bewertet.
4.2 Äquivalenzkonzept
Zwei Elemente, die in einer Äquivalenzrelation zu einander stehen heißen äquivalent, das Symbol dafür ist „~“. Eine Äquivalenzrelation ist reflexiv (x ~ x bzw. x ist in der Klasse von x), symmetrisch (x, y) ~ (y, x) (bzw. wenn x in der Klasse von y ist, ist y in der Klasse von x) und transitiv (wenn x ~ y und y ~ z, gilt auch: x ~ z). Äquivalenzklassen sind disjunkte Teilmengen. Sie bilden die Menge aller Elemente, die zu einem bestimmten Element x äquivalent sind, d.h. X:={y ∈ M : y ~ x} [Beutelspacher, S.76].
In jenem Fall geht es um Brüche, also gilt: m/n :={a/b : a,b ∈ N und m · b = n · a}. Ein erstes Beispiel wäre: 2/3 := {(a, b) : a, b ∈ N und 2b=3a} = {(2, 3), (4, 6), (8, 12),....} diese Klassen enthalten unendlich viele Elemente, da Brüche unendlich oft erweitern können. Die Elemente in {(2, 3), (4, 6), (8, 12),....} werden auch Repräsentanten der Äquivalenzklasse genannt.
Für die Addition und Multiplikation gelten jeweils die Formeln: m/n + p/q := (m·q+n·p)/(n·q) und m/n · p/q := (m·p)/(n·q). Durch das Einsetzen verschiedener Elemente von m/n und p/q aus ihrer jeweiligen Äquivalenzklasse wird deutlich, dass trotzdem alle dasselbe Ergebnis haben, weil sie schließlich äquivalent sind.
Dieses Konzept passt jedoch eher zur Hochschulmathematik, da direkt die ganzen, also auch negative, Zahlen zu den Rationalen erweitert werden können. Wird die Äquivalenzklasse m/n := {(a, b) : a ∈ Z, b ∈ N : m · b = n · a} mit a ∈ Z definiert, ergeben sich die rationalen Zahlen, ohne dass dafür neue Rechenregeln eingeführt werden müssen. Die Äquivalenzklassen unterschieden die einzelnen Brüche, aber ordnen sie nicht der Größe nach. Für den Schulunterricht ist diese Herangehensweise zu formal. Auch wenn allgemein für Wissenschaftsorientierung plädiert wird, sollte den SuS anschauliche Beispiele gegeben und auf dem vorhandenem Wissen aufgebaut werden.
Mit irgendwelchen Formeln anzufangen, die zunächst ohne sinnvolle Anwendungsmöglichkeit erscheint, erhöht die mögliche Fehlerquote. So werden oft die Regeln vertauscht oder durchmischt [Padberg, S.102]. Dieses Konzept ist recht formal. Bei abstrakter Vorgehensweise werden die SuS verunsichert und überfordert. Die Neugier, die Freude und die Akzeptanz sich auf Neues einzulassen wird in kurzer Zeit schwinden.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Bruchrechnung und skizziert den Aufbau der Arbeit, die historische Lehrmethoden von Euler und Simon mit heutiger Didaktik vergleicht.
2 Notwendigkeit der Bruchrechnung: Dieses Kapitel erörtert die fachliche Notwendigkeit der Bruchrechnung gegenüber der reinen Dezimalzahldarstellung und betont die Bedeutung der Bruchvorstellung für mathematisches Verständnis.
3 Mathematik-historische Elemente im Unterricht: Der Nutzen historischer Bezüge im Unterricht wird dargelegt, um das mathematische Verständnis zu fördern und SuS motivierend an komplexe Themen heranzuführen.
4 Didaktische Konzepte: Hier werden vier zentrale didaktische Zugänge – Größenkonzept, Äquivalenzkonzept, Gleichungskonzept und Operatorenkonzept – detailliert dargestellt und kritisch hinterfragt.
5 Euler: Dieses Kapitel widmet sich der Biographie Leonhard Eulers und analysiert sein Lehrwerk „Vollständige Anleitung zur Algebra“ im Hinblick auf didaktische Aspekte der Bruchrechnung.
6 Simon - „Didaktik und Methodik des Rechnens und der Mathematik“: Das Werk von Maximilian Simon wird vorgestellt, wobei sein Fokus auf Lehrplanung und methodischen Grundlagen der Bruchrechnung hervorgehoben wird.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass historische Literatur wertvolle didaktische Ansätze bietet, sofern sie sinnvoll in den heutigen Unterricht integriert werden.
Bruchrechnung, Didaktik, Leonhard Euler, Maximilian Simon, Mathematikunterricht, Äquivalenzkonzept, Größenkonzept, Operatorenkonzept, Gleichungskonzept, Schulmathematik, historische Mathematik, Lehrbuchanalyse, Grundvorstellungen, Fachdidaktik, mathematisches Verständnis.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den didaktischen Methoden zur Vermittlung der Bruchrechnung unter besonderer Berücksichtigung historischer Lehrwerke und Ansätze.
Zentrale Themen sind die mathematisch-historische Einordnung der Bruchrechnung, der Vergleich verschiedener didaktischer Konzepte (Größen-, Äquivalenz-, Gleichungs- und Operatorenkonzept) sowie die Analyse der Werke von Leonhard Euler und Maximilian Simon.
Das Ziel ist es, historische didaktische Ansätze zu analysieren und zu prüfen, inwieweit diese für ein tieferes Verständnis der Bruchrechnung im heutigen Schulunterricht relevant und hilfreich sein können.
Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Lehrbuchanalyse, um historische fachdidaktische Texte mit modernen Anforderungen an den Mathematikunterricht zu vergleichen.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen didaktischen Konzepten zur Brucheinführung auch spezifisch die Werke von Leonhard Euler und Maximilian Simon hinsichtlich ihrer methodischen Herangehensweise und Eignung für den Unterricht untersucht.
Die wichtigsten Begriffe sind Bruchrechnung, Didaktik, mathematische Grundvorstellungen, Euler, Simon, Äquivalenzkonzept und Lehrbuchanalyse.
Historische Ansätze helfen dabei, mathematische Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, und können Lehrern als „Fundgrube“ dienen, um SuS ein tieferes Verständnis statt reiner Schemabildung zu vermitteln.
Der Autor führt an, dass das Äquivalenzkonzept für SuS im Schulunterricht zu formal und abstrakt ist, was zu Verunsicherung, hoher Fehlerquote und mangelnder Motivation führen kann.
Eulers Arbeit wird als umfangreich und strukturiert gelobt, wobei hervorgehoben wird, dass sein didaktisches Gespür für die damalige Zeit bemerkenswert war, auch wenn sein Fokus stärker auf der mathematischen Struktur als auf dem unmittelbaren Alltagsbezug lag.
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