Bachelorarbeit, 2019
40 Seiten, Note: 1,5
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1 EINFÜHRUNG
2 MARTIN OPITZ: „ACH LIEBSTE / LAß VNS EILEN“
2.1 Formale Analyse
2.2 Inhaltliche Analyse
3 SIMON DACH: „MEY-LIEDCHEN“
3.1 Formale Analyse
3.2 Inhaltliche Analyse
4 LITERARISCHE SITUATION IM 17. JAHRHUNDERT
4.1 Deutsche Barockliteratur im europäischen Kontext
4.2 imitatio und aemulatio
5 OPITZ‘ NACHAHMUNGSPOETIK UND DAS FRANZÖSISCHE VORBILD „MA BELLE JE VOUS PRIE“
6 SIMON DACH UND SEINE DICHTUNGSTRADITION
7 SIMON DACH UND MARTIN OPITZ
8 INTERTEXTUELLE BEZÜGE
8.1 Gedichtvergleich
8.2 Fazit
9 ZUSAMMENFASSUNG
Diese Bachelorarbeit untersucht die intertextuellen Beziehungen zwischen Simon Dachs „Mey-Liedchen“ und Martin Opitz‘ „Ach Liebste / laß vns eilen“. Ziel ist es, die These zu überprüfen, ob es sich bei Dachs Werk um eine aemulatio handelt, und dabei die literarischen Einflüsse, die Rolle der imitatio und die spezifische Bedeutung von Vergänglichkeit und Zeit in der Barocklyrik zu analysieren.
2.2 Inhaltliche Analyse
Der erste Vers „Ach Liebste / laß vns eilen“12, der heute auch als Titel des Gedichts verwendet wird, wird durch die Interjektion „Ach“ (O 1) eröffnet. Was zunächst eher ungewöhnlich erscheint, erschließt sich, wie sich zeigen wird, durchaus im Kontext des gesamten Liedes. Das schon im Mittelhochdeutschen gebräuchliche „Ach“ ist Ausdruck einer schmerzhaften Empfindung oder Ausdruck der Verwunderung und wird bis heute in dieser Bedeutung verwendet, aber inzwischen oftmals auch ironisch gebraucht. Hier steht es vor allem als Ausdruck des Bedauerns. Die Antithese „Ach Liebste / laß vns eilen / Wir haben Zeit“ (O 1,2) schafft zwar zunächst durch die kontrastierenden Begriffe „Eile“ und „Zeit“ Verwirrung, doch schon die folgenden Verse schaffen Klarheit. Sie lassen keinen Zweifel daran, dass die Zeit rennt: „Es schadet das verweilen / uns beyderseit. / Der edlen Schönheit Gaben / Fliehn fuß für fuß.“ (O 3-6) Und bei genauerer Betrachtung der Eingangsverse erschließt sich die Bedeutung, der zunächst wenig sinnvoll erscheinenden Worte „Wir haben Zeit“. Die „Zeit“ meint hier die „rechte Zeit“ und verweist damit auf die aus der griechischen Mythologie stammende Figur der Occasio.13 Wie dem lateinischen Namen zu entnehmen ist, ist sie die Göttin der Gelegenheit.
1 EINFÜHRUNG: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Opitz‘ Dichtung dar, führt die Problematik der intertextuellen Bezüge ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage zur Bewertung des Verhältnisses von Dachs „Mey-Liedchen“ zu Opitz‘ Vorlage.
2 MARTIN OPITZ: „ACH LIEBSTE / LAß VNS EILEN“: Das Kapitel behandelt die Entstehungsgeschichte sowie die formalen und inhaltlichen Besonderheiten von Opitz‘ Gedicht, wobei insbesondere die Rolle der Occasio und des petrarkistischen Schönheitspreises untersucht wird.
3 SIMON DACH: „MEY-LIEDCHEN“: Hier werden die Veröffentlichung und die musikalische Einbettung des Liedes beleuchtet, gefolgt von einer Analyse der formalen Struktur und der inhaltlichen Verknüpfung von Naturmetaphorik und Vergänglichkeit.
