Diplomarbeit, 2006
69 Seiten, Note: 2,0
1 ÜBERBLICK
2 GRUNDLAGEN DER AKTIENPLATZIERUNG UND AKTIENEMISSION
2.1 VORBEMERKUNG
2.2 BETEILIGTE WIRTSCHAFTSSUBJEKTE
2.3 PREISFINDUNGS- UND PLATZIERUNGSVERFAHREN
2.4 ÜBERNAHMEVEREINBARUNGEN
2.5 UNDERPRICING, EMISSIONSRENDITE UND INFORMATIONSASYMMETRIEN
2.6 KURSPFLEGE
3 KURSPFLEGE UND KURSPFLEGEVEREINBARUNGEN
3.1 DEFINITION DER KURSPFLEGE UND BEGRIFFLICHE ABGRENZUNG
3.2 WESENTLICHE ZIELE UND AUSWIRKUNGEN DER KURSPFLEGE IM RAHMEN VON AKTIENERSTEMISSIONEN
3.3 RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
3.3.1 Vorbemerkung
3.3.2 USA
3.3.3 Deutschland
3.4 INSTRUMENTE ZUR KURSPFLEGE
3.4.1 Vorbemerkung
3.4.2 Stabilizing Bid
3.4.3 Penalty Bid
3.4.4 Short-Position und Mehrzuteilungsoption (Greenshoe)
3.4.5 Abschließende Bemerkung
4 KURSPFLEGEVEREINBARUNGEN IM MODELL
4.1 VORBEMERKUNG
4.2 DAS MODELL VON CHOWDHRY/NANDA (1996)
4.2.1 Überblick über das Modell
4.2.2 Darstellung des Modells
4.2.3 Zusammenfassung der Ergebnisse des Modells
4.3 DAS MODELL VON BENVENISTE/BUSABA/WILHELM (1996)
4.3.1 Überblick über das Modell
4.3.2 Darstellung des Modells
4.3.2.1 Vorbemerkung
4.3.2.2 Grundlagen des Modells
4.3.2.3 Benchmark-Lösung als Vergleichsmaßstab
4.3.2.4 Problematik der Überschätzung des Interesses in der Premarket-Phase
4.3.2.5 Einschaltung der Emissionsbank und der Einsatz von Kurspflegevereinbarungen zur Lösung von Anreiz-Problemen
4.3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse des Modells
4.4 DAS MODELL VON FISHE (2002)
4.4.1 Überblick über das Modell
4.4.2 Darstellung des Modells
4.4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse des Modells
4.5 VERGLEICHENDE ANALYSE DER MODELLE
5 KURSPFLEGE IN DER EMPIRISCHEN LITERATUR
5.1 VORBEMERKUNG
5.2 NACHWEIS DER KURSPFLEGE
5.3 INSTRUMENTE ZUR KURSPFLEGE IN DER PRAXIS
5.4 PROFITEURE DER KURSPFLEGE
5.5 ABSCHLIEßENDE BEMERKUNG
6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Analyse von Kurspflegevereinbarungen im Rahmen von Aktienerstemissionen (IPOs). Ziel ist es zu untersuchen, welche Rolle Kurspflegemaßnahmen der Emissionsbanken für den Emissionsprozess spielen, welche Auswirkungen diese auf die verschiedenen beteiligten Akteure haben und wie sie theoretisch sowie empirisch begründet werden können.
3.4.4 Short-Position und Mehrzuteilungsoption (Greenshoe)
Ein weiteres Instrument, das zur Kurspflege eingesetzt wird, ist eine Short-Position, häufig in Verbindung mit einer Mehrzuteilungsoption (auch Greenshoe genannt). Während der Zuteilung der Aktien gibt das Emissionskonsortium dabei zunächst über das ursprüngliche Emissionsvolumen hinaus weitere Aktien aus. Es tätigt also Leerverkäufe und geht eine so genannte Short-Position ein. Kommt nun bereits unmittelbar nach Aufnahme der Börsennotiz des Emittenten Verkaufsdruck auf, so können, um den Kurs zu stabilisieren, bis zum Volumen der eingegangenen Short-Position Aktien über den Markt bis zum Emissionspreis zurückgekauft werden, ohne dass dabei das Konsortium Verluste erleidet. Eine solche in Erwartung einer schwachen Kursentwicklung aufgebaute Short-Position bezeichnet man auch als „naked short“, da kein weiteres Geschäft zur Absicherung der Position getätigt wird. Ein Vorteil einer Short-Position besteht darin, dass sie dem Markt gegenüber nicht angezeigt werden muss.
