Masterarbeit, 2018
111 Seiten, Note: 1.0
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Deutsch als Tertiärsprache
2.2 Deutsch als zweite Fremdsprache in China
2.3 Lernergrammatik
3 Infinite Konstruktionen als Satzglied
3.1 Satzwertige Infinitivkonstruktionen im Deutschen
3.1.1 Zum Begriff ‚Infinitivkonstruktion‘
3.1.2 Gebrauch der satzwertigen Infinitivkonstruktionen
3.2 Infinitivkomplemente im Englischen
3.3 Verben und Verbalphrasen als Subjekt und Objekt im Chinesischen
4 Erwerb der deutschen satzwertigen Infinitivkonstruktionen unter Einfluss der erworbenen (Fremd-)Sprachen
4.1 Grammatischer Vergleich im Deutschen und Englischen
4.2 Grammatischer Vergleich im Deutschen und Chinesischen
4.3 Mögliche Einflüsse des Englischen und Chinesischen
5 Analyse der DaF-Lernergrammatiken
5.1 Überblick der ausgewählten Lernergrammatiken
5.2 Gebrauch der satzwertigen Infinitivkonstruktionen in sechs Lernergrammatiken
5.2.1 Hall et al.: Übungsgrammatik für Fortgeschrittene (2006)
5.2.2 Hering et al.: Übungsgrammatik für die Mittelstufe (2009)
5.2.3 Kunkel/Durst: Lern- und Übungsgrammatik Deutsch als Fremdsprache (2017)
5.2.4 Dreyer/Schmitt: Lehr- und Übungsbuch der deutschen Grammatik (2001)
5.2.5 Wang/Fang et al.: Lern- und Übungsbuch zur deutschen Grundgrammatik (2013)
5.2.6 Wang et al.: Praktische Grammatik der modernen deutschen Sprache (2014)
5.3 Ergebnisse der Analyse
6 Didaktischer Ausblick
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit analysiert die Darstellung satzwertiger Infinitivkonstruktionen in sechs ausgewählten DaF-Lernergrammatiken, um zu untersuchen, inwieweit diese für chinesische Deutschlernende im Kontext des L3-Erwerbs (Deutsch nach Englisch) geeignet sind und deren spezifische Schwierigkeiten berücksichtigen.
3.1 Satzwertige Infinitivkonstruktionen im Deutschen
‚Infinitivkonstruktion‘ wird als syntaktischer Terminus verwendet und als „[…] beliebige syntaktische Konstruktion, die ein Verb im Infinitiv enthält […]“ (Bußmann 2008: 290) definiert. Eisenberg (2006: 349) bezeichnet sie als „[…] eine Reihe von Einheiten zusammen, in denen Infinitive als Satzglied oder als Kern eines Satzgliedes auftreten […]“ (ebd.). Die Infinitivkonstruktionen haben verschiedene Typen, z. B.:
Egon kann fliegen.
Egon sieht ihn lesen.
Egon scheint zu träumen.
Egon glaubt, das Buch zu verstehen.
Egon lebt, um zu arbeiten.
(Eisenberg 2006: 349)
Aus diesen Beispielen ist zu sehen, dass die Infinitivkonstruktion in zwei morphologischen Varianten auftritt, nämlich ohne zu und mit zu. Die Partikel zu beim Infinitiv hält Askedal (1995: 106f, zit. n. Oslo 2004: 320) syntagmatisch für ein Verbmorphem, weil sie bei Koordination nicht ausgelassen werden kann und zwischen ihr und dem Infinitiv kein nominales oder adverbiales Satzglied stehen kann.
1 Einleitung: Einführung in die Problematik der Infinitivkonstruktionen für chinesische DaF-Lernende und Erläuterung der Relevanz von Lernergrammatiken im Tertiärsprachenerwerb.
2 Theoretischer Hintergrund: Darstellung der Konzepte zum Tertiärsprachenerwerb, des Deutschunterrichts in China sowie Definition und Anforderungen an Lernergrammatiken.
