Bachelorarbeit, 2019
46 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Einführung in die Traumapädagogik
2.1 Trauma und Traumatisierung
2.2 Das Konzept der Traumapädagogik und ihre Ziele
2.3 Kernelemente der Traumapädagogik
3 Unbegleitete minderjährige Geflüchtete als besonders vulnerable Gruppe gegenüber Traumatisierungen und Traumafolgebelastungen
4 Flucht als sequentielle Traumatisierung vor, während und nach der Flucht
4.1 Potentiell traumatisierende Erfahrungen im Heimatland
4.2 Potentiell traumatisierende Erfahrungen auf der Flucht
4.3 Potentiell traumatisierende Erfahrungen im Aufnahmeland
5 Häufige traumaassoziierte Symptome und psychische Auffälligkeiten
6 Traumapädagogische Methoden
6.1 Traumapädagogisches Trommeln auf Congas
6.2 Traumapädagogische Ausdrucksmalerei
7 Die traumapädagogischen Methoden in Bezug auf die besondere Situation unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter und ihrer Bedürfnisse
7.1 Effekte auf Selbstbestimmung, Kontrollerleben und Handlungsfähigkeit
7.2 Trommeln und Malen als kriegsassoziierte Trigger
7.3 Die Rolle der Herkunft der unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten
7.4 Anpassung der Methoden an die Voraussetzungen, Verhaltensweisen und Ressourcen der unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten
7.5 Mögliche positive Auswirkungen auf unbegleitete minderjährige Geflüchtete
8 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht, ob und inwiefern spezifische traumapädagogische Methoden – konkret das Trommeln auf Congas und die Ausdrucksmalerei – effektiv und sinnvoll in der stationären Kinder- und Jugendhilfe bei unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten eingesetzt werden können. Ziel ist es, Anpassungsmöglichkeiten dieser Methoden an die besonderen Bedürfnisse, Belastungen und Erfahrungen dieser vulnerablen Personengruppe aufzuzeigen.
6.1 Traumapädagogisches Trommeln auf Congas
Ein auffallend aggressives oder ruhig-gehemmtes Verhalten kann ein eindeutiges Merkmal für innere Spannung sein. Innere Spannungen und Übererregung kann bei traumatisierten Personen eine körperlich-symptomatische Traumafolge sein, die Ausdruck ihrer traumatischen Erlebnisse ist (vgl. Bialek & Kühn 2017, S. 35). Das traumapädagogische Trommeln auf Congas bietet eine Möglichkeit, die eigenen inneren Empfindungen und Spannungen darzustellen und auszudrücken, ohne aktiv darüber reden zu müssen. Durch die Trommelrhythmen und -klänge können Kinder und Jugendliche sowohl ihre Einstellung zu sich als auch zu ihrer Umwelt positiv verändern (vgl. Ding 2013, S. 208f.). Der Einsatz von Congas bietet eine spezifische Möglichkeit der traumapädagogischen Arbeit und unterstützt die Auseinandersetzung der Trommelnden mit sich und ihren traumatischen Erfahrungen (vgl. ebd., S. 219).
Zu Beginn jeder Stunde, bevor die Teilnehmenden kommen, werden alle Congas kreisförmig in der Mitte des Raumes platziert. Die Anordnung unterstützt den gruppendynamischen Prozess, indem durch ihn eine Kontaktaufnahme mittels Sprache, Trommeln, Mimik und Gestik vereinfacht wird. Der Kreis verdeutlicht, dass alle Teilnehmenden Teil der Gruppe sind und dazugehören. Des Weiteren bilden die Congas einen inneren Kreis, der durch die Trommeln abgegrenzt und von ihnen beschützt wird. Dieser Innenkreis wird zur Entspannung genutzt. Hier werden von anderen produzierte Schwingungen und Klänge hör- und spürbar. Im Schutz der Trommeln fällt es Kindern leichter, sich zu den Rhythmen zu bewegen (vgl. ebd., S. 210f. u. S. 215f.).
Grundsätzlich sehen alle Instrumente gleich aus, sodass kein Neid entsteht und negative gruppendynamische Prozesse, z.B. Konkurrenzkampf, unterbunden werden. Jeder sucht sich zu Beginn eine Conga aus, die für diese Stunde ihm gehört. Den Congas wird oft mit Neugierde begegnet und es findet schnell eine Auseinandersetzung statt. Oft beginnt es mit einem zaghaften Abtasten, ehe es zu den ersten Trommelversuchen kommt. Durch Ständer erhalten die Congas weitere Stabilität, sodass sich auch über sie gelegt werden kann.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Migration und Flucht ein und definiert unbegleitete minderjährige Geflüchtete als eine besonders vulnerable Personengruppe mit erhöhtem Bedarf an psychosozialer Unterstützung.
2 Einführung in die Traumapädagogik: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Traumas, stellt das Konzept der Traumapädagogik sowie deren Ziele und Kernelemente vor.
3 Unbegleitete minderjährige Geflüchtete als besonders vulnerable Gruppe gegenüber Traumatisierungen und Traumafolgebelastungen: Der Fokus liegt auf der besonderen Sensibilität dieser Gruppe gegenüber traumatischen Erfahrungen, bedingt durch das Alter und das Fehlen schützender Bezugspersonen.
4 Flucht als sequentielle Traumatisierung vor, während und nach der Flucht: Dieses Kapitel beschreibt den Prozess der sequentiellen Traumatisierung und unterteilt die Erfahrungen der Geflüchteten in die Phasen vor, während und nach der Flucht.
5 Häufige traumaassoziierte Symptome und psychische Auffälligkeiten: Es werden die häufigsten psychischen Belastungen und Symptome unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter, wie die Posttraumatische Belastungsstörung, dargelegt.
6 Traumapädagogische Methoden: Die Methoden des traumapädagogischen Trommelns auf Congas und der Ausdrucksmalerei werden als spezifische Interventionsmöglichkeiten im pädagogischen Setting vorgestellt.
7 Die traumapädagogischen Methoden in Bezug auf die besondere Situation unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter und ihrer Bedürfnisse: Dieses zentrale Kapitel analysiert die Anwendbarkeit der beiden Methoden unter Berücksichtigung der spezifischen Situation und Vulnerabilität der Zielgruppe.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit einer traumasensiblen Haltung sowie der fachgerechten Anpassung traumapädagogischer Methoden.
Traumapädagogik, unbegleitete minderjährige Geflüchtete, Flucht, sequentielle Traumatisierung, stationäre Kinder- und Jugendhilfe, Ausdrucksmalerei, Congas, Traumabearbeitung, psychische Belastung, Posttraumatische Belastungsstörung, Trigger, Ressourcen, Integration, Selbstwirksamkeit, Bindungspädagogik.
Die Arbeit untersucht, wie traumapädagogische Methoden wie das Trommeln und die Ausdrucksmalerei zur Unterstützung von traumatisierten unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten in Jugendhilfeeinrichtungen beitragen können.
Die Arbeit behandelt die Themen Traumapädagogik, die spezifische Vulnerabilität geflüchteter Jugendlicher, sequentielle Traumatisierung durch Flucht sowie die praktische Umsetzung und Anpassung von therapeutisch orientierten Methoden im pädagogischen Alltag.
Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie die beiden gewählten traumapädagogischen Methoden an die besonderen Bedürfnisse und Hintergründe unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter angepasst werden müssen, um effektiv und sinnvoll eingesetzt werden zu können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der kritischen Analyse bestehender traumapädagogischer Konzepte in Bezug auf die spezifische Zielgruppe.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Trauma und Traumapädagogik, die Erläuterung des Modells der sequentiellen Traumatisierung, die Vorstellung der Methoden (Trommeln/Malen) sowie eine detaillierte Analyse ihrer Anwendbarkeit bei Geflüchteten.
Die zentralen Schlagworte sind Traumapädagogik, unbegleitete minderjährige Geflüchtete, Traumabearbeitung, stationäre Jugendhilfe, Ausdrucksmalerei, Trommeln auf Congas und sequentielle Traumatisierung.
Eine ungeprüfte Übertragung könnte die Jugendlichen aufgrund der etikettierenden Wirkung von Sondermaßnahmen stigmatisieren oder ihre Angst vor negativer Aufmerksamkeit verstärken, da viele Geflüchtete versuchen, im Asylprozess möglichst unauffällig zu bleiben.
Trigger sind Faktoren (wie laute Geräusche oder Farben), die bei traumatisierten Geflüchteten an kriegerische Ereignisse erinnern und dysfunktionale Reaktionen oder Retraumatisierungen auslösen können, weshalb ein sehr individueller und vorsichtiger Umgang zwingend erforderlich ist.
Wenn pädagogische Fachkräfte der Einrichtung die Methoden selbst nach einer Weiterbildung anwenden, kann das bereits bestehende Vertrauensverhältnis genutzt werden, und es besteht keine Notwendigkeit für eine offizielle Diagnose oder externe Etikettierung, was die Hemmschwelle für die Jugendlichen senkt.
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