Bachelorarbeit, 2020
62 Seiten
1. Hinführung und Problemlage
2. Anlage der Arbeit
3. (Hoch-)Begabung
3.1 Begriffsbestimmung
3.2 (Hoch-)Begabungsmodelle
3.2.1 Münchener Hochbegabungsmodell von Heller
3.2.2 Drei-Ringe-Modell von Renzulli
3.2.3 Triadisches Interdependenzmodell von Mönks
3.3 Formen der Förderung
3.3.1 Akzeleration
3.3.2 Enrichment
4. Mathematische (Hoch-)Begabung
4.1 Mathematische Förderung
5. Zur Anlage der empirischen Untersuchung
5.1 Design im Überblick
5.2 Stichprobe
5.3 Erhebungsmethode
6. Förderung zum Schwerpunkt „Raum und Form"
6.1 Curriculare Vorgaben und fachwissenschaftlicher Hintergrund
6.1.1 Fachwissenschaftlicher Hintergrund und Kompetenzanalyse
6.1.2 Curriculare Vorgaben
6.1.3 Lernziele bzw. Kompetenzen für die Lehr- Lernsequenz
6.2 Lernvoraussetzungen des Kindes: innere- und äußere Bedingungen
6.3 Methodisch - didaktische Gestaltung der Förderung
6.4 Durchführung der Förderung
6.5 Evaluation und Ergebnisse
6.5.1 Anzeichen für mathematische (Hoch-)Begabung
6.5.2 Anzeichen auf Änderung durch die Förderung
7. Fazit
8. Anhang
8.1 Information und Einverständniserklärung zum Forschungsvorhaben
8.2 Förderaufgaben
8.3 Unterrichtsskizze zur Einführung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung des Förderkonzepts Enrichment im Mathematikunterricht bei einem (hoch-)begabten Kind der zweiten Grundschulklasse, wobei die Forschungsfrage darauf fokussiert, wie sich die Motivation des Kindes durch die Förderung verändert und ob Anzeichen für eine geförderte mathematische Begabung vorliegen.
1. Hinführung und Problemlage
„Wenn wir die These ernst meinen, daß die volle Entfaltung der Individualität zum Ausgangspunkt aller gesellschaftlichen und bildungspolitischen Bemühungen gemacht werden muß, dann sollten wir uns zuerst von der Vorstellung trennen, daß mit einem in Form und Inhalt gleichen Bildungsangebot allen Kindern gleichermaßen entsprochen werden kann, unabhängig von ihren spezifischen und eben differenzierten Entwicklungsvoraussetzungen und Bedürfnissen.“
Dieses Zitat erinnert an die unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse von Kindern und an das anzustrebende Ziel der „volle[n] Entfaltung der Individualität“. Heterogenität, also die Verschiedenheit der Schülerinnen und Schüler hinsichtlich verschiedener Merkmale, ist danach die Normalität im Klassenzimmer. Dies beobachtet jede Lehrerin und jeder Lehrer im Schulalltag, aber auch verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen belegen diesen Sachverhalt.
Schülerinnen und Schüler unterscheiden sich in vielen Merkmalen. So gibt es Unterschiede bei den Persönlichkeits- und den Leistungsmerkmalen, die zum Beispiel sind: mathematisches Wissen, mathematische Kompetenz und Interesse, mathematische, persönliche, soziale und kulturelle Erfahrungen. Schülerinnen und Schüler zeichnen sich durch unterschiedliche Lernvoraussetzungen, Zugangsweisen und Anspruchsniveaus aus. Lehrkräfte müssen sich darauf einstellen und die Lerninhalte, -ziele und -tempo darauf ausrichten, was eine hohe Sensibilität gegenüber besonderen Leistungen, Fähigkeiten und Besonderheiten der Kinder erfordert. Denn „jedes Kind [ist ein] Individuum [...].“
Eines der zu beobachtbaren heterogenen Merkmale ist die (Hoch-)Begabung. (Hoch-)Begabung drückt sich durch spezielle Eigenschaften aus, wie besondere Kreativität, hohe Motivation und außergewöhnliche (mathematische) Fähigkeiten (Kapitel 3.2.3). „Ganz allgemein gesagt, sind (hoch-)begabte Kinder ihren Alterskameraden in Bezug auf ihre geistige Leistungsfähigkeit um ein oder mehrere Jahre voraus.“ Auch (hoch-)begabte Kinder erfordern – wie alle anderen – eine besondere Beachtung im Klassenraum. Nicht nur, dass Lehrkräfte entscheidend zur Entfaltung von (Hoch-)Begabung beitragen sollten; sie sollten auch dazu beitragen, dass das Potential (hoch-)begabter Kinder nicht verkümmert. Denn die „[...] größte Gefahr für mathematisch begabte Grundschulkinder ist ihre ständige Unterforderung.“
1. Hinführung und Problemlage: Dieses Kapitel thematisiert die Heterogenität im Klassenzimmer und erläutert die Bedeutung der Früherkennung und gezielten Förderung von (hoch-)begabten Kindern, um einer drohenden Unterforderung entgegenzuwirken.
