Fachbuch, 2020
49 Seiten
1 Einleitung
2 Sexualstraftäter und Sexualdelikte
2.1 Begriffsbestimmung Sexualstraftäter
2.2 Sexualstraftäter Klassifizierung
2.3 Theoretischer Ansatz für sexualstraffälliges Verhalten
2.4 Rückfallrisiko Sexualstraftäter
3 Wiedereingliederung
3.1 Begriffserklärung Wiedereingliederung
3.2 Stationäre Wiedereingliederung von Sexualstraftätern
3.3 Ambulante Wiedereingliederung durch das Niedersächsische Konzept
4 Herausforderungen für Justizsozialarbeitende im ambulanten Wiedereingliederungsprozess
4.1 Fachliche Klärung
4.2 Professionelle Aufgaben und Methoden
4.3 Gesellschaftliches Bild
4.4 Medien und Öffentlichkeitsarbeit
4.5 Besondere Klientengruppen
5 Schlussbetrachtung
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die spezifischen Herausforderungen der Sozialen Arbeit bei der Wiedereingliederung männlicher Sexualstraftäter im Rahmen des „Niedersächsischen Konzepts zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern“ (KURS) zu identifizieren und kritisch zu beleuchten.
4.2 Professionelle Aufgaben und Methoden
Eine pädagogische Professionalität im Umgang mit Sexualstraftätern setzt sich aus verschiedenen Aspekten zusammen.
Wissen ist eine Grundvoraussetzung um als Justizsozialarbeiter / Justizsozialarbeiterin arbeiten zu können. Dieses Wissen wird durch Bildung und Ausbildung erlangt und muss stetig weitergeführt werden. Neues wissenschaftliches Wissen, Erfahrungsberichte und Präventions- und Sexualpädagogische Konzepte müssen immer wieder auf ein Neues erweitert werden, um die Professionalität gewähren zu können. Im Umgang mit Sexualstraftätern ist der Zusammenhang von Pädagogik und Macht in Verbindung mit Sexualität ein wichtiges Thema. Darüber hinaus müssen auch die Auswirkungen von sexualisierter Gewalt sowie Kenntnisse über die unterschiedlichen Gewaltformen und besonderer Risikogruppen bekannt sein (vgl. Böllert, 2014, S. 144).
Speziell in KURS sind die Risikogruppen bereits unterteilt, so dass man sich auf den Umgang mit dem Klienten vorbereiten und das Risiko einschätzen kann.
Um eine professionelle Haltung als Justizsozialarbeiter / Justizsozialarbeiterinnen zu haben, muss eine Grundhaltung gegeben sein, die sich aus inneren ethischen Prinzipien zusammensetzt. Diese sollte moralisch vertretbar sein und durch Werte und Normen gestärkt werden. Diese Haltung dient als Selbstkonzept jeder Fachkraft und beeinflusst die Entscheidungen und Handlungen in der Arbeit mit Sexualstraftätern. Die professionelle Haltung wächst mit eigenen Erfahrungen und Verbindungen mit theoretischem Wissen. Somit wird die Haltung im Alltag gestärkt und kann erst nach dem Berufseinstieg entwickelt werden (vgl. ebd., S. 147).
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, Zielsetzung der Arbeit und des Fokus auf das niedersächsische Konzept zur Wiedereingliederung männlicher Sexualstraftäter.
2 Sexualstraftäter und Sexualdelikte: Darstellung der rechtlichen Grundlagen, Klassifizierung von Straftätern nach Knight und Prentky sowie die theoretische Verortung der Entstehung von Rückfallrisiken.
3 Wiedereingliederung: Erläuterung der Begriffe sowie Differenzierung zwischen stationärer und ambulanter Wiedereingliederung, mit speziellem Fokus auf das Konzept KURS.
4 Herausforderungen für Justizsozialarbeitende im ambulanten Wiedereingliederungsprozess: Detaillierte Analyse der Anforderungen an das Fachpersonal, von der fachlichen Qualifikation über die pädagogische Haltung bis hin zu Medieneinflüssen und dem Umgang mit speziellen Klientengruppen.
5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsthese unter Bestätigung der besonderen Herausforderungen für die Soziale Arbeit in diesem Zwangskontext.
Wiedereingliederung, Sexualstraftäter, Soziale Arbeit, KURS, Rückfallrisiko, Justizsozialarbeit, Resozialisierung, Fallmanagement, Machtverhältnis, Zwangskontext, Deliktprävention, Medienwirkung, psychische Störungen, pädagogische Haltung, Gesellschaftsbild.
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen, mit denen Fachkräfte der Sozialen Arbeit konfrontiert sind, wenn sie männliche Sexualstraftäter im Rahmen des niedersächsischen KURS-Konzepts bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft unterstützen.
Die Arbeit deckt die Klassifizierung von Sexualstraftätern, die rechtlichen und methodischen Rahmenbedingungen der Justizsozialarbeit, den Einfluss gesellschaftlicher Mythen sowie die Spezifika der Fallarbeit bei Hochrisikostraftätern ab.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Arbeit mit dieser Klientel hochspezialisierte Anforderungen an Fachkräfte stellt und die Wiedereingliederung trotz der bestehenden Zwangskontexte und medialen Hürden einen zentralen Beitrag zum Opferschutz leistet.
Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Bachelorarbeit, die durch Literaturanalyse und die Auswertung bestehender Konzepte und Studien, wie etwa das KURS-Modell oder die Klassifikationen nach Knight und Prentky, strukturiert ist.
Der Hauptteil analysiert die konkreten Aufgaben, Methoden wie das Case Management, die Herausforderungen durch den Zwangskontext, die Rolle der Medien und die spezifische Betreuung von Klienten mit psychischen Erkrankungen.
Wiedereingliederung, Sexualstraftäter, KURS, Rückfallrisiko, Justizsozialarbeit und Zwangskontext sind die zentralen Begriffe.
Kategorie A beschreibt akut rückfallgefährdete Täter mit hoher Gefährlichkeit und fehlenden protektiven Faktoren, während Kategorie B latente Rückfallgefährdungen bei bereits existierenden stabilisierenden Faktoren (wie Arbeit oder Therapiebindung) beschreibt.
Die oft verzerrte, täterorientierte oder sensationslüsterne mediale Darstellung erschwert die Arbeit der Sozialarbeiter, da sie stigmatisierend wirkt und die notwendige, neutrale und professionelle Beziehungsarbeit zwischen Fachkraft und Klient zusätzlich belastet.
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