Masterarbeit, 2011
106 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. Einleitung
2. Der Krisen-Begriff
2.1 Genese und Diffusion
2.2 Öffnung
2.3 Instrumentalisierungspotential
3. Krise und Gesellschaft
3.1 Symptom der Risikogesellschaft
3.2 Die Medienkatalyse
3.3 Krisen als Politikum
4. Public Relations in der Risikogesellschaft
5. Forschungsstand und Theoretische Grundlagen
5.1 Sozialwissenschaftliche Krisenforschung
5.2 Organisationstheoretische Krisenforschung
5.3 Kommunikationswissenschaftliche Krisenforschung
6. Situational Crisis Communication Theory
6.1 Einflussfaktoren der Kommunikationsstrategie
6.2 Kommunikationsstrategien
6.3 Strategie-Wahl
7. Krisenkommunikation im Öffentlichen Sektor
7.1 Verwaltungsstruktur der Bundesrepublik Deutschland
7.2 Staatliches Krisenmanagement in Deutschland
7.3 Staatliche Krisenkommunikation
8. Zentrale Annahmen
9. Methodisches Vorgehen
9.1 Untersuchungsgegenstand
9.2 Auswahl der Krisen
9.3 Operationalisierung
10. Ergebnisse
10.1 Themen und Akteursstruktur
10.2 Krisennarration
10.3 Relationen und Interaktion
10.4 Strategien
10.5 Journalistische Kontextualisierung
10.6 Zusammenfassung
11. Reflexion und Ausblick
12. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Krisenkommunikation im föderalen Verwaltungsaufbau Deutschlands mit dem Ziel, krisenübergreifende Schemata staatlicher Kommunikation herauszuarbeiten. Dabei liegt der Fokus auf der Inhaltsanalyse der Lokalberichterstattung zu vier ausgewählten Krisen in Baden-Württemberg, um die Auswirkungen der föderalen Struktur auf die Konsistenz und Strategiewahl staatlicher Akteure in Krisensituationen zu beleuchten.
3.2 Die Medienkatalyse
Eine besondere Rolle im "Krisengerede" (Grundwald/Pfister 2007: 9) kommt unbestritten den Medien zuteil. Die reale Existenz von Krisen ‒ im wörtlichen und metaphorischen Sinn ‒ soll hier zwar keineswegs bestritten werden. Die in den vergangenen Epochen und Jahren gestiegene Zahl medial verzeichneter Krisen legt jedoch nahe, diese Verbindung näher zu untersuchen. Nünning (2007: 53) vertritt die Ansicht, dass die mediale Redeweise von "Krisen" bestimmte Situationen und Geschichten überhaupt erst zu (Medien-) Ereignissen macht. Wenngleich der originäre Urheber-Anteil einer strukturellen Störung oder eines missständischen Ereignisses sicherlich nicht prinzipiell den Medien zugeschrieben werden kann, so sind diese zumindest für die öffentliche Wahrnehmung als solches, im Sinne eines bereitgestellten Deutungsmusters, von entscheidender Bedeutung (Kepplinger 2005: 28).
Projiziert man den Begriff der Krise auf nicht-körperliche Phänomene, so unterliegt die Zustandsbeschreibung abstrakter und somit subjektiver Wertung. Die Krise im weiten wörtlichen Sinne von "Wendepunkt einer gefährlichen Situation" impliziert somit selbst eine Krise. Nämlich, ob einer Situation das Siegel "Krise" zugeschrieben wird oder nicht. An Kepplingers "Mechanismen der Skandalisierung" orientiert (ebd.: 21ff.), beurteilen auf dieser Meta-Ebene der Krise verschiedene Personen die originäre Situation anfänglich unterschiedlich. Je überzeugender das angebotene Deutungsmuster einer der "Parteien" ist, desto stärker gleichen sich ihr die Sichtweisen anderer Menschen an. Infolge mutiert diese Sichtweise zu einer Art allgemein verbindlicher Norm. Somit ist eine schwierige Situation nicht per se eine Krise, sondern wird durch initiative Zuschreibungsprozesse suggeriert und nach Eingang in die öffentliche Wahrnehmung als kollektive Sichtweise in ihrem Deutungsmuster quasi-bestätigt.
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Untersuchung durch die Aktualität von Krisen im Jahr 2011 und erläutert die Zielsetzung, die Krisenkommunikation im föderalen System Baden-Württembergs zu erforschen.
2. Der Krisen-Begriff: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung und die Bedeutungsoffenheit des Krisenbegriffs nach und diskutiert dessen Instrumentalisierungspotential.