2. Anlage der Arbeit: Die Arbeit gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Hochbegabtenförderung und einen praktischen Teil, der die Konzeption, Durchführung und Evaluation der individualisierten Förderung dokumentiert.
3. (Hoch-)Begabung: Hier werden unterschiedliche Definitionsansätze, Begabungsmodelle wie das Münchener Hochbegabungsmodell und Ansätze der Akzeleration und des Enrichtment theoretisch fundiert.
4. Mathematische (Hoch-)Begabung: Das Kapitel überträgt die allgemeinen Begabungsbegriffe auf den mathematischen Kontext und erläutert spezifische Identifikationsmerkmale bei Grundschulkindern sowie Ansätze der mathematischen Förderung.
5. Zur Anlage der empirischen Untersuchung: Dieses Kapitel legt das Design der qualitativen Fallstudie dar, einschließlich der Auswahl des Förderkindes und der gewählten Beobachtungsmethodik für die einwöchige Untersuchung.
6. Förderung zum Schwerpunkt „Raum und Form": Der Hauptteil umfasst die fachwissenschaftlichen Grundlagen zum Thema „Würfelgebäude und Baupläne“, die curricularen Einbindungen, die Lernvoraussetzungen sowie die detaillierte Darstellung der Durchführung und Evaluation der Förderung.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Beantwortung der Forschungsfrage, reflektiert die Ergebnisse der einwöchigen Förderung und gibt Anregungen für die zukünftige Gestaltung von Begabtenförderung.
8. Anhang: Der Anhang beinhaltet die Unterlagen zur Einverständniserklärung sowie eine Übersicht der verwendeten Förderaufgaben und die Unterrichtsskizze.
Enrichment, Mathematikunterricht, Hochbegabung, Individualförderung, Raum und Form, Würfelgebäude, Baupläne, Motivation, Grundschule, Begabtenförderung, qualitative Forschung, Fallstudie, Lernvoraussetzungen, Kompetenzanalyse, Geometrie
Die Arbeit untersucht das Förderkonzept Enrichment im Kontext des Mathematikunterrichts in der Grundschule, um herauszufinden, wie man ein (hoch-)begabtes Kind individuell fördern kann.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Hochbegabung, unterschiedliche mathematische Förderkonzepte, der fachliche Hintergrund zur Leitidee „Raum und Form“ sowie die praktische Umsetzung einer einwöchigen Enrichment-Förderung.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob sich durch eine kurzfristige, individualisierte Enrichment-Förderung die Motivation des Kindes steigern lässt und ob Anzeichen für eine gezielte Begabungsförderung feststellbar sind.
Die Arbeit nutzt eine qualitative Forschungsmethode in Form einer verdeckten, teilnehmenden Beobachtung im Rahmen einer Einzelfallstudie.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die fachwissenschaftliche Analyse von Würfelgebäuden und Bauplänen, die curriculare Verortung dieser Themen sowie die konkrete Dokumentation und Evaluation der durchgeführten Fördersequenzen.
Die Arbeit bezieht sich maßgeblich auf mathematikspezifische Begabungsmerkmale wie die Fähigkeit zum Strukturieren, räumliches Vorstellungsvermögen und die Reversibilität, kombiniert mit allgemeinen Persönlichkeitseigenschaften wie Lernmotivation.
Das Thema wurde gewählt, da es zum Zeitpunkt der Feldforschung Teil des regulären Mathematikunterrichts war und sich durch hohen Motivationscharakter sowie vielfältige Möglichkeiten zur Differenzierung und Vertiefung auszeichnet.
Die Autorin betont, dass Lehrkräfte eine entscheidende Rolle als Förderer einnehmen müssen, da (hoch-)begabte Kinder ohne gezielte Hilfestellung und eine positive, sensibilisierte Grundhaltung der Lehrkraft Gefahr laufen, ihr Potenzial durch Unterforderung und Existenzkrisen zu verlieren.
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