Examensarbeit, 2011
88 Seiten, Note: 2,0
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
Vorwort
1 Einleitung
2 Hauptteil
2.1 Zur Bedeutung der Straßennamen im historischen Kontext
2.2 Straßennamen als verstecktes Politikum
3 Straßennamen während der Weimarer Republik in Freiburg
3.1 Die kommunale Verwaltung in Freiburg bis 1933
3.2 Benennung und Umbenennung der Straßennamen aus politischen Gründen zwischen 1922 und 1927
4 Politischer Exkurs
4.1 Der Aufstieg der NSDAP in Freiburg
4.2 Die Machtergreifung der Nationalsozialisten und ihre Auswirkung in Freiburg
4.3 Die Stadtführung in Freiburg unter dem Nationalsozialismus
5 Straßennamen während der Zeit des Nationalsozialismus in Freiburg
5.1 Umbenennungen der Straßennamen aus dem Jahr 1933
5.2 Umbenennungen der Straßennamen aus dem Jahr 1934
5.3 Umbenennungen der Straßennamen aus dem Jahr 1935
5.4 Umbenennungen der Straßennamen aus dem Jahr 1936
5.5 Zusammenfassung
6 Neubenennungen der Straßennamen in Freiburg während der NS-Zeit
6.1 Das „Musikerviertel“
6.2 Freiburg-Mooswald
6.3 Das „Heldenviertel“
6.4 Zusammenfassung
7 Entnazifizierung und Entmilitarisierung der Straßennamen in Deutschland
7.1 Umgang mit nationalistischen Straßennamen in Freiburg ab 1945
7.2 Aufarbeitung der NS-Vergangenheit am Beispiel Heldenviertel
8 Straßennamen im Geschichtsunterricht
9 Resümee
10 Anhang
Die wissenschaftliche Hausarbeit untersucht die Umbenennungen und Neubenennungen von Straßennamen in Freiburg in der Zeit des Nationalsozialismus, um aufzuzeigen, wie das Regime Straßennamen als ideologisches Instrument nutzte, vergleicht dies mit der Weimarer Republik sowie der Nachkriegszeit und erarbeitet Konzepte für den geschichtlichen Schulunterricht.
2.2 Straßennamen als verstecktes Politikum
Die ersten Überlieferungen von Straßennamen stammen aus dem 12. Jahrhundert und hängen unmittelbar mit der Gründung von Städten im Spätmittelalter zusammen. Pestwellen, die über Europa hereinbrachen und die Bevölkerung in den neu gegründeten Städten dahinrafften, führten zu einem Überangebot der landwirtschaftlichen Produkte und einem großen Mangel an Arbeitskräften in den Städten. Eine regelrechte Landflucht war die Folge. Auch folgten immer mehr Menschen dem Slogan „Stadtluft macht frei“.
Leibeigene, die sich ein Jahr und einen Tag in einer Stadt aufhielten, wurden von ihren Diensten gegenüber ihren Dienstherren befreit. Die Bevölkerungszahlen nahmen in den Städten drastisch zu. Neue Häuser, Kanalisation, Wasserversorgung und auch neue Straßen mussten gebaut werden. Um sich in einer immer größer werdenden Stadt orientieren zu können, fingen die Menschen an, den Gassen in ihrer Stadt Namen zu geben. Der Begriff „Straße“ tauchte erst später im 18. Jahrhundert auf. Bei der Vergabe von Straßennamen im Mittelalter war die mittelalterliche Lebenswelt anhand der Topographie und der Infrastruktur semantisch abgebildet. Die Menschen orientierten sich dabei an Handwerkszünften (Gerbergasse, Schustergasse), Bevölkerungsgruppen, (Judengasse, Hugenottengasse), Gebäuden (Klostergasse) oder der jeweiligen Funktion (Wassergasse) der damaligen Straße. Es ist nachgewiesen worden, dass die Straßennamen im Spätmittelalter eine reine identifizierende, spezifizierende und differenzierende Funktion hatten.
Das symbolische Potenzial eines Straßennamens fing man erst nach der Französischen Revolution an zu nutzen. Als die französischen Revolutionäre im Jahr 1793 den „Place Louis XV“ in „Place de la Revolution“ umbenannten, enthaupteten sie auch symbolisch die Monarchie. Die Französische Revolution diente im 19. und 20. Jahrhundert anderen europäischen Staaten als Vorbild für die Politisierung des Namenschatzes.
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Bedeutung von Straßennamen als Spiegel der Stadtgeschichte und identifiziert die Forschungslücke bezüglich der Straßenbenennungspraxis im Nationalsozialismus in Freiburg.
