Diplomarbeit, 2009
77 Seiten, Note: 2,5
Einleitung
Teil 1:
Die Bahnhofsmission im Wandel der Zeit
1. Die Vorläufer der Bahnhofsmissionsarbeit im Mädchenschutz
1.1 Der Verein der Freundinnen junger Mädchen
1.2 Bemühungen um einen geordneten Bahnhofsdienst
2. Die Anfänge organisierter sozialer Hilfe am Bahnhof
2.1 Die evangelische Bahnhofsmission
2.2 Die katholische Bahnhofsmission
2.3 Die ersten Schritte zu einer interkonfessionellen Zusammenarbeit
3. Die Bahnhofsmission und der erste Weltkrieg
3.1 Die Rolle der Bahnhofsmission während des Krieges
3.2 Die Bahnhofsmission in der Nachkriegszeit
4. Organisationsentwicklung zwischen den Kriegen
4.1 Schulung der Bahnhofsmissionarinnen
4.2 Erste Bemühungen um eine einheitlichen Dienstkleidung
5. Die Bahnhofsmissionen und der Nationalsozialismus
5.1 Die Bahnhofsmissionen im Nationalsozialismus
5.2 Der nationalsozialistische Bahnhofsdienst der NSV
5.3 Das Ende der Bahnhofsmission
5.4 Bemühungen die Arbeit im Verdeckten weiterzuführen
5.5 Der NSV-Bahnhofsdienst im Krieg
5.6 Die Bahnhofsmission in der Nachkriegszeit
6. Die Bahnhofsmissionen und die DDR
6.1 Die Bahnhofsmissionen in der DDR
6.2 Spionagevorwurf und Verbot 1956
7. Die Bahnhofsmission in den 50er Jahren
8. Die Bahnhofsmission in den 60er Jahren
9. Die Bahnhofsmission in den 70er Jahren
10. Die Bahnhofsmission in den 80er Jahren
11. Die Bahnhofsmission in den 90er Jahren
12. Gab es im historischen Entwicklungsprozess der Bahnhofsmission sozialpolitische Merkmale, die auch für den Entwicklungsprozess anderer Einrichtungen bedeutsam waren?
Teil 2:
Die Bahnhofsmission heute
1. Das Leitbild der Bahnhofsmission
1.1 Das Gottes und Menschenbild der Bahnhofsmission
1.2 Die Ziele der Bahnhofsmission
1.3 Das Angebot der Bahnhofsmission
1.4 Die Umgangskultur in der Bahnhofsmission
1.5 Die Bahnhofsmission im sozialen Gefüge
1.6 Die Bahnhofsmission im öffentlichen Bewusstsein
1.7 Die Fachlichkeit der Bahnhofsmission
2. Die Aufgaben der Bahnhofsmission heute
2.1 Hilfen für Reisende
2.2 Menschen mit dem Lebensmittelpunkt Straße
3. Bahnhofsmission vor Ort: Die Bahnhofsmission Essen
3.1 Die Arbeit der Bahnhofsmission Essen
3.2 Eigene Projekte der Bahnhofsmission Essen
3.3 Die Bahnhofsmission Essen in Zahlen
Die Diplomarbeit untersucht die historische Entwicklung und die heutige Rolle der Bahnhofsmission als soziale Hilfeeinrichtung, wobei der Fokus auf ihrer Anpassungsfähigkeit an gesellschaftliche Veränderungen und ihrer lokalen Praxis am Beispiel der Bahnhofsmission Essen liegt.
3.1 Die Rolle der Bahnhofsmission während des Krieges
Wie auch bei anderen Vereinen und fürsorgerischen Organisationen veränderten der erste Weltkrieg und die nachfolgenden gesellschaftlichen und politischen Veränderungen die Arbeit der Bahnhofsmissionen und deren Trägerverbände.49
In den Kriegsjahren öffnete sich die Bahnhofsmission bereits innerhalb weniger Wochen Arbeitsfeldern, die über die Handlungsmuster des vorbeugenden Mädchenschutzes hinweg reichten. Die Bahnhofsmission wurde in die Kriegsfürsorge eingebunden, was zu einer Akzentverschiebung hin zur Hilfe für Menschen vor Ort führte, da auch die Reisetätigkeit kriegsbedingt stark zurückging. Diese wohlfahrtspflegerische Öffnung für eine breitere fürsorgerische Arbeit am Bahnhof war auch an kleineren Bahnstationen bereits erkennbar. 50
Zu Kriegsbeginn leisteten die Bahnhofsmissionen einen deutlich erhöhten Einsatz, der sie an die Grenzen ihrer personellen und organisatorischen Möglichkeiten gehen ließ.51 Zunächst kümmerte man sich um Reisende und Urlauber, die zu Kriegsbeginn in ihre Heimat zurückkehren wollten, aus dem Ausland zurückkehrende Arbeiterinnen, sowie allein in die Heimat reisende Kinder.