3 Infinite Konstruktionen als Satzglied: Linguistische Beschreibung der Infinitivstrukturen im Deutschen, Englischen und Chinesischen als Basis für den späteren Vergleich.
4 Erwerb der deutschen satzwertigen Infinitivkonstruktionen unter Einfluss der erworbenen (Fremd-)Sprachen: Kontrastiver Vergleich und Diskussion potenzieller Transfermöglichkeiten und Interferenzfehler.
5 Analyse der DaF-Lernergrammatiken: Untersuchung von Umfang, Inhalt und Vermittlungsweise der Infinitivkonstruktionen in sechs ausgewählten Grammatiken.
6 Didaktischer Ausblick: Entwicklung von Verbesserungsvorschlägen für die Gestaltung von DaF-Lehrmaterialien und beispielhafte Erstellung von neuem Lernmaterial.
7 Fazit: Zusammenfassende Auswertung der Analyseergebnisse und Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
DaF, Lernergrammatik, Infinitivkonstruktion, Tertiärsprachenerwerb, Interferenz, Transfer, Deutsch als Fremdsprache, Chinesische Lernende, Syntaktische Funktion, Infinitiv, Sprachvergleich, Didaktik, Grammatikvermittlung, Sprachlernbewusstheit, L3-Erwerb.
Die Masterarbeit untersucht, wie satzwertige Infinitivkonstruktionen in DaF-Lernergrammatiken dargestellt werden, insbesondere mit dem Ziel, chinesische Lernende zu unterstützen, für die Deutsch oft eine dritte Sprache (nach Chinesisch und Englisch) darstellt.
Die zentralen Themen sind der Tertiärsprachenerwerb, der grammatische Vergleich der Infinitivstrukturen im Deutschen, Englischen und Chinesischen sowie die qualitative Evaluation der didaktischen Aufbereitung dieser Strukturen in maßgeblichen Lehrwerken.
Das primäre Ziel ist es, die Darstellung dieser grammatischen Phänomene in sechs ausgewählten Grammatiken zu analysieren und aufzuzeigen, ob und wie die spezifischen Schwierigkeiten chinesischer Lernender in diesen Werken adressiert werden.
Die Arbeit basiert auf einer linguistischen Beschreibung und einem kontrastiven Sprachvergleich (Deutsch-Englisch-Chinesisch), gefolgt von einer analytischen Bewertung des Inhalts, Umfangs und der Darstellungsmethodik in den ausgewählten Lernergrammatiken.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, eine detaillierte linguistische Analyse der Infinitivkonstruktionen, einen kontrastiven Vergleich sowie die eigentliche Analyse und Bewertung der gewählten Lernergrammatiken.
Wichtige Begriffe sind DaF, Tertiärsprachenerwerb, satzwertige Infinitivkonstruktionen, Interferenz, Transfer, grammatische Beschreibung und didaktische Konzeption.
Die Analyse zeigt, dass der englische Gebrauch umfassender ist (z.B. for-Konstruktion, infinitivische Fragesätze), während das Deutsche restriktiver ist, was bei Lernenden zu typischen Interferenzfehlern führen kann.
Die Arbeit stellt fest, dass in China verfasste Lernergrammatiken die Lerngewohnheiten und Bedürfnisse der Zielgruppe meist expliziter und ausführlicher berücksichtigen als die in Deutschland erschienenen Standardwerke.
Der Autor empfiehlt, Grammatikkenntnisse aus dem Englischen bewusst zur Transferförderung zu nutzen, Interferenzfehler explizit zu thematisieren und die Identitätsbedingungen des Sinnsubjekts verständlicher darzustellen.
Das Ergebnis ist, dass die Darstellung in keinem der untersuchten Werke vollständig ist; besonders Attribut- und Adverbialfunktionen werden oft vernachlässigt und Identitätsbedingungen nicht immer klar vermittelt.
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