Bachelorarbeit, 2016
241 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemskizzierung und Zielsetzung dieser Arbeit
1.2 Gliederung und Vorgehensweise der Arbeit
2 Sucht – Siech – Krank
3 Morphinismus, Heroinismus
3.1 Geschichtlicher Abriss
3.2 Abhängigkeitsrisiko und Abhängigkeitskarriere
3.3 Wege aus oder mit der Heroinsucht
4 Substitution
4.1 Rechtliche Voraussetzungen
4.2 Substitution in der Praxis
5 SubstitutionsseniorInnen
6 Methodisches Vorgehen
6.1 Das Ergebungsinstrument
6.2 Aufbau und Inhalt des Interviewleitadens
6.3 Auswahl und Beschreibung der Experten
6.4 Datenerhebung
6.5 Datenauswertung
7 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
7.1 Soziodemografische Angaben
7.2 Kategorie 1: Aktuelle Lebensumstände
7.3 Kategorie 2: Lebens- und Drogenkonsumverlauf
7.4 Kategorie 3: Substitution
7.5 Kategorie 4: Gesundheitliche Situation
7.6 Kategorie 5: Bedarfslage hinsichtlich Beratungs- und Unterstützungsangebote
7.7 Sonstiges
7 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse
8 Schlussbetrachtung
9 Literaturverzeichnis
Diese Arbeit untersucht die Problem- und Versorgungslage älterer langzeitsubstituierter Menschen in Augsburg im Kontext des demografischen Wandels. Das primäre Ziel ist es, spezifische Bedürfnisse dieser Personengruppe zu identifizieren und sozialarbeiterische Strategien zu entwickeln, um ihnen ein würdevolles Leben im Alter zu ermöglichen, da dieses Thema in der deutschsprachigen Forschung bislang weitgehend vernachlässigt wurde.
3.1 Geschichtlicher Abriss
Bei Heroin handelt es sich um ein halbsynthetisches Produkt aus dem Extrakt von Rohopium, dem Milchsaft des Schlafmohns. Opium, Morphium, Heroin und Kodein gehören zur Gruppe der Opiate. Alle Opium-Alkaloide und alle weiteren Stoffe, die Antagonisten derselben Rezeptoren im Gehirn sind, werden unter dem Begriff Opiate oder Opioide zusammengefasst. Zu unterscheiden sind neben den natürlichen Opiaten, halbsynthetische Opiate wie Heroin und vollsynthetische Opiate wie Methadon, sowie einige weitere Substanzen unterschiedlicher chemischer Struktur (Vgl. Schneider 2013: 96). Untereinander unterscheiden sich diese Opiate nur in der Wirkungsdauer, Verweildauer im Körper und Verfügbarkeit bei der oralen Aufnahme (Vgl. Bossong 1992: 22).
Um eine angemessene Beschreibung der Entwicklung des Heroins vom gesellschaftlich hochgepriesenen Medikament zum, vom Großteil der Bevölkerung abgestempelten Teufelszeug nachvollziehen zu können, muss bei der Entdeckung eines anderen Opiats, dem Morphin, begonnen werden. Der folgende geschichtliche Abriss bezieht sich auf den deutschsprachigen Raum.
Nach der Entdeckung des Morphins (1806) wurde es 1828 als stark wirkendes Schmerzmittel auf den Markt gebracht und löste daraufhin regelrechte Morphinsuchtwellen aus. Hauptsächlich wurde es Soldaten zur Ruhestellung und Schmerzlinderung im Krieg, z.B. im deutsch-französischen Krieg (1871-1872) verabreicht (Vgl. Ridder 2000: 23f.). Doch wie war es möglich, den nun morphinabhängigen Teilen der Bevölkerung aus der Sucht zu helfen? Damals hatte man den Gedanken, dass die Morphinsucht, durch die Einnahme von Heroin „geheilt“ werden konnte, da davon ausgegangen wurde, dass Heroin zwar auch schmerzstillend ist, aber eben keine Abhängigkeit hervorruft. Somit wurde Heroin ab 1898 von Friedrich Bayer & Co. als ein wirksames Medikament gegen die verschiedensten Krankheiten, v.a. bei Atemwegserkrankungen und zur Bekämpfung der Morphinabhängigkeit, eingesetzt (Vgl. ebenda: passim; DHS 2015).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des demografischen Wandels und dessen Auswirkungen auf langzeitsubstituierte ältere Menschen ein, wobei das Ziel der Arbeit als Ermittlung von Unterstützungsstrategien definiert wird.