Beim Eingehen einer Short-Position unterliegt das Emissionskonsortium jedoch dem Risiko, dass der Kurs der Aktie des Emittenten nach Aufnahme des Handels am Sekundärmarkt steigt. Dann erleidet es beim Rückkauf der Aktien über die Börse u.U. Verluste beim Eindecken der Short-Position. Gegen dieses Risiko kann sich das Konsortium über eine Mehrzuteilungsoption, in der Praxis auch Greenshoe genannt, absichern. Der Greenshoe erlaubt es dem Konsortium weitere Aktien, bis zu 15% des Emissionsvolumens, zum Emissionspreis zu übernehmen. Diese zusätzlichen Aktien stammen meist aus dem Besitz der Altaktionäre oder werden vom Emittenten bereitgestellt. Ist ein Greenshoe im Konsortialvertrag vereinbart worden, kann die Short-Position im Falle hoher Nachfrage und einer positiven Kursentwicklung der Aktie aus dieser Mehrzuteilungsoption eingedeckt werden. Das Konsortium kann also die Short-Position, sofern sie vom Volumen her nicht größer als der Greenshoe ist, ohne ein Verlustrisiko eindecken, unabhängig davon ob der Kurs der Aktie des Emittenten steigt oder fällt. Bei steigendem Kurs wird der Greenshoe ausgeübt, wodurch sich der Erlös des Emittenten durch die zusätzlich ausgegebenen Aktien erhöht.
1 ÜBERBLICK: Das einleitende Kapitel führt in die Thematik der Aktienemission ein und erläutert die Bedeutung der Kurspflege für den Erfolg eines Börsengangs.
2 GRUNDLAGEN DER AKTIENPLATZIERUNG UND AKTIENEMISSION: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen des IPO-Prozesses, die beteiligten Akteure, Preisfindungsverfahren und das Phänomen des Underpricings.
3 KURSPFLEGE UND KURSPFLEGEVEREINBARUNGEN: Hier werden der Begriff der Kurspflege definiert, rechtliche Rahmenbedingungen in den USA und Deutschland dargelegt sowie die gängigen Instrumente wie Stabilizing Bids und Greenshoe-Optionen beschrieben.
4 KURSPFLEGEVEREINBARUNGEN IM MODELL: Es werden drei theoretische Modelle (Chowdhry/Nanda, Benveniste/Busaba/Wilhelm und Fishe) vorgestellt, die analysieren, wie Kurspflege den Emissionspreis und das Anreizverhalten der Akteure beeinflusst.
5 KURSPFLEGE IN DER EMPIRISCHEN LITERATUR: Das Kapitel widmet sich der empirischen Evidenz, dem Nachweis von Stabilisierungseffekten sowie der Frage, wer in der Praxis tatsächlich von Kurspflegemaßnahmen profitiert.
6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und diskutiert den aktuellen Forschungsstand sowie offenen Diskussionsbedarf.
Aktienemission, IPO, Kurspflege, Aktienplatzierung, Underpricing, Stabilisierung, Emissionsbank, Greenshoe, Bookbuilding, Short-Position, Marktmanipulation, Investoren, Informationsasymmetrie, Kapitalmarkt, Wertpapierhandel
Die Arbeit untersucht die ökonomische Analyse von Kurspflegevereinbarungen bei Aktienerstemissionen (IPOs) und deren Auswirkungen auf den Emissionsprozess.
Die Schwerpunkte liegen auf der Gestaltung von Aktienplatzierungen, dem Underpricing, den Instrumenten zur Kursstabilisierung und den ökonomischen Modellen, die diese Prozesse erklären.
Das Ziel ist es, die Rolle und die Auswirkungen von Kurspflegemaßnahmen aus verschiedenen theoretischen und empirischen Perspektiven zu beleuchten.
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Analyse, bei der theoretische ökonomische Modelle (u.a. Spieltheorie/Informationsasymmetrie) sowie empirische Studien zum Thema Kurspflege systematisch ausgewertet und vergleichend gegenübergestellt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung und Modellierung (Kapitel 4) sowie eine Analyse der empirischen Literatur (Kapitel 5), ergänzt um eine vorherige Definition und Vorstellung der rechtlichen sowie praktischen Instrumente (Kapitel 3).
Wesentliche Begriffe sind IPO, Kurspflege, Underpricing, Emissionsbank, Greenshoe, Informationsasymmetrie und Marktstabilisierung.
Während in den Modellen von Chowdhry/Nanda und Benveniste/Busaba/Wilhelm die Kurspflege primär der Maximierung der Erlöse des Emittenten dient, zeigt das Modell von Fishe, dass die Emissionsbank die Kurspflege gezielt zur Maximierung des eigenen Gewinns einsetzen kann.
Flipper sind Investoren, die ihre zugeteilten Aktien direkt nach dem Börsengang wieder verkaufen. Im Modell von Fishe wird verdeutlicht, wie die Emissionsbank das Verhalten dieser Gruppe durch geschickte Preisgestaltung und Short-Positionen für den eigenen Profit nutzen kann.
Penalty Bids dienen als Anreizsystem, um Investoren davon abzuhalten, ihre Aktien sofort nach der Zuteilung zu verkaufen (Flipping), da die Bank ansonsten Sanktionen gegen die verantwortlichen Konsortialmitglieder verhängen kann.
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