Fachbuch, 2020
134 Seiten
1. Einführung
1.1 Gegenstand und Problemstellung
1.2 Aufbau der wissenschaftlichen Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Das Konstrukt Prokrastination
2.2 Das Burnout-Syndrom
2.3 Leader Member Exchange
2.4 Person-Job-Fit
2.5 Organisationsklima
3. Zielbild der Arbeit
4. Forschungsfragen und Hypothesen
5. Methode
5.1 Untersuchungsdesign
5.2 Beschreibung der Zielgruppe
5.3 Messinstrumente und diagnostisches Verfahren zur Datenerhebung
5.4 Datenerhebung durch Online-Umfrage
5.5 Datenauswertung
6. Ergebnisse
6.1 Beschreibung der Stichprobe
6.2 Beschreibung der Ergebnisse des Forschungsmaterials
6.3 Betrachtung des Forschungsthemas
6.4 Überprüfung der aufgestellten Hypothesen
7. Diskussion
8. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Prokrastination und Burnout im beruflichen Kontext, wobei die moderierenden Einflüsse der Führungsbeziehung, des Organisationsklimas und der Passung zwischen Person und Arbeitsplatz analysiert werden.
2.1.1 Begriffserklärung und Definition von Prokrastination
Der Ausdruck „Prokrastination“ beschreibt die Verlagerung einer Entscheidung oder einer Aktivität von einem früheren auf einen späteren Zeitpunkt (Höcker et al., 2017). Das englische „to procrastinate“ geht auf das lateinische Verb procrastinare zurück, welches „aufschieben“ oder „vertagen“, aber ohne wertende Nebenbedeutung, übersetzt. Früher im alten Rom war der Ausdruck procrastinare durchaus auch positiv gewertet, gemeint war das kluge Aufschieben im Rahmen militärischer Taktik (Helmke & Schrader, 2000). Es war also eine durchaus weise und geschickte Entscheidung, nicht zu handeln und abzuwarten (J. R. Ferrari, Johnson & MacCown, 1995). Erst in jüngeren Zeit, mit der industriellen Revolution, bekam der englische Ausdruck procrastination negative Bedeutung im Kontext des Aufschiebens und des Vermeidungsverhaltens (Helmke & Schrader, 2000). In der Gegenwart wird entgegen der ursprünglichen Interpretation das Aufschieben als unüberlegten Handelns verwendet (Höcker et al., 2017).
In dieser Arbeit werden die Begriffe Prokrastination, Aufschieben und Aufschiebeverhalten als Synonyme verwendet. Personen, die dieses Verhalten zeigen, werden im Verlauf als Prokrastinierende benannt.
Im Vergleich zur Forschung der Persönlichkeitspsychologie gibt es im Verhältnis dazu, sehr wenige Erkenntnisse über Prokrastination. Vereinzelte Studien wurden bereits in den 70er Jahren in Amerika durchgeführt. Ein stärkeres Interesse ergab sich für dieses Thema erst in den 1990er Jahren. Die meisten Untersuchungen stammen aus dem englischsprachigen Raum. Rund 90 % befassen sich mit „akademischer Prokrastination“, hiermit ist die Prokrastination von Studierenden gemeint. Unter Studenten ist Prokrastination wie bereits im Kapitel 1.1. ein weit verbreitetes Phänomen.
Im Rahmen der bisherigen Forschungsliteratur lässt sich das Phänomen Prokrastination unterschiedlich definieren. Eine interessante Definition wurde von Katrin Klingsieck (2013) vorgeschlagen und bezieht sich auf eine nicht zielgerichtete oder negative Prokrastination. Diese kennzeichnet sich an Hand von den folgenden sieben Merkmale (Klingsieck, 2013):
1. Einführung: Hinführung zum Thema Prokrastination, Definition der Aufschieberitis und deren Relevanz im beruflichen Kontext sowie Aufbau der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen: Detaillierte Darstellung der Konstrukte Prokrastination und Burnout, LMX-Theorie, Person-Job-Fit sowie Organisationsklima als Einflussfaktoren.
3. Zielbild der Arbeit: Formulierung der zentralen Forschungsfrage und Skizzierung des empirischen Forschungsmodells.
4. Forschungsfragen und Hypothesen: Herleitung der neun Hypothesen auf Basis der theoretischen Erkenntnisse.
5. Methode: Beschreibung des quantitativen Forschungsdesigns, der Stichprobenberechnung und der verwendeten Messinstrumente.
6. Ergebnisse: Deskriptive Auswertung der erhobenen Daten und inferenzstatistische Überprüfung der Hypothesen.
7. Diskussion: Interpretation der statistischen Befunde im Kontext der Theorie und kritische Reflektion der gewählten Methodik.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Zusammenführung der Ergebnisse und Empfehlungen für künftige Forschungsaktivitäten.
Prokrastination, Burnout-Syndrom, Aufschieberitis, Leader Member Exchange, LMX-Theorie, Person-Job-Fit, Organisationsklima, Arbeitspsychologie, emotionale Erschöpfung, quantitative Forschung, Selbstregulation, Arbeitsbelastung, psychische Gesundheit, berufliches Umfeld, Personalentwicklung.
Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern eine Tendenz zur Prokrastination im beruflichen Kontext die Burnout-Gefährdung von Arbeitnehmern beeinflusst.
Die zentralen Themen sind Prokrastination, Burnout, die Führungsbeziehung (LMX), die Passung von Mitarbeiter und Job (Person-Job-Fit) sowie das Organisationsklima.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit die Prokrastinationstendenz von Arbeitnehmern mit Anzeichen von Burnout in Zusammenhang steht und welche Rolle dabei Kontextfaktoren wie das Organisationsklima oder die Beziehung zur Führungskraft spielen.
Der Autor führt eine quantitative Querschnittsstudie mittels eines Online-Fragebogens durch, wobei zur Auswertung statistische Verfahren wie Korrelationsanalysen und multivariate Regressionsanalysen verwendet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Konstrukte sowie einen umfangreichen empirischen Teil, in dem die aufgestellten Hypothesen statistisch geprüft und diskutiert werden.
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern gehören Prokrastination, Burnout, Organisationsklima, LMX-Beziehung und Person-Job-Fit.
Ja, die Ergebnisse zeigen einen signifikanten positiven Zusammenhang (r = 0.459) zwischen der Prokrastinationstendenz und der emotionalen Erschöpfung als Burnout-Leitsymptom.
Die Qualität der Führungskraft-Mitarbeiter-Beziehung (LMX) hat einen signifikanten hemmenden Einfluss auf die Burnout-Tendenz des Arbeitnehmers.
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