Bachelorarbeit, 2020
117 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Frühkindliches Bindungstrauma
2.1.1 Grundzüge der Bindungstheorie
2.1.2 Frühe Bindungstraumatisierungen.
2.1.3 Auswirkungen frühkindlicher Bindungstraumatisierungen.
2.2 Therapeutische Beziehung
2.2.1 Definition der therapeutischen Beziehung.
2.2.2 Gestaltung der therapeutischen Beziehung.
2.2.3 Aspekte der therapeutischen Beziehungsgestaltung.
2.2.4 Hindernisse bei der therapeutischen Beziehung.
3. Zielsetzung und Fragestellung
4. Versuchsplan und Methodisches Vorgehen
4.1 Design: Leitfadengestütztes ExpertInneninterview
4.1.1 ExpertInneninterview.
4.1.2 Leitfaden.
4.2 Stichprobenkriterien und Rekrutierungsplan
4.3 Planung der Durchführung der Studie
4.3.1 Pretest.
4.3.2 Interview.
4.4 Aufbereitungs- und Auswertungsmethode
4.4.1 Transkription.
4.4.2 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring.
4.4.3 Gütekriterien.
5. Darstellung der Ergebnisse
5.1 Kategoriensysteme
5.2 ExpertInnenbeschreibung
5.3 Abbildung von berufsbezogenen Daten
5.4 Prüfung von Fragestellungen und Hypothesen
5.4.1 Angaben zu bindungstraumatisierten PatientInnen (B).
5.4.2 Therapeutische Beziehung (T).
5.4.3 Bindungsverhalten der TherapeutInnen (V).
6. Diskussion
6.1 Zusammenfassung
6.2 Einordnung in die Literatur
6.3 Limitationen
6.4 Implikationen und weitere Forschung
Die Arbeit untersucht aus der Perspektive erfahrener PsychotherapeutInnen, wie sich die therapeutische Beziehung bei PatientInnen mit einem frühkindlichen Bindungstrauma in der Einzeltherapie gestaltet, um spezifische Handlungsanweisungen für die Praxis abzuleiten.
T7: Schwierigkeiten beim Beziehungsaufbau
Übergeordnet kann gesagt werden: „Schwierigkeiten gibt es nie, Herausforderungen gibt es immer“ (D, S. 15, Z. 445) und die gibt es, abgeleitet aus den Interviews, in der Regel nicht so häufig.
Prinzipiell gilt „[j]e schwerer die Bindungstraumatisierung, desto schwerer natürlich der Vertrauensaufbau“ (A, S. 21, Z. 672-673) und das Aushalten der therapeutischen Beziehung. Daraus lässt sich schlussfolgern „[j]e komplexer die Symptomatik, umso größere Herausforderungen gibt es“ (D, S. 15-16, Z. 449-450).
Eine Schwierigkeit oder Herausforderung im Beziehungsaufbau ist das stückchenweise Austesten, ob die TherapeutIn das aushält. „Das heißt, [hier ist] die Herausforderung […] Ruhe und Gelassenheit als Therapeutin in sich selber zu bleiben“ (D, S. 16, Z. 472-473).
Bindungstraumatisierte PatientInnen sagen von sich aus nicht, wenn sie beispielsweise gekränkt sind. „Manchmal kommen unbewusst, unabsichtliche Kränkungen vor. Wenn ich einen sensiblen Punkt treffe, den ich noch nicht kannte oder als nicht so schwerwiegend eingeschätzt habe“ (A, S. 26, Z. 839-841, 843-845). So gestaltet sich die therapeutische Beziehung am Anfang erst einmal herausfordernd.
