Examensarbeit, 2005
113 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFE
2.1. DER KONGO
2.2. DER KONFLIKT
2.3. DER KONFLIKTRAUM
3. DER ZENTRALAFRIKANISCHE KONFLIKTRAUM
3.1 KONFLIKTE IN DEN STAATEN DER REGION
3.1.1. Angola
3.1.2. Burundi
3.1.3. Republik Kongo
3.1.4. Ruanda
3.1.5. Sudan
3.1.6. Tschad
3.1.7. Uganda
3.1.8. Zentralafrikanische Republik
3.2. RAUMÜBERGREIFENDE MERKMALE DER KONFLIKTE
3.2.1. Neue Kriege
3.2.2. Staatszerfall
3.2.3. Konflikte um Ressourcen
3.2.3.1. Neue Formen der Kriegsökonomie
3.2.3.2. Gewaltmärkte
3.2.3.3. Unterschiedliche Organisationsformen von Kriegsökonomien
3.2.4. Ethnische Konflikte
3.2.4.1. Allgemeine Charakteristika
3.2.4.2. Hutu und Tutsi
3.2.5. Grenzüberschreitende Konflikte
3.2.6. Flüchtlinge
3.2.7. Formen und Mittel der Kriegsführung
3.2.7.1. Verstümmelungen und Kannibalismus
3.2.7.2. Kindersoldaten
3.2.7.3. Sexuelle Gewalt
3.2.8. Entwaffnung und Eingliederung von Rebellen
4. DIE DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO
4.1. DIE NATURRÄUMLICHEN GRUNDLAGEN
4.2. DIE HISTORISCHE ENTWICKLUNG
4.2.1. Die vorkoloniale Phase
4.2.2. Der Freistaat Kongo
4.2.3. Der Belgisch-Kongo
4.2.4. Die Kongowirren
4.2.5. Die Ära Mobutu
4.2.5.1. Die politische Entwicklung
4.2.5.2. Die wirtschaftliche Entwicklung
4.2.5.3. Die Rolle des Westens
4.2.5.4. Der Völkermord in Ruanda
4.2.6. Der erste Kongokrieg
4.2.7. Der zweite Kongokrieg
4.2.7.1. Der wirtschaftliche Neuanfang
4.2.7.2. Die „großen“ und „kleinen“ Kriege
4.2.7.3. Der Friedensprozess
4.2.7.4. Die Übergangsregierung
4.3. DIE SOZIALSTRUKTUREN
4.3.1. Die Bevölkerungsverteilung
4.3.2. Die Bevölkerungsstrukturen
4.4. DIE WIRTSCHAFTSSTRUKTUREN
4.4.1. Die Rohstoffe
4.4.1.1. Columbit-Tantalit (Coltan)
4.4.1.2. Kassiterit
4.4.1.3. Kupfer und Kobalt
4.4.1.4. Diamanten
4.4.1.5. Gold
4.4.1.6. Erdöl
4.4.1.7. Hölzer
4.4.2. Transport und Verkehr
4.4.2.1. Das Straßennetz
4.4.2.2. Das Schienennetz
4.4.2.3. Flugverbindungen
4.4.2.4. Flüsse und Seen
4.4.3. Die Wirtschaftsdaten
4.5. DIE DR KONGO IM ZENTRALAFRIKANISCHEN KONFLIKTRAUM
5. DIE KONFLIKTDIMENSIONEN UND MAßSTABSEBENEN
5.1. DIE POLITISCHE DIMENSION
5.1.1. Die regionale Maßstabsebene
5.1.2. Die nationale Maßstabsebene
5.1.3. Die internationale Maßstabsebene
5.2. DIE ETHNISCHE DIMENSION
5.2.1. Die Konflikte im Kivu
5.2.1.1. Die Akteure der regionalen Maßstabsebene
5.2.1.1.1. Banyaruanda
5.2.1.1.2. Banyamulenge
5.2.1.1.3. Mayi-Mayi
5.2.1.2. Die Akteure der nationalen und internationalen Maßstabsebene
5.2.1.3. Der Konfliktverlauf
5.2.2. Die Konflikte in Ituri
5.2.2.1. Die Akteure der regionalen Maßstabsebene
5.2.2.2. Die Akteure der nationalen und internationalen Maßstabsebene
5.2.2.3. Der Konfliktverlauf
5.3. DIE ÖKONOMISCHE DIMENSION
5.3.1. Die RCD-Goma und verbündete Gruppen
5.3.1.1. Die regionale Maßstabsebene
5.3.1.2. Die internationale Maßstabsebene
5.3.2. Die MLC und verbündete Gruppen
5.3.2.1. Die regionale Maßstabsebene
5.3.2.2. Die internationale Maßstabsebene
5.3.3. Simbabwe, Libyen und die Eliten der DR Kongo
6. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Die Arbeit analysiert die komplexen Konfliktstrukturen in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo), indem sie diese in politische, ethnische und ökonomische Dimensionen unterteilt und auf verschiedenen Maßstabsebenen (regional, national, international) untersucht.