Auch in den stellenvermittelnden Büros der Mädchenschutzvereine gab es mehr Arbeit. Viele stellenlos gewordene Mädchen mussten neu vermittelt werden. Da die Kriegswirtschaft und der Frauendienst im Kriege viele Arbeitskräfte absorbierte, wurden diese Vermittlungsdienste jedoch bald ganz eingestellt.52
Im Verlauf des Krieges galt die Arbeit der Bahnhofsmission besonders auch den durch den Krieg wohnungslos und arm gewordenen, den Ausgewiesenen und Flüchtlingen. In einzelnen Orten widmete man die Arbeit besonders intensiv den jungen Munitionsarbeiterinnen. Hier entwickelten sich auf Seiten der katholischen Bahnhofsmission erste Ansätze zu einer von Laien getragenen Seelsorgearbeit.53
1. Die Vorläufer der Bahnhofsmissionsarbeit im Mädchenschutz: Beschreibt die Entstehung der Bahnhofsmission aus dem 19. Jahrhundert als Reaktion auf die soziale Not alleinreisender Frauen im Zuge der Industrialisierung.
2. Die Anfänge organisierter sozialer Hilfe am Bahnhof: Beleuchtet die Institutionalisierung der Bahnhofsmission durch evangelische und katholische Träger und erste Schritte der Zusammenarbeit.
3. Die Bahnhofsmission und der erste Weltkrieg: Analysiert, wie der Krieg die Aufgaben der Bahnhofsmission von reiner Mädchenschutzarbeit hin zur allgemeinen Kriegsfürsorge erweiterte.
4. Organisationsentwicklung zwischen den Kriegen: Zeigt die Professionalisierung und Modernisierung der Arbeit sowie die Versuche einer einheitlichen Struktur in der Weimarer Zeit.
5. Die Bahnhofsmissionen und der Nationalsozialismus: Dokumentiert die zunehmende Kontrolle durch die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt, die Verdrängung der kirchlichen Träger und das letztendliche Verbot.
6. Die Bahnhofsmissionen und die DDR: Schildert die schwierigen Bedingungen in der DDR, die Konkurrenz durch die Volkssolidarität und die Zerschlagung der Arbeit 1956.
7. Die Bahnhofsmission in den 50er Jahren: Beschreibt den Wiederaufbau und die Stabilisierung der Bahnhofsmissionen in der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg.
8. Die Bahnhofsmission in den 60er Jahren: Thematisiert die neuen Herausforderungen durch Gastarbeiter und die steigende Zahl von Fahrschülern sowie die Annäherung der Konfessionen.
9. Die Bahnhofsmission in den 70er Jahren: Dokumentiert die Professionalisierung und die verstärkte Ausrichtung auf das neue Klientel von Arbeitslosen und Menschen mit sozialen Problemlagen.
10. Die Bahnhofsmission in den 80er Jahren: Untersucht die zunehmende Bedeutung der Hilfe für ältere Menschen, Behinderte und psychisch auffällige Personen.
11. Die Bahnhofsmission in den 90er Jahren: Analysiert die Anpassung an moderne Gegebenheiten wie die Zunahme von Technik am Bahnhof und die Einbindung in soziale Netzwerke.
12. Gab es im historischen Entwicklungsprozess der Bahnhofsmission sozialpolitische Merkmale, die auch für den Entwicklungsprozess anderer Einrichtungen bedeutsam waren?: Reflektiert die allgemeine Übertragbarkeit der Entwicklungsmerkmale der Bahnhofsmission auf andere soziale Hilfseinrichtungen.
Bahnhofsmission, Sozialarbeit, Geschichte, Mädchenschutz, Diakonie, Caritas, Nationalsozialismus, DDR, Bahnhof, Soziale Arbeit, Hilfsbedürftige, Ehrenamt, Professionalisierung, Sozialstation, Essen
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Bahnhofsmission von ihren Anfängen im 19. Jahrhundert bis zur heutigen Form als professionelle soziale Einrichtung.
Zu den zentralen Themen gehören der Wandel des Hilfsklientels, der Einfluss politischer Umbrüche auf die Verbandsstruktur sowie die Entwicklung zur "innerstädtischen Sozialstation".
Die Arbeit untersucht, wie die Bahnhofsmission auf gesellschaftliche Notlagen reagierte und ob ihre sozialpolitische Entwicklung beispielhaft für andere soziale Einrichtungen war.
Die Arbeit stützt sich auf eine historische Literaturanalyse sowie auf die Auswertung von Daten und Konzepten der Bahnhofsmission Essen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Chronologie von der Kaiserzeit bis in die 90er Jahre sowie einen praktischen Teil zur Arbeit der Bahnhofsmission Essen.
Wichtige Begriffe sind Bahnhofsmission, Soziale Arbeit, historische Entwicklung, Konfessionalität, Ehrenamt und gesellschaftlicher Wandel.
Sie installierte das Projekt "Reisehelfer", um die Orientierungslosigkeit von Reisenden abzufangen und gleichzeitig Langzeitarbeitslose durch Arbeit zu fördern.
Sie stellen ein spezielles Klientel (14-25 Jahre) dar, für das die Mission Streetwork-Ansätze entwickelte, um den Kontakt zu dieser schwer erreichbaren Gruppe herzustellen.
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