Ein Abbruch der therapeutischen Zusammenarbeit stellt natürlich eine Folge der Schwierigkeiten beim Beziehungsaufbau dar. „Bindungstraumatisierungen, Bindung oder Beziehung, in der Kindheit spiegeln sich in der Patient-Therapeuten-Beziehung wider“ (G, S. 6, Z. 151-153) oder „[d]a ist irgendeine Übertragung auf mich. Plötzlich ist es ihnen zu gefährlich, weil ich sie an die frühtraumatische Beziehung erinnere. Die tun sich extrem schwer überhaupt eine Beziehung aufzubauen. Die brechen dann nach den ersten Stunden ab, von denen habe ich aber nicht so viele“ (A, S. 25, Z. 806, 809-810, 812-14).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Bindungstraumatisierung im Kontext der therapeutischen Beziehung ein und leitet aus der fachlichen Relevanz die zentrale Forschungsfrage ab.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel beleuchtet theoretische Grundlagen frühkindlicher Bindungstraumatisierung sowie die Bedeutung, Gestaltung und Hindernisse der therapeutischen Beziehung in der Fachliteratur.
3. Zielsetzung und Fragestellung: Hier werden das Ziel der Arbeit, Verständnis über bindungstraumatisierte PatientInnen zu gewinnen, sowie die daraus resultierenden spezifischen Fragestellungen formuliert.
4. Versuchsplan und Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel beschreibt das qualitative Design mittels leitfadengestützter ExpertInneninterviews, deren Planung, Durchführung und die anschließende Auswertung nach der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
5. Darstellung der Ergebnisse: Dieser Teil präsentiert die aus den Experteninterviews abgeleiteten drei Hauptkategorien und deren Subkategorien sowie die soziodemographischen Daten der teilnehmenden PsychotherapeutInnen.
6. Diskussion: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, ordnet diese in den theoretischen Kontext ein, diskutiert Limitationen der Studie und gibt Ausblicke für zukünftige Forschungsansätze.
Traumatherapeutische PsychotherapeutInnen, Bindungstraumatisierung, frühkindliches Bindungstrauma, therapeutische Beziehung, Beziehungsgestaltung, Bindungsverhalten, qualitative Forschung, Experteninterview, Traumatherapie, Bindungsstörung, Beziehungsaufbau, Bindungstheorie, Supervision, Traumafolgestörungen, Emotionsregulation.
Die Arbeit befasst sich mit der Gestaltung der therapeutischen Beziehung zwischen TherapeutIn und PatientIn, wenn letztere ein frühkindliches Bindungstrauma erlitten haben.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Beziehungsaufbau, der Beziehungsgestaltung unter Berücksichtigung von Werten und Methoden sowie der Reflexion des eigenen Bindungsverhaltens der TherapeutInnen.
Ziel ist es, aus der Perspektive erfahrener TherapeutInnen zu verstehen, wie eine positive therapeutische Beziehung zu bindungstraumatisierten PatientInnen aufgebaut und aufrechterhalten werden kann.
Die Autorin nutzt ein qualitatives Forschungsdesign, bestehend aus sieben leitfadengestützten Experteninterviews, die mittels der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Hintergrund, die methodische Vorgehensweise und die detaillierte Darstellung sowie Diskussion der Ergebnisse, unterteilt in die Kategorien bindungstraumatisierte PatientInnen, therapeutische Beziehung und Bindungsverhalten der TherapeutInnen.
Kernbegriffe sind frühkindliches Bindungstrauma, therapeutische Beziehung, Beziehungsgestaltung, Traumatherapie und professionelle Selbstreflexion.
Die Ergebnisse zeigen, dass Selbstreflexion und kollegiale Beratung (Supervision/Intervision) als unabdingbare Grundwerte in der Traumatherapie angesehen werden, um das eigene Bindungsverhalten zu verstehen und professionell zu agieren.
Die Ergebnisse legen nahe, dass der Beziehungsaufbau bei beiden Gruppen teils ähnlich beginnt, bei Bindungstraumatisierten jedoch eine vorsichtigere, achtsamere Gestaltung erfordert und das Beziehungsthema im Verlauf der Therapie einen deutlich größeren Raum einnimmt.
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