3.2.3.1. Neue Formen der Kriegsökonomie
Wie zu den Formen des Staatszerfalls, ist in den vergangenen Jahren auch eine erhebliche Anzahl von Studien zur Untersuchung ökonomischer Aspekte in innerstaatlichen Konflikten erschienen, die in vielerlei Hinsicht zu sehr ähnlichen Schlüssen kommen. Die Bezeichnung als Kriegsökonomie darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich solche ökonomischen Strukturen auch in bewaffneten innerstaatlichen Konflikten entwickeln können, die nur mit geringer Intensität ausgetragen werden (low intensity conflicts) (vgl. Tabelle 1). Aus diesem Grund sprechen viele Autoren auch von der „politischen Ökonomie von Konflikten“ (vgl. Paes 2001, Ehrke 2002 oder Patey 2004). Da jedoch Gewaltausübung ein wesentliches Moment der betrachteten ökonomischen Aspekte darstellt, sind die Bezeichnungen „Kriegs-“ oder „Gewaltökonomie“ zutreffender (vgl. Rufin 1999 oder Menzel 2003).
Bei Untersuchungen ökonomischer Sachverhalte wird stets von Ansätzen der „rational-choice“-Theorie ausgegangen. Das bedeutet, dass die Akteure einer Ökonomie sich anhand von Kosten-Nutzen-Kalkülen zwischen Handlungsalternativen entscheiden.
Die Betrachtung bewaffneter Auseinandersetzungen unter ökonomischen Gesichtspunkten ist nicht neu (vgl. Ehrke 2002: 138). Die Ökonomien innerstaatlicher Konflikte bzw. Neuer Kriege unterscheiden sich jedoch in einigen Aspekten grundlegend von denen in klassischen, zwischenstaatlichen Kriegen. Während sich in klassischen Kriegen Kriegs- und Friedenszeiten deutlich unterscheiden lassen und zu Anpassungen der jeweiligen Wirtschaftweisen führen, wechseln sich in den innerstaatlichen Kriegen über längere Zeiträume häufig „Phasen intensiver und weniger intensiver Kampfhandlungen ab“ (ebd.: 139; vgl. Duffield 2000: 73), ohne dass eine Entscheidung, und mithin eine dauerhafte Befriedung, möglich wäre.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die veränderte weltpolitische Lage nach dem Kalten Krieg und führt die Konzepte des Staatszerfalls sowie der „Neuen Kriege“ in Bezug auf den zentralafrikanischen Raum ein, wobei die Zielsetzung der Analyse der DR Kongo dargelegt wird.
2. Begriffe: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe „Kongo“, „Konflikt“ sowie das Konzept des „Konfliktraums“, um eine wissenschaftliche Basis für die Untersuchung zu schaffen.
3. Der zentralafrikanische Konfliktraum: Hier werden die Konflikte der Staaten der Region (Angola, Burundi, Republik Kongo, Ruanda, Sudan, Tschad, Uganda, Zentralafrikanische Republik) betrachtet und raumübergreifende Merkmale wie Staatszerfall und Kriegsökonomie analysiert.
4. Die Demokratische Republik Kongo: Das vierte Kapitel widmet sich den Grundlagen der DR Kongo, angefangen bei den naturräumlichen Gegebenheiten über die historische Entwicklung bis hin zu Sozial- und Wirtschaftsstrukturen, um das Umfeld für die Konfliktanalyse zu bereiten.
5. Die Konfliktdimensionen und Maßstabsebenen: In diesem Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der politischen, ethnischen und ökonomischen Dimensionen des Konflikts in der DR Kongo, gegliedert nach regionalen, nationalen und internationalen Akteuren.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommentiert mit Blick auf die Übergangsphase die Chancen für einen zukünftigen Frieden.
DR Kongo, zentralafrikanischer Konfliktraum, Staatszerfall, Neue Kriege, Kriegsökonomie, Gewaltmärkte, Rohstoffe, Coltan, ethnische Konflikte, Hutu, Tutsi, Ituri, Kivu, Maßstabsebenen, Konfliktbearbeitung
Die Arbeit analysiert die gewaltsamen Konflikte in der Demokratischen Republik Kongo und bettet diese in den Kontext des zentralafrikanischen Konfliktraums ein, um die komplexen Strukturen hinter den Auseinandersetzungen zu verstehen.
Zentrale Themen sind der Staatszerfall, die Entstehung sogenannter „Neuer Kriege“, kriegsökonomische Strukturen sowie die politische und ethnische Dimension der Konflikte.
Das primäre Ziel ist es, die Dynamik und Komplexität der Konflikte in der DR Kongo strukturell zu beleuchten, um damit einen Beitrag zum Verständnis der sozialen und politischen Prozesse zu leisten.
Der Autor wählt einen systemanalytischen Ansatz, der Konflikte in Dimensionen (politisch, ethnisch, ökonomisch) unterteilt und auf verschiedenen Maßstabsebenen (regional, national, international) untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung des zentralafrikanischen Konfliktraums, die Darstellung der Grundlagen der DR Kongo sowie die detaillierte Analyse der drei genannten Konfliktdimensionen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Staatszerfall, Kriegsökonomie, Gewaltmärkte, Maßstabsebenen, ethnische Identität und Ressourcenkonflikte.
Rohstoffe wie Coltan, Gold und Diamanten bilden die finanzielle Basis für kriegsökonomische Strukturen, fördern die Korruption und führen dazu, dass sich Konfliktparteien durch die Ausbeutung dieser Ressourcen bereichern und den Krieg fortsetzen.
Nachbarstaaten wie Ruanda, Uganda, Angola und Simbabwe sind direkt als Akteure am Konflikt beteiligt, sei es aus machtpolitischen Gründen, zur Grenzsicherung oder um ökonomische Interessen durchzusetzen.
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