Bachelorarbeit, 2017
62 Seiten, Note: 1,2
1. Einleitung
2. Ökonomische Ungleichheit - Ein Phänomen in Demokratien des 21. Jahrhunderts?
2.1. Extreme Ungleichheit in den Vereinigten Staaten
2.2. Wachsende Ungleichheit in Europa
2.3. Weshalb die Ungleichheit in Industriestaaten steigt: Einblicke in Kapitalstrukturen des 21. Jahrhundert
3. Das politisches Denken Jean Jacques Rousseaus und seine Kritik der Ungleichheit
3.1. Rousseaus politische Philosophie und die moderne Demokratie
3.2. Rousseaus Kritik der Ungleichheit
3.2.1. Amour propre als Quelle der Ungleichheit
3.2.2. Unter welchen Umständen führt die amour propre zu Ungleichheit?
3.2.3. Voraussetzungen für politische Gleichheit innerhalb einer Gesellschaft
3.2.4. Beschränkung der politischen Gleichheit durch ökonomische Ungleichheit
3.2.5. Rolle des Mitleids
4. Auswirkungen ökonomischer Ungleichheit im 21. Jahrhundert
4.1. Eingeschränkte Freiheit in westlichen Demokratien?
4.1.1. Politische Entscheidungen entsprechen nicht dem Mehrheitswillen
4.1.2. Politische Ohnmacht der weniger Wohlhabenden
4.2. „Frustrierte“ Gesellschaften durch ökonomische Ungleichheit
4.3. Verlust von Vertrauen
4.3.1. „Austritt aus dem Gesellschaftsvertrag“ als Konsequenz?
4.3.2. Mangelnde Partizipation weniger wohlhabender Bevölkerungsgruppen
5. Fazit
Ziel dieser Arbeit ist es, die Kritik Jean-Jacques Rousseaus an der Entstehung und den Folgen ökonomischer Ungleichheit darzustellen und diese mit zeitgenössischen soziologischen und ökonomischen Studien zu vergleichen. Dabei wird untersucht, inwiefern Rousseaus Thesen zur notwendigen Bedingung von ökonomischer Gleichheit für die politische Gleichheit auch in den heutigen demokratischen OECD-Staaten Relevanz besitzen.
3.2.1. Amour propre als Quelle der Ungleichheit
Soziale oder „moralische“ Ungleichheit hat für Rousseau ihren Ursprung nicht in der menschlichen Natur, sondern ist eine künstliche Eigenschaft menschlicher Gesellschaften.
„Its main task [the Second Discourses] is to uncover the various non-natural factors that, according to that account, must come together in order to explain the pervasiveness of inequality in actual human societies.“ (Neuhouser 2014: 61)
So stellt Rousseau am Ende des zweiten Diskurses fest, dass die Ungleichheit im Naturzustand fast „null und nichtig ist, dass ihre Kraft sowie ihr Wachstum aus der Entwicklung unserer Anlagen und aus dem Fortgang des menschlichen Geistes entspringe“.
Hierbei ist es wichtig auf Rousseaus Unterscheidung zwischen physischen und „moralischen“ Ungleichheiten hinzuweisen. Physische Ungleichheiten wie Unterschiede in Alter, Gesundheit oder körperliche Stärke bestünden auch im Naturzustand. Moralische (oder besser soziale) Ungleichheiten bezögen sich hingegen auf „Privilegien, die einige auf Kosten der anderen genießen, wie reicher, geehrter, mächtiger zu sein als diese oder sich sogar bei ihnen Gehorsam zu verschaffen“.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die wachsende ökonomische Ungleichheit in westlichen Demokratien und stellt die Forschungsfrage, ob Rousseaus Ungleichheitskritik zur Interpretation moderner Ungleichheitsphänomene beitragen kann.
2. Ökonomische Ungleichheit - Ein Phänomen in Demokratien des 21. Jahrhunderts?: Unter Bezugnahme auf Thomas Piketty wird der Anstieg der Vermögens- und Einkommenskonzentration in OECD-Staaten dargestellt, wobei insbesondere die Kluft zwischen Arbeits- und Kapitaleinkommen sowie der Anstieg in den USA und Europa analysiert werden.
3. Das politisches Denken Jean Jacques Rousseaus und seine Kritik der Ungleichheit: Dieses Kapitel erläutert Rousseaus Philosophie, insbesondere seine Unterscheidung zwischen physischer und moralischer Ungleichheit, das Konzept der amour propre als treibende Kraft sozialer Ungleichheit sowie die Bedeutung von Freiheit und Wohlbefinden für politische Gleichheit.
4. Auswirkungen ökonomischer Ungleichheit im 21. Jahrhundert: Der Hauptteil untersucht die empirische Relevanz von Rousseaus Thesen durch aktuelle Studien zu politischer Einflussnahme (Bartels, Gilens), gesellschaftlichem Vertrauen und Wohlbefinden (Pickett, Wilkinson), um zu zeigen, wie ökonomische Machtasymmetrien politische Grundwerte aushöhlen.
5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Rousseaus Kritik trotz seiner historisch bedingten Fokussierung auf ein direktes Herrschaftsverhältnis wertvolle Erklärungsansätze für moderne Machtasymmetrien liefert, da diese zu Frustration, Vertrauensverlust und politischer Demobilisierung führen können.
Ökonomische Ungleichheit, Jean-Jacques Rousseau, Amour propre, Politische Gleichheit, Vermögenskonzentration, Thomas Piketty, Politische Partizipation, Demokratie, Gesellschaftsvertrag, Neorepublikanismus, Soziale Frustration, Vertrauensverlust, Machtasymmetrie, Kapitalismus, Wohlbefinden.
Die Arbeit untersucht die Relevanz der politischen Philosophie von Jean-Jacques Rousseau für das Verständnis der aktuellen ökonomischen und politischen Ungleichheit in modernen westlichen Demokratien.
Die Arbeit deckt die ökonomische Vermögensverteilung, die philosophischen Grundlagen der Ungleichheitskritik bei Rousseau, politische Einflussnahme durch wohlhabende Akteure sowie psychologische Auswirkungen wie Frustration und Vertrauensverlust ab.
Ziel ist es zu prüfen, inwieweit Rousseaus Thesen – etwa dass ökonomische Ungleichheit zwangsläufig zu politischer Ungleichheit und damit zum Verlust demokratischer Grundwerte führt – auch im 21. Jahrhundert empirisch belegbar sind.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Arbeit, die eine Kombination aus theoretischer Diskursanalyse der Rousseau’schen Schriften und der Auswertung zeitgenössischer empirischer Studien (u.a. von Piketty, Bartels, Gilens, Pickett/Wilkinson) vornimmt.
Der Hauptteil analysiert die empirische Realität wachsender Ungleichheit in OECD-Staaten, kontrastiert diese mit Rousseaus Ideal der politischen Gleichheit und diskutiert Mechanismen wie Lobbyismus, Wahlkampfspenden und den Rückzug frustrierter Bürger aus dem politischen Geschehen.
Neben dem zentralen Begriff der ökonomischen Ungleichheit sind die Kernbegriffe Rousseau, amour propre, politische Partizipation, Demokratiegefährdung und das Konzept des Gesellschaftsvertrags entscheidend.
Amour propre wird bei Rousseau als eine egoistische Form der Eigenliebe definiert, die in sozialen Beziehungen entsteht. Die Arbeit zeigt auf, wie diese entflammte Form der Eigenliebe in ungleichen Gesellschaften zu einem destruktiven Wettbewerb um Status führt, der das Wohlbefinden mindert.
Unter Berufung auf Studien von Bartels und Gilens argumentiert die Autorin, dass Wohlhabende durch Wahlkampfspenden und Lobbyismus einen privilegierten Zugang zur Politik erhalten, wodurch die politischen Präferenzen der unteren Einkommensschichten de facto ignoriert werden.
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