Masterarbeit, 2018
63 Seiten, Note: 2.1
I. Einleitung
II. Die Hegemonietheorie Ernesto Laclaus und Chantal Mouffes
II.I. Der Kontingenzgedanke Ernesto Laclaus
II.II. Artikulation und das Konzept des leeren Signifikanten
III. Die Kritik an der Hegemonietheorie
III.I. Karin Priester
III.I.I. Das mystische Verständnis von Hegemonie
III.I.II. Die Hegemonietheorie Antonio Gramscis
III.I.III. Populismus und Demokratie
III.I.IV Zwischenfazit
III.II. Simon Critchley und das normative Defizit
III.III. Slavoj Žižek und die Universalität
IV. Fazit
V. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Hegemonietheorie von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Krise der radikalen Linken. Das primäre Ziel besteht darin, die theoretischen Ansätze der Autoren zu rekonstruieren und durch die Auseinandersetzung mit den Kritiken von Karin Priester, Simon Critchley und Slavoj Žižek eine objektive Bewertung ihrer politischen Theorie vorzunehmen, um deren Eignung für aktuelle linke Reformprojekte zu prüfen.
II.I. Der Kontingenzgedanke Ernesto Laclaus
„Die einzig demokratische Gesellschaft ist eine, die permanent die Kontingenz ihrer eigenen Grundlagen offenlegt“ (Laclau 2013: 111)
Um den Kontigenz-Gedanken in Hegemonie und radikale Demokratie darzustellen, berufen sich Laclau und Mouffe auf Ansätze verschiedener Autoren. Der klassische Laclau´sche Gedanke einer demokratischen Ordnung, die nicht auf festem Grund „gebaut“ werden kann und somit die Kontingenz sozialer Verhältnisse im demokratischen Zusammenspiel anerkennt, wird bereits in Hegemonie und radikale Demokratie veröffentlicht. Der Begriff Kontingenz macht deutlich, dass die Grundlagen philosophischer und politischer Theorien nicht einfach gegeben sind, sondern durch Prozesse der Ein- und Ausschließung hervorgehen. Die entscheidende Frage ist demnach, was durch den theoretischen Schritt gewisse Grundlagen festzulegen, autorisiert und was ausgeschlossen bzw. verworfen wird (vgl. Butler 1993: 37). Diese Grundlagen sind stets notwendig, allerdings niemals fest und a priori gegeben. Vielmehr müssen diese Grundlagen immer wieder aufs Neue hergestellt und begründet werden. Politische Identitäten sind also immer nur vorläufig und ohne Letztbegründung und somit sind die Grundlagen des Politischen selbst kontingent und es bedarf einer ständigen Institutionalisierung, um diese zu stabilisieren (vgl. Butler 2013: XIVf.).
Laclau und Mouffe greifen dazu auf die unter dem Begriff des Poststrukturalismus verbuchten Theorien, wie die Dekonstruktion Jacques Derridas, Psychoanalytik Jacques Lacans und punktuell die Diskursanalyse Michel Foucaults zurück. Ernesto Laclau wendete sich in späteren Werken zur Dekonstruktion einer ganze Reihe traditioneller Konzepte der politischen Theorie wie Macht, Ordnung, Repräsentation, Emanzipation etc. zu (vgl. Marchart 2017: 5). Jacques Derrida eröffnete mit seiner Arbeit um den Begriff der philosophischen Dekonstruktion die Frage nach ihrer politischen Relevanz. Der Dekonstruktivismus kann einerseits als Teildisziplin der politischen Philosophie verstanden werden, andererseits hat er das Potenzial politische Praxen zu beeinflussen und zu konstituieren (vgl. Rüdiger 1996:18, Obracaj 2015: 13).
I. Einleitung: Die Einleitung verortet die Arbeit im Kontext einer krisengeschüttelten radikalen Linken und führt in die Hegemonietheorie von Laclau und Mouffe als Antwort auf die Dekonstruktion des klassischen Marxismus ein.
II. Die Hegemonietheorie Ernesto Laclaus und Chantal Mouffes: Dieses Kapitel erläutert die Grundpfeiler ihrer Theorie, insbesondere die Verschiebung der marxistischen Basis hin zu einem Verständnis des Politischen als kontingentem Resultat diskursiver Machtkämpfe.
III. Die Kritik an der Hegemonietheorie: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Vorwürfe Karin Priesters bezüglich eines mystischen Politikverständnisses, die Einflüsse von Gramsci und Sorel, sowie die kritischen Perspektiven von Simon Critchley zum normativen Defizit und Slavoj Žižek zur Universalitätsfrage.
IV. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Theorie von Laclau und Mouffe als linkes politisches Instrument trotz ihrer theoretischen Leerstellen und normativen Fragwürdigkeiten.
V. Ausblick: Der Ausblick diskutiert die Relevanz des Modells für heutige westliche Demokratien angesichts des Erstarkens rechtspopulistischer Kräfte und der Notwendigkeit einer agonistischen Öffentlichkeit.
Hegemonietheorie, Ernesto Laclau, Chantal Mouffe, Radikale Demokratie, Postmarxismus, Kontingenz, Diskurstheorie, Antagonismus, Leerer Signifikant, Populismus, Agonismus, Karin Priester, Normatives Defizit, Politische Identität, Machtverhältnisse
Die Arbeit befasst sich mit der Hegemonietheorie von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe und untersucht deren theoretische Fundamente sowie die scharfe Kritik, die insbesondere die Politikwissenschaftlerin Karin Priester an den Autoren äußert.
Zentrale Themen sind die Dekonstruktion des Marxismus, die Rolle des Politischen, das Konzept des Populismus als demokratisches Gestaltungselement und die Frage, inwieweit die Theorie der beiden Autoren als Grundlage für linke Politik taugt.
Das Ziel ist die kritische Rekonstruktion und Evaluation der Hegemonietheorie, um zu prüfen, ob die Ansätze von Laclau und Mouffe trotz theoretischer Inkonsistenzen und Kritikpunkten praktische Ansätze für eine radikale Demokratie bieten.
Es handelt sich um eine politiktheoretische Analyse, die auf der kritischen Rekonstruktion und Gegenüberstellung bestehender Fachliteratur und Primärquellen der poststrukturalistischen Theoriebildung basiert.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Kritik von Karin Priester – insbesondere der Vorwurf der Mystik und der unsauberen Übernahme gramscianischer Begriffe –, ergänzt durch die Auseinandersetzung mit Simon Critchleys normativer Kritik und Slavoj Žižeks Analyse zur Universalität.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hegemonie, Kontingenz, Diskurstheorie, leerer Signifikant, Agonismus und die Spannung zwischen Partikularität und Universalität charakterisiert.
Priester kritisiert, dass Laclau und Mouffe ihre Theorie auf paradoxe, fast mystische Formulierungen stützen, um ein begriffliches Defizit zu kaschieren, statt eine klare ethische oder politische Trennung vorzunehmen.
Die Arbeit führt die Debatte zwischen den Kritikern (die ein normatives Defizit feststellen) und den Autoren (die Offenheit als Stärke betrachten) zusammen und hinterfragt, ob die Theorie in der Praxis überhaupt zwischen demokratischen und undemokratischen Akten unterscheiden kann.
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