Fachbuch, 2021
120 Seiten
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Private Vermögensbildung als besondere Technik des Financial Planning
2.1 Vermögensbildung und Vermögensstrukturierung der privaten Haushalte
2.2 Instrumente der Kapitalanlage für die private Vermögensbildung
2.3 Kapitalanlageziele und das financial behavior der Privatanleger
3 Neoklassische Kapitalmarkttheorie als ein Erklärungsansatz der Anlegerverhalten
3.1 Entstehung der neoklassischen Kapitalmarkttheorie und die Portfolio Selection
3.2 Der rationale Investor und die Effizienzmarkthypothese in der Neoklassik
3.3 Neoklassische Kapitalmarktmodelle und vorherrschende Kritik an der Theorie
4 Behavioral Finance als Erklärungsansatz des irrationalen Anlegerverhaltens
4.1 Entstehung und Zielsetzung der Behavioral Finance
4.2 Heuristiken der Behavioral Finance im Informationsprozess
4.3 Heuristiken der Behavioral Finance im Entscheidungsprozess
5 Überprüfung des financial behavior und der Anlageverhalten der Privatanleger
5.1 Methoden und Techniken der empirischen Erhebung
5.2 Überprüfung des financial behavior im Kontext zur privaten Vermögensbildung
5.3 Überprüfung ausgewählter Heuristiken der Behavioral Finance
6 Ergebnis
Die Arbeit untersucht das Anlegerverhalten unter Berücksichtigung von Finanzwissen und psychologischen Faktoren, um zu klären, ob ein höheres Wissensniveau zu rationaleren Entscheidungen und besseren Anlageerfolgen bei der privaten Vermögensbildung führt.
Die Ankerheuristik, auch Anchoring Effect genannt, zeigt, dass Marktteilnehmer dazu neigen, sich an zufälligen Bezugspunkten, sogenannte Anker, zu orientieren.
Diese werden bis zur Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung weiterer Informationen modifiziert und können daher zu Fehldeutungen führen. Marktteilnehmer können durch diese Heuristik ihre Erwartungen an die gegenwärtige Marktentwicklung anlehnen und dadurch die Schätzung der Wahrscheinlichkeiten zu stark auf aktuelle Kursbewegungen beziehen. Durch diese Bewertung kann der Anleger enorm risikofreudig oder risikoscheu agieren.
Ein weiteres Verhalten wird durch die Repräsentativitätsheuristik aufgezeigt. Erkenntnisse zeigen, dass das Gehirn zur Reduktion von komplexen Informationen Abkürzungen nutzt. Diese unterstützen das Gehirn bei der Informationsverarbeitung, indem eine Entscheidung erfolgt, ohne dass das Gehirn alle Informationen tatsächlich verarbeitet. Daher beschreibt diese Heuristik, dass Anleger in dieser Form die breite Menge von Informationen organisieren und zügig verarbeiten. Folglich können systematische Verzerrungen entstehen, indem das Gehirn bestimmte Objekte mit ähnlichen Besonderheiten zu einer Objektklasse zuordnet. Folglich werden die Informationen auf Basis unzureichender Menge bewertet, die Eintrittswahrscheinlichkeiten überschätzt und dadurch höhere Risiken eingegangen.
Die Selbstüberschätzung, auch Overconfidence Bias bezeichnet, stellt die Uberschätzung der eigenen Fähigkeiten