2 Sucht – Siech – Krank: Dieses Kapitel definiert Sucht als Krankheit und beleuchtet das Suchtverständnis anhand der WHO-Kriterien sowie des bio-psycho-sozialen Trias-Modells.
3 Morphinismus, Heroinismus: Hier wird der geschichtliche Ursprung des Heroins vom Medikament zur illegalen Droge dargelegt und die Entwicklung von Abhängigkeitskarrieren sowie Ausstiegswege diskutiert.
4 Substitution: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Grundlagen und die praktische Umsetzung der Substitutionsbehandlung als Harm-Reduction-Maßnahme in Deutschland.
5 SubstitutionsseniorInnen: Hier werden die spezifischen Herausforderungen älter werdender substituierter Menschen, wie verfrühte Alterungsprozesse und die Versorgungssituation im Alter, thematisiert.
6 Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel beschreibt das qualitative Forschungsdesign, die Datenerhebung durch Experteninterviews und die anschließende Datenauswertung mittels Inhaltsanalyse nach Mayring.
7 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse: Hier werden die durch Interviews gewonnenen Daten präsentiert und die Lebensumstände, Drogenverläufe sowie Bedarfe der Substituierten in Augsburg diskutiert.
7 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse: Dieses Kapitel verknüpft die empirischen Ergebnisse mit der Theorie und reflektiert die Versorgungssituation sowie den Handlungsbedarf für die Sozialarbeit.
8 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung rundet die Arbeit ab, indem sie auf die aktuelle Drogenpolitik in Augsburg und die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umdenkens hinweist.
9 Literaturverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der in der Arbeit zitierten Quellen und Fachliteratur.
Substitution, Heroinabhängigkeit, Suchthilfe, demografischer Wandel, Älterwerden, Augsburg, Harm Reduction, Substitutionspraxis, soziale Teilhabe, psychosoziale Betreuung, Suchterkrankung, Biografieforschung, Lebensqualität, Altersarmut, soziale Isolation.
Die Arbeit befasst sich mit der sozialen Lebens- und Versorgungslage von älteren langzeitsubstituierten Menschen in Augsburg und untersucht, wie die Soziale Arbeit diese Klientel im Alter unterstützen kann.
Zentrale Themen sind die gesundheitliche und soziale Situation älterer Substituierter, die Rolle der Substitutionsbehandlung, aktuelle Versorgungslücken in Augsburg sowie der Einfluss des demografischen Wandels auf diese spezifische Zielgruppe.
Das Hauptziel ist es, die speziellen Bedürfnisse älterer substituierter Menschen zu ermitteln und konkrete Lösungswege aufzuzeigen, damit diese Menschen ein würdevolles Altern und soziale Teilhabe erfahren können.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt. Dies umfasst persönliche Interviews mit zwei älteren Langzeitsubstituierten sowie einem Substitutionsarzt, um tiefgehende Einblicke in die individuelle Innenperspektive zu erhalten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Sucht und Substitution sowie einen umfangreichen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Experteninterviews dargestellt, kategorisiert und interpretiert werden.
Wichtige Begriffe sind Substitution, Suchtkrankheit, demografischer Wandel, soziale Teilhabe, Harm Reduction und die Lebenswelt älterer Drogengebraucher.
Die Arbeit zeigt auf, dass gesetzliche Rahmenbedingungen und bürokratische Hürden, wie etwa bei der Substitutionsvergabe in Altersheimen, oft eine Barriere für die adäquate Versorgung im Alter darstellen.
Die befragten Substituierten empfinden das Programm als notwendigen Halt und Chance für ein weitgehend normales Leben, kritisieren jedoch die Stigmatisierung und die bürokratischen Belastungen des Alltags.
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