Masterarbeit, 2015
88 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Theorieteil
2.1 Leseerwerb und Leseprozesse
2.1.1 Prozessebenen des Lesens
2.1.2 Die visuelle Worterkennung
2.1.3 Stufenmodell zur Entwicklung der Worterkennung
2.1.4 Leseflüssigkeit
2.1.5 Schwierigkeiten im Aneignungsprozess der Worterkennung
2.2 Leseförderung der visuellen Worterkennung
2.2.1 Methodische Gestaltung einer Leseförderung
2.2.2 Verarbeitungseinheiten unterhalb der Wortebene
2.2.3 Silbenbasierte Programme zur Leseförderung auf der Wortebene
2.3 Forschungsfragen
3 Methodik
3.1 Beschreibung Lesetraining Lesen mit Willy Wortbär
3.2 Durchführung des Lesetrainings
3.3 Rekrutierung der Stichprobe und Versuchsplan
3.4 Beschreibung der eingesetzten Erhebungsinstrumente
3.4.1 ProDi-L-Subtest visuelle Worterkennung
3.4.2 ELFE 1 - 6 - Subtest Textverständnis
3.4.3 Culture Fair Intelligenz Test 1 (CFT)
3.4.4 Züricher Lesetest II (ZLT II)
3.5 Statistische Verfahren
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Statistiken und Korrelationsanalysen
4.2 Ergebnisse
4.2.1 Effekte Phonologische Rekodierung
4.2.2 Effekte Orthographischer Vergleich
4.2.3 Effekte Textverständnis
4.3 Weiterführende explorative Analysen
4.3.1 Effekte Zugriff auf die Wortbedeutung
4.3.2 Ergebnisse qualitative Analyse Experimentalgruppe Fulda
5 Diskussion
5.1 Phonologische Rekodierung
5.2 Orthographischer Vergleich
5.3 Zugriff auf die Wortbedeutung
5.4 Textverständnis
5.5 Reflexion und Implikation für Forschung und Praxis
6 Schlussbemerkung
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der Entwicklung und Überprüfung der Wirksamkeit eines systematischen, silbenbasierten Lesetrainings für leseschwache Zweitklässler(innen). Ziel ist es zu untersuchen, ob dieses spezifische Training die Effizienz basaler Lese-Teilprozesse – insbesondere der phonologischen Rekodierung und des orthographischen Vergleichs – verbessern kann.
Die visuelle Worterkennung
Es besteht weitgehende Einigkeit, dass die Prozesse der visuellen Worterkennung von besonderer Bedeutung für den Leseprozess sind (Müller & Richter, 2014). Auf dieser Ebene werden in der kognitionspsychologischen Perspektive drei Arten von Teilprozessen unterschieden, die auch mit dem Dual-Road-Cascade-Modell (Modell der Zugangswege der Worterkennung) von Coltheart verglichen werden können (Coltheart, Rastle, Perry, Langdon & Ziegler, 2001; Müller & Richter, 2014).
(1) Der Phonologische Rekodierungsprozess stellt für den Leseanfänger zunächst den einzigen Weg der Worterkennung dar: Auf Grundlage der erlernten Graphem-Phonem-Korrespondenz-Regeln werden Buchstaben oder Buchstabengruppen von Wörtern von links nach rechts buchstabenweise eingelesen, in die zugehörigen lautlichen Repräsentationen übersetzt und zu Wörtern synthetisiert (Coltheart et al., 2001; Mayer, op. 2013; Müller & Richter, 2014). Der Leseanfänger bildet auf Grundlage der Zuordnungsregel (z.B.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung von Lesefähigkeiten für die persönliche Entwicklung und stellt die Relevanz der Förderung leseschwacher Kinder sowie das Ziel des Forschungsprojektes dar.
2 Theorieteil: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen durch die Darstellung von Leseprozessen, Stufenmodellen der Worterkennung und Ansätzen zur silbenbasierten Leseförderung.
3 Methodik: Hier wird das spezifische Lesetraining "Lesen mit Willy Wortbär" beschrieben sowie das methodische Vorgehen bei der Datenerhebung und die eingesetzten Messinstrumente dargelegt.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven und statistischen Resultate der Studie, inklusive der Analysen zu den verschiedenen Teilprozessen und der qualitativen Beobachtungen in Fulda.
5 Diskussion: In der Diskussion werden die erzielten Ergebnisse auf Basis der Theorie bewertet, kritisch reflektiert und Implikationen für die zukünftige Forschung und Praxis abgeleitet.
6 Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse über die Wirksamkeit des Trainings und einer abschließenden Reflexion der Studie.
Leseförderung, visuelle Worterkennung, silbenbasiertes Lesetraining, phonologische Rekodierung, orthographischer Vergleich, Leseflüssigkeit, Grundschule, Leseschwäche, Wortleseprozesse, Schriftspracherwerb, Lese-Rechtschreibstörung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Wirksamkeit eines eigens konzipierten, systematischen Lesetrainings, das auf der Segmentierung von Wörtern in Silben basiert, um leseschwache Zweitklässler in ihrer Worterkennung zu unterstützen.
Die zentralen Themen umfassen die kognitionspsychologischen Grundlagen des Leseerwerbs, Methoden zur Förderung der visuellen Worterkennung, die Bedeutung von Silbenstrukturen und die empirische Überprüfung eines speziellen Trainingsprogramms.
Das Hauptziel besteht darin nachzuweisen, ob das Training "Lesen mit Willy Wortbär" die Effizienz der phonologischen Rekodierung und des orthographischen Vergleichs bei schwachen Lesern signifikant steigern kann.
Die Untersuchung folgt einem experimentellen Prä-Post-Test-Design, bei dem eine Trainingsgruppe mit einer Wartekontrollgruppe verglichen wurde, ergänzt durch statistische Analysen (Kovarianzanalysen).
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Modelle zum Lesen erarbeitet, daraufhin die Konzeption des Trainings erläutert und schließlich die Ergebnisse der Studie differenziert nach den verschiedenen Teilprozessen der Worterkennung ausgewertet.
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Leseförderung, silbenbasiertes Lesetraining, phonologische Rekodierung, Leseflüssigkeit und empirische Evaluationsforschung.
Da die deutsche Sprache eine Silbenstruktur aufweist, bietet die Silbe als sublexikalische Einheit eine effektive Möglichkeit für leseschwache Kinder, Wörter in handhabbare Einheiten zu gliedern, anstatt diese lediglich linear oder global zu erfassen.
Der orthographische Vergleich ermöglicht den direkten Abruf von Wortformen aus dem Langzeitgedächtnis. Das Training zielt darauf ab, durch die Arbeit mit häufigen Silben und Mustern diesen Prozess zu unterstützen und somit die Lesegeschwindigkeit zu erhöhen.
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