2 Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die historische Bedeutung von Straßennamen, ihre Ordnungsfunktion sowie ihr Potenzial als politisches Instrument zur Verbreitung von Ideologien.
3 Straßennamen während der Weimarer Republik in Freiburg: Dieses Kapitel beschreibt die durch politische Auseinandersetzungen geprägte Straßenbenennungspraxis in Freiburg während der Weimarer Zeit unter einer demokratisch agierenden Stadtverwaltung.
4 Politischer Exkurs: Dieser Exkurs erläutert den Aufstieg der NSDAP in Freiburg, die Machtergreifung und die resultierende Gleichschaltung der städtischen Verwaltung.
5 Straßennamen während der Zeit des Nationalsozialismus in Freiburg: Dieses Kapitel analysiert systematisch die Umbenennungskampagnen in Freiburg zwischen 1933 und 1944 sowie die zunehmende Kontrolle durch Polizei und Gauleitung.
6 Neubenennungen der Straßennamen in Freiburg während der NS-Zeit: Hier werden die Neubenennungen in neuen Siedlungsgebieten wie dem „Musikerviertel“ und dem „Heldenviertel“ untersucht, die ideologisch aufgeladenen Zwecken dienten.
7 Entnazifizierung und Entmilitarisierung der Straßennamen in Deutschland: Dieses Kapitel behandelt den Umgang mit der NS-Straßennamens-Hinterlassenschaft nach 1945 und die Schwierigkeiten bei der Aufarbeitung am Beispiel des „Heldenviertels“.
8 Straßennamen im Geschichtsunterricht: Abschließend werden didaktische Möglichkeiten aufgezeigt, wie Straßennamen als lebendige Geschichtsquellen in den Unterricht integriert und für eine kritische Auseinandersetzung genutzt werden können.
9 Resümee: Das Resümee fasst die Erkenntnis zusammen, dass die Straßenbenennung im NS-Freiburg zielgerichtet der Etablierung nationalsozialistischer Ideologie diente, während die Nachkriegszeit von Desinteresse und einer fehlenden systematischen Aufarbeitung geprägt war.
10 Anhang: Der Anhang bietet ein ausführliches Verzeichnis der verwendeten Literatur, Archivalien, Zeitungsartikel und Internetquellen.
Straßennamen, Nationalsozialismus, Freiburg, Weimarer Republik, Stadtgeschichte, Umbenennungen, Ideologie, Heldenviertel, Geschichtsunterricht, Erinnerungskultur, Gleichschaltung, Stadtverwaltung, NS-Propaganda, Archivamt, Straßennamenpolitik
Die Arbeit untersucht, wie und mit welchen Zielen das nationalsozialistische Regime die Vergabe und Umbenennung von Straßennamen in Freiburg nutzte, um seine Ideologie im öffentlichen Raum zu verankern.
Die Arbeit deckt die Straßenbenennungspolitik während der Weimarer Republik, die politische Entwicklung der Freiburger Stadtverwaltung unter dem Nationalsozialismus sowie die Aufarbeitung dieser Vergangenheit nach 1945 ab.
Das Ziel ist es, die Kriterien und Vorgehensweisen der NS-Stadtführung bei der Umbenennung und Neubenennung von Straßen in Freiburg systematisch darzustellen und die Funktion dieser Maßnahmen als Instrument zur ideologischen Beeinflussung der Bevölkerung aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden historischen Quellenanalyse, insbesondere unter Auswertung von Unterlagen des Stadtarchivs Freiburg (Akten der Hauptverwaltung, Sicherheitspolizei), lokalen Zeitungsberichten der damaligen Zeit und historischer Fachliteratur.
Der Hauptteil analysiert die Umbenennungskampagnen (1933-1944), die Neubenennung von Siedlungsgebieten (z. B. Musikerviertel, Heldenviertel) und den Prozess der Gleichschaltung der kommunalen Verwaltung.
Schlüsselbegriffe sind Straßenbenennungspolitik, NS-Ideologie, Freiburg, städtische Erinnerungskultur, Aufarbeitung der NS-Vergangenheit, politisches Instrumentarium und Geschichtsdidaktik.
Das Heldenviertel dient als zentrales Fallbeispiel, an dem sich die ideologische Stadtplanung des NS-Regimes sowie die problematische und bis heute andauernde Debatte um den Umgang mit NS-belasteten Straßennamen nach 1945 besonders verdeutlichen lässt.
Während in der Weimarer Republik noch ein demokratischer Diskurs über Straßennamen stattfand, auch wenn dies zu politischen Konflikten führte, erfolgte im Nationalsozialismus eine radikale, zentral gesteuerte Gleichschaltung zur Verbreitung der NS-Ideologie unter Ausschluss kritischer Stimmen.
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