3. Krise und Gesellschaft: Der Autor beleuchtet die Rolle von Krisen in der modernen Risikogesellschaft, ihre mediale Verstärkung und ihre Funktion als politisch nutzbare Ereignisse.
4. Public Relations in der Risikogesellschaft: Hier wird der Anpassungsdruck auf die Öffentlichkeitsarbeit durch globale Trends und veränderte Medienstrukturen analysiert.
5. Forschungsstand und Theoretische Grundlagen: Das Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene Disziplinen der Krisenforschung und führt institutionelle, instrumentelle sowie symbolisch-relationale Perspektiven ein.
6. Situational Crisis Communication Theory: Die SCCT wird als theoretischer Rahmen zur Ableitung rhetorischer Strategien vorgestellt, die sich an der wahrgenommenen Verantwortlichkeit orientieren.
7. Krisenkommunikation im Öffentlichen Sektor: Dieses Kapitel überträgt die Theorien auf die spezifische föderale Verwaltungsstruktur der Bundesrepublik Deutschland.
8. Zentrale Annahmen: Auf Basis der vorangegangenen Kapitel werden zentrale Hypothesen zur Konsistenz und Narration der staatlichen Krisenkommunikation formuliert.
9. Methodisches Vorgehen: Es wird die Methode der quantitativen Inhaltsanalyse erläutert, die zur Untersuchung von Zeitungsartikeln zu vier ausgewählten lokalen Krisen in Baden-Württemberg angewandt wird.
10. Ergebnisse: Die Ergebnisse der empirischen Analyse werden hinsichtlich Themen, Akteuren, Narrativen, Interaktionen und Kommunikationsstrategien detailliert dargelegt.
11. Reflexion und Ausblick: Der Autor reflektiert das gewählte Forschungsdesign und deutet zukünftige Möglichkeiten der kommunikationswissenschaftlichen Krisenforschung an.
12. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass staatliche Krisenkommunikation im föderalen System eher ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Akteure bleibt, anstatt einer einheitlichen One-Voice-Policy zu folgen.
Krisenkommunikation, Risikogesellschaft, föderaler Verwaltungsaufbau, Inhaltsanalyse, Situational Crisis Communication Theory, Public Relations, Krisenmanagement, staatliche Kommunikation, Baden-Württemberg, Medienberichterstattung, Akteursstruktur, Verantwortungszuschreibung, Krisennarration, Kommunikationsstrategien, Medienkatalyse.
Die Arbeit untersucht, wie staatliche Akteure innerhalb des föderalen deutschen Verwaltungsaufbaus in Krisensituationen kommunizieren und ob dabei eine konsistente Strategie erkennbar ist.
Die Themenfelder umfassen die mediale Konstruktion von Krisen, die Organisation von Krisenkommunikation in Behörden sowie die Anwendung theoretischer Kommunikationsmodelle im öffentlichen Sektor.
Die Arbeit fragt, ob die theoretischen Prämissen einer transparenten und konsistenten Krisenkommunikation unter den Bedingungen dezentraler Koordination und mehrstufiger Hierarchie im föderalen System medial tatsächlich sichtbar werden.
Der Autor führt eine quantitative Inhaltsanalyse von Lokalzeitungen durch, die über vier ausgewählte Krisenfälle in Baden-Württemberg (Amoklauf, NATO-Gipfel, Geothermie-Schäden, Flutkatastrophe) berichten.
Der Hauptteil erarbeitet zunächst die theoretischen Grundlagen (Krisenbegriff, Risikogesellschaft, SCCT) und analysiert anschließend die spezifischen Herausforderungen der Verwaltungsstruktur sowie die Ergebnisse der Inhaltsanalyse.
Krisenkommunikation, Risikogesellschaft, föderaler Verwaltungsaufbau, Inhaltsanalyse, Public Relations und Krisenmanagement sind zentrale Begriffe der Arbeit.
Der föderale Aufbau mit seinen vielfältigen Ebenen und Zuständigkeiten erschwert eine einheitliche und schnelle Kommunikation, da Akteure oft widersprüchliche Interessen und divergierende Auffassungen von Zuständigkeit vertreten.
Die Studie zeigt eine negative Korrelation zwischen Hierarchie und journalistischer Bewertung: Akteure auf niedrigeren Verwaltungsebenen werden journalistisch meist positiver wahrgenommen und dargestellt als Akteure in höheren Ämtern.
Nein, die Ergebnisse zeigen, dass eine numerisch einheitliche "One-Voice-Kommunikation" in der Praxis nicht gegeben ist; vielmehr agieren zahlreiche Funktionsträger, was zu inkonsistenten Narrationen führen kann.
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