Examensarbeit, 2005
99 Seiten, Note: 2
Einleitung
1 Zum Thema
1.1 Die Bäume in den Märchen
1.2 Der Wald in den Märchen
2 Die Brüder Grimm und die Märchen
2.1 Die Märchen
2.2 Das Märchenschema
2.3 Eine Kurzbiographie der Brüder Grimm
3 Was die Märchen über Bäume sagen
3.1 Aktive Bäume in den Märchen
3.1.1 „Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein“ und der Apfelbaum
3.1.2 „Die Alte im Wald“ und der verzauberte Baum-Prinz
3.1.3 „Aschenputtel“, der Haselbaum und der Birnbaum
3.2 Passive Bäume in den Märchen
3.2.1 „Der goldene Vogel“ und der Apfelbaum
3.2.2 „Der Königssohn der sich vor nichts fürchtet“ und der Baum des Lebens
3.2.3 „Die wahre Braut“ und die Linde
3.2.4 „Die zwei Brüder“, die Birke und der Hexenbaum
3.2.5 „Der Meisterdieb“ und der junge Baum
3.2.6 Weitere passive Bäume
4 Was die Märchen über den Wald sagen
4.1 Der böse Wald in den Märchen
4.1.1 Mut und List im bösen Wald
4.1.1.1 „Hänsel und Gretel“ und der Hexenwald
4.1.1.2 „Die drei Schwestern“ und der Zauberwald
4.1.1.3 „Der Räuberbräutigam“ im dunklen Wald
4.1.1.4 „Der Räuber und seine Söhne“ und der Wald der Menschenfresser
4.1.1.5 Weitere Märchen, in denen Mut und List vorkommen
4.1.2 Zauberwesen im bösen Wald
4.1.2.1 „Der Eisenhans“ im gefährlichen Wald
4.1.2.2 „Das Waldhaus“ im einsamen Wald
4.1.2.3 „Der Eisenofen“ im grausamen wilden Wald
4.1.2.4 Weitere Märchen, in denen Zauberwesen vorkommen
4.2 Der gute Wald in den Märchen
4.2.1 „Schneeweißchen und Rosenrot“ und der Wald als Gottesgarten
4.2.2 „Die drei grünen Zweige“ und der Wald als Schoß der Natur
4.2.3 „Die zwölf Brüder“ und der Wald als Ort des Schutzes
4.2.4 Weitere Märchen, in denen der gute Wald vorkommt
4.3 Mischformen des guten und bösen Waldes in den Märchen
4.3.1 „Die zwei Brüder“ und der Zauberwald
4.3.2 „Die Gänsehirtin am Brunnen“ und die Alte im großen Wald
4.3.3 „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ und der Wald der guten Räuber
4.3.4 Weitere Märchen, in denen der gute und der böse Wald vorkommen
5 Ergebnisse
5.1 Die Bäume in den Grimm’schen Märchen
5.2 Der Wald in den Grimm’schen Märchen
6 Literatur
Diese wissenschaftliche Studie untersucht die symbolische und funktionale Bedeutung von Bäumen und dem Wald innerhalb der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Ziel ist es, die häufige Darstellung des Waldes und spezifischer Bäume durch eine detaillierte Textanalyse zu interpretieren und dabei kulturgeschichtliche sowie mythologische Hintergründe aufzuzeigen.
3.1.1 „Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein“ und der Apfelbaum
Dieses Märchen handelt von einem benachteiligten Mädchen. Es wird tyrannisiert, weil es „nicht anders aussah als andere Menschenkinder“ und zwei Augen hat. Es erfährt Hilfe durch eine alte „weise Frau“. Erst verzaubert diese ihr Zicklein, sodass es durch einen bestimmten Spruch Speisen herbeizaubern kann. Dann, nachdem die Mutter die Ziege aus Bosheit getötet hat, lässt dieselbe alte Frau aus den Innereien der Ziege einen Baum wachsen. Dieser Baum ist „ein wunderschöner prächtiger Baum, der hatte Blätter von Silber und Früchte von Gold“.
Der Apfelbaum ist der einzige Baum, der im Märchen vom Zweiäuglein vorkommt. Er hat eine eindeutig helfende, aktive Funktion. Ein benachteiligtes Mädchen benötigt Hilfe. Diese Hilfe widerfährt Zweiäuglein in Gestalt der alten Frau, die eine „Jenseitige“ ist: „Das deutsche Märchen lässt den Jenseitigen gerne als alten Mann oder alte Frau dem Helden in den Weg treten“. Diese „spenden dem Helden zauberische Gaben“. Die gute Alte stellt Zweiäuglein erst eine durch ihre Zauberkräfte Nahrung spendende Ziege zur Seite, dann lässt sie aus deren Eingeweiden den besagten Baum entstehen. Zweiäuglein liebte die Ziege für die Dienste, die sie ihr leistete, wie andere ihre Mutter lieben. Zweiäuglein empfing von dieser Ziege so etwas wie mütterlichen Beistand.
1 Zum Thema: Einführung in die ambivalente Naturdarstellung in den Märchen und die romantische Sehnsucht nach einer unberührten Welt.
2 Die Brüder Grimm und die Märchen: Überblick über die Entstehungsgeschichte der Sammlung, das zugrunde liegende Märchenschema und eine Kurzbiografie der Brüder.
3 Was die Märchen über Bäume sagen: Analyse der Baumfunktionen, unterteilt in aktiv handelnde, passiv helfende und Mischformen von Bäumen.
4 Was die Märchen über den Wald sagen: Untersuchung der Waldatmosphäre, gegliedert in böse, gute und gemischte Waldformen anhand zahlreicher Märchenbeispiele.
5 Ergebnisse: Synthese der Erkenntnisse über die spezifischen Funktionen von Bäumen und Wald sowie deren mythologische Einbettung.
6 Literatur: Auflistung der verwendeten Sekundär- und Primärquellen zur Untersuchung.
Brüder Grimm, Märchenforschung, Waldsymbolik, Märchenbäume, germanische Mythologie, Apfelbaum, Haselbaum, Volkskunde, Romantik, Zauberwesen, Naturdarstellung, literarische Analyse, Motivforschung, Gut und Böse.
Die Studie untersucht die Funktion und Symbolik von Bäumen und dem Wald in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm.
Im Zentrum steht die Differenzierung zwischen helfenden und bedrohlichen Naturerscheinungen sowie deren Verbindung zu volkskundlichen und mythologischen Überlieferungen.
Das Ziel ist aufzuzeigen, ob der Wald überwiegend negativ wirkt und welche aktiven oder passiven Rollen einzelne Baumarten in den Märchenhandlungen einnehmen.
Die Autorin nutzt eine ausführliche Textanalyse und -interpretation der Märchen in Bezug auf mythologische und kulturgeschichtliche Hintergründe.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Bereiche: Die Analyse der Märchenbäume (aktiv/passiv) und die Analyse des Waldes (gut/böse/neutral).
Wichtige Begriffe sind u.a. Waldsymbolik, Märchenbäume, germanische Mythologie, Volkskunde und Zauberwesen.
Die Arbeit beleuchtet, wie die bürgerlichen Ideale und die Sehnsucht der Romantik zur Natur die Wahrnehmung von Wald und Baum in den Märchen prägten.
Der Haselbaum fungiert als aktiver Helfer und Bindeglied zur verstorbenen Mutter; seine mythische Kraft zum Aufspüren von Metallen spiegelt sich im Erhalt der goldenen Kleider wider.
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