4 LITERARISCHE SITUATION IM 17. JAHRHUNDERT: Dieses Kapitel verortet die deutsche Barockliteratur im europäischen Vergleich und definiert die für die Zeit essenziellen Konzepte der imitatio und aemulatio.
5 OPITZ‘ NACHAHMUNGSPOETIK UND DAS FRANZÖSISCHE VORBILD „MA BELLE JE VOUS PRIE“: Die Analyse konzentriert sich hier auf die Rolle von Gabriel Bataille als mutmaßliches Vorbild und zeigt auf, wie Opitz durch gezielte Änderungen seine Eigenständigkeit beweist.
6 SIMON DACH UND SEINE DICHTUNGSTRADITION: Dieses Kapitel widmet sich dem Königsberger Dichterkreis und der spezifischen Art der Gelegenheitsdichtung bei Dach, die stark durch christliche Frömmigkeit und das Memento-Mori-Motiv geprägt ist.
7 SIMON DACH UND MARTIN OPITZ: Die Untersuchung betrachtet die Verehrung des „Vaters der deutschen Dichtung“ durch Dach und seinen Kreis sowie die daraus resultierende Vorbildfunktion für Dachs eigenes Schaffen.
8 INTERTEXTUELLE BEZÜGE: Ein detaillierter Gedichtvergleich führt die bisherigen Analysen zusammen, um die Art der intertextuellen Beziehung zwischen Dach und Opitz zu bestimmen und als imitatio zu klassifizieren.
9 ZUSAMMENFASSUNG: Abschließend werden die zentralen Ergebnisse zusammengeführt, wobei die Ausgangsthese, Dachs Lied sei eine aemulatio, widerlegt und als gelungene imitatio bestätigt wird.
Intertextualität, Martin Opitz, Simon Dach, Barocklyrik, imitatio, aemulatio, Vergänglichkeit, Carpe Diem, Occasio, Königsberger Dichterkreis, Gelegenheitsdichtung, Metrik, Naturmetaphorik, Memento Mori, Literaturgeschichte
Die Arbeit untersucht die literarischen Abhängigkeiten und Bezüge zwischen dem „Mey-Liedchen“ von Simon Dach und dem Gedicht „Ach Liebste / laß vns eilen“ von Martin Opitz.
Die Arbeit fokussiert sich auf die barocke Lyrik, die Konzepte der Nachahmung (imitatio/aemulatio), das Motiv der Vergänglichkeit und die literarischen Bestrebungen des 17. Jahrhunderts.
Die Arbeit prüft die These, ob Simon Dachs „Mey-Liedchen“ eine direkte Überbietung (aemulatio) von Opitz‘ Vorlage darstellt oder als kreative Nachahmung (imitatio) zu werten ist.
Es wird eine vergleichende Gedichtanalyse (formal und inhaltlich) durchgeführt, die durch eine Untersuchung des literaturhistorischen Kontextes und der intertextuellen Bezüge ergänzt wird.
Der Hauptteil analysiert beide Gedichte unabhängig voneinander, betrachtet das französische Vorbild Batailles, die literarische Tradition von Simon Dach sowie die intertextuellen Korrelationen zwischen Dach und Opitz.
Neben den Namen der beiden Dichter stehen Begriffe wie Intertextualität, Barocklyrik, Carpe Diem, Occasio und imitatio im Zentrum der Analyse.
Die Occasio, die Göttin der Gelegenheit, ist ein zentrales Motiv, das bei Opitz subtil und bei Dach explizit eingebaut wurde, um die Notwendigkeit der „Eile“ zur Nutzung der Lebenszeit zu begründen.
Während bei Opitz eine eher drängende, melancholische und von Vergänglichkeit geprägte Stimmung herrscht, erzeugt Dach durch den Frühlingsbezug und die Form eine heitere, an eine Hochzeitsfeier orientierte Atmosphäre.
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