Bachelorarbeit, 2019
38 Seiten
Einleitung: Definition, Methode, Rahmen
A: Auf der Suche nach Erkenntnis
B: Ausprägung des Intellekts
C: Anamnesis als Weg: Wissensfährte
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Anamnesis-Lehre in Platons Dialog „Menon“ und analysiert, wie dieser Erkenntnisprozess als philosophische Methode der Wissensgewinnung durch Wiedererinnerung konzipiert ist.
Das mathematische Beispiel des Sokrates mit dem Viereck
Die mathematische Aufgabe hier als eine mögliche Anwendungstechnik im Anamnesis-Prozess: Kalkül als Möglichkeit der äußeren Überprüfung, ob die Theorie des Sich-Erinnerns haltbar ist.
Durch einfache Fragen zu mathematischen Einsichten, ruft Sokrates in einem Sklaven von Menon die Wiedererinnerung in ihm wach und zeigt damit, dass Lernen Wiedererinnerung sei.
Oliver Hallich schreibt: „Es wird deutlich, dass Erkenntnis nicht vom Bildungsgrad, schon gar nicht vom sozialen Status abhängt, sondern prinzipiell jedem zugänglich ist. Mehr noch: Die Erlangung von Erkenntnis ist nicht nur nicht an Bildung oder schon vorhandenes Faktenwissen gekoppelt, sondern gerade die Tatsache, dass der Sklave – der nichts anderes beherrscht als die griechische Sprache und einige elementare Rechenfähigkeiten – nicht über Bildungsgut verfügt – sich nicht auf Autoritäten berufen kann, ermöglicht es ihm, sich vorurteilsfrei auf die Untersuchung des geometrischen Problems einzulassen, während Menon, der offenbar die Lehren des Gorgias als Bildungsgut übernommen hat und gebildet genug ist, um sich bei der dritten Definition der Tugend auf Dichterworte berufen zu können, gerade durch sein Vorwissen in der eigenständigen Erkenntnissuche blockiert ist.“
Einleitung: Definition, Methode, Rahmen: Dieses Kapitel führt in den Begriff der Anamnesis als Wiedererinnerung ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie die methodische Herangehensweise.
A: Auf der Suche nach Erkenntnis: Hier wird die Ausgangssituation im Menon-Dialog analysiert, insbesondere die Rolle des Intellekts und die sokratische Methode der Wissenssuche.
B: Ausprägung des Intellekts: Dieses Kapitel behandelt das sogenannte Menon-Paradoxon und die mathematische Demonstration der Anamnesis anhand der Sklavenbefragung.
C: Anamnesis als Weg: Wissensfährte: Abschließend wird die Anamnesis als fortlaufender Erkenntnisprozess gedeutet, der die Seele zur Wahrheit und zur Erkenntnis der Ideenwelt führen soll.
Platon, Menon, Anamnesis, Wiedererinnerung, Erkenntnistheorie, Sokrates, Sklavenbefragung, Intellekt, Ideenlehre, Tugend, Wissensfährte, Philosophie, Metaphysik, Dialektik, Seele
Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Untersuchung der Anamnesis-Lehre, wie sie Platon in seinem Dialog „Menon“ darstellt.
Zentrale Felder sind die Theorie der Wiedererinnerung, die sokratische Methode (Mäeutik), die Beschaffenheit der Seele und die Definition von Wissen und Tugend.
Das Ziel ist es, den Erkenntnisprozess der Anamnesis als methodischen Weg der Wissensgewinnung im Menon-Dialog stringenzgeprüft darzulegen.
Die Arbeit nutzt eine werk- und literaturwissenschaftliche Analyse des Primärtextes „Menon“ sowie ergänzender Platon-Dialoge und relevanter Forschungsliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Erkenntnisstrebens, die Analyse der intellektuellen Ausprägung und die methodische Aufarbeitung der Anamnesis als Wissensfährte.
Neben dem Kernbegriff Anamnesis sind Platon, Menon, Wiedererinnerung, Erkenntnistheorie und Ideenlehre für die Arbeit maßgebend.
Sokrates führt eine Befragung mit dem Sklaven Menons durch, in der er durch geometrische Fragen zeigt, dass der Sklave ohne mathematische Vorbildung korrekte Einsichten aus sich selbst heraus entwickeln kann.
Das Paradoxon dient als Ausgangspunkt für das Problem, ob man überhaupt nach etwas suchen kann, das man nicht kennt; die Anamnesis löst dies, indem sie Wissen als bereits in der Seele vorhanden definiert.
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