Masterarbeit, 2011
81 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Biologische Rhythmen in Schulmedizin und Osteopathie
2.1 Historischer Überblick
2.1.1 Diagnose- und Behandlungsprinzipien der Osteopathie
2.1.2 Biologische Rhythmen
2.1.3 Untersuchungen Craniosakraler Rhythmus – Autonomes NS
2.2 Funktion des Autonomen Nervensystems
2.2.1 Funktion von Sympathikus und Parasympathikus
2.2.2 Funktion des enterischen Systems
2.2.3 Funktion des afferenten Systems
2.3 Teilstrukturen des Autonomen Nervensystems
2.3.1 Supraspinale Strukturen des Autonomen Nervensystems
2.3.2 Spinale Strukturen des Autonomen Nervensystems
2.3.3 Rezeptoren und Neurotransmitter
2.3.4 Das afferente System
2.4 Autonome Regelsysteme, die den Sinusknoten modulieren
2.4.1 Baroreflexe
2.4.2 Vestibulo-autonomer Reflex
2.4.3 Kardiopulmonale Reflexe
2.4.4 Humorale Volumenreflexe
2.4.5 Atemregulation
2.4.6 Arterielle Chemoreflexe
2.5 Die Herzfrequenzvariabilität
2.5.1 Das HF-Spektrum
2.5.2 Das LF-Spektrum
2.5.3 Die VLF- und ULF-Spektren
2.6 Primärer Atemmechanismus und Craniosakraler Rhythmus
3. Methode
3.1 Studiendesign und statistische Methode
3.2 Messvorrichtungen
3.3 Messmethode
4. Ergebnisse
5. Diskussion
6. Schlussfolgerung
Das Hauptziel dieser Masterthesis ist ein Methodenvergleich zwischen der manuellen osteopathischen Palpation des Craniosakralen Rhythmus und der schulmedizinisch etablierten Herzfrequenzvariabilitätsmessung (HFV) zur Beurteilung der autonomen Funktion des Organismus. Die Forschungsfrage untersucht, ob die osteopathische Diagnostik vergleichbare Tendenzen zur Erfassung autonomer Prozesse liefert wie gerätegestützte Verfahren.
2.1.2 Biologische Rhythmen
„Rhythmik, Regulation und räumlich-zeitliche Koordination sind Grundeigenschaften des Lebens, die Ordnung erzeugen und Energieverschwendung verhindern sollen“. (Liem 2006: 52). Rhythmische Vorgänge lassen sich bei jedem Individuum von der Befruchtung über Wachstum bis zum Erreichen des Todes feststellen. Bei der Entwicklung von Form und Funktion jedes Individuums finden Anpassungsvorgänge durch oszillierende Organfunktionen statt, weil Oszillationen ordnungserzeugend und energetisch ökonomisierend wirken. Die Entstehung der Rhythmen ist noch nicht vollständig geklärt. Gesichert ist, dass biologische Rhythmen sowohl über humorale (Hormone, Peptide) als auch über nervale Wege durch Neuronengruppen mit Schrittmacherfunktion gesteuert werden. Ein genetischer Einfluss ist bekannt. Durch die Einbeziehung der Rhythmik in die osteopathische Diagnostik verbessert sich das Verständnis von Zusammenhängen und Ausprägung von Krankheitsprozessen. „Zum Beispiel kann eine akute Symptomatik als Wiedererscheinung unterdrückter Prozesse oder als Rückführung einer chronischen Erkrankung auch einen Heilungsverlauf markieren“. (Liem 2006: 59) Das Wissen um oszillierende Funktionen von Geweben, Organen, Organsystemen sowie des Gesamtorganismus sind in der Osteopathie für die Diagnostik und Therapie bedeutsam.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die ganzheitliche Sichtweise der Osteopathie und stellt die Herzfrequenzvariabilität als ergänzendes, wissenschaftliches Instrument zur Beurteilung der autonomen Funktion vor.
2. Biologische Rhythmen in Schulmedizin und Osteopathie: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung über biologische Rhythmen, die Anatomie und Funktion des autonomen Nervensystems sowie die physiologischen Grundlagen der Herzfrequenzvariabilität und des Craniosakralen Rhythmus.
3. Methode: Das methodische Vorgehen wird beschrieben, wobei das Studiendesign als nichtinterventionelle Diagnosestudie mit 23 Probanden sowie die eingesetzten Messinstrumente (Vicardio ECP12) und statistischen Analysemethoden dargelegt werden.
4. Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die statistische Auswertung und Korrelationsanalysen der erhobenen Daten, die Zusammenhänge zwischen den CSR-Parametern und den HFV-Werten aufzeigen.
5. Diskussion: Das Kapitel diskutiert die Relevanz der Ergebnisse für die osteopathische Praxis, ordnet diese in bestehende physiologische Konzepte (wie das Entrainment-Modell) ein und hinterfragt die Möglichkeiten und Grenzen der diagnostischen Methoden.
6. Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung resümiert, dass eine Korrelation zwischen der manuellen craniosakralen Palpation und der schulmedizinischen HFV-Diagnostik besteht und empfiehlt eine verstärkte Akademisierung der osteopathischen Ausbildung.
Autonome Funktion, Herzfrequenzvariabilität, Osteopathie, Craniosakraler Rhythmus, biologische Rhythmen, autonomes Nervensystem, Korrelationsanalyse, physiologische Regulation, Methodik, diagnostische Validität, Homöostase, sympathovagale Balance, Pulsation, Spektralanalyse, Primärer Atemmechanismus.
Die Masterthesis befasst sich mit dem Vergleich zweier unterschiedlicher Ansätze zur Beurteilung der autonomen Körperfunktion: der schulmedizinisch etablierten Herzfrequenzvariabilitätsmessung und der manuellen, osteopathischen Palpation des Craniosakralen Rhythmus.
Zentrale Themen sind die Anatomie und Funktion des autonomen Nervensystems, die physikalischen und biologischen Grundlagen der Herzfrequenzvariabilität (HFV) sowie die theoretischen und praktischen Aspekte der craniosakralen Osteopathie.
Ziel ist es, herauszufinden, ob die osteopathische Diagnostik mittels craniosakraler Palpation wissenschaftlich fundierte und vergleichbare Aussagen über die autonome Funktion des menschlichen Organismus treffen kann, wie sie durch moderne EKG-gestützte Verfahren möglich sind.
Es handelt sich um eine nichtinterventionelle Diagnosestudie. An 23 Probanden wurden sowohl HFV-Messungen (mittels Vicardio ECP12) als auch manuelle craniosakrale Palpationen durchgeführt. Die statistische Auswertung der Daten erfolgte mittels Korrelationsanalysen nach Spearman.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der neurovegetativen Regelkreise, der anatomischen Strukturen des Nervensystems, der Frequenzbereiche der HFV sowie der kritischen Diskussion zur Entstehung und messbaren Erfassung des Craniosakralen Rhythmus.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Herzfrequenzvariabilität, Autonome Funktion, Osteopathie, Craniosakraler Rhythmus, sympathovagale Balance und physiologische Oszillationen geprägt.
Die Studie konnte hochsignifikante Zusammenhänge zwischen der Gesamtvariabilität der Herzfrequenz (SDNN) bzw. der Gesamtspektralenergie (TP) und den Parametern des Craniosakralen Rhythmus (Frequenz und Force) nachweisen.
Der Autor betont in der Schlussfolgerung, dass eine Akademisierung der osteopathischen Ausbildung notwendig ist, um die Methode wissenschaftlich zu fundieren und ihren Status innerhalb der medizinischen Landschaft langfristig zu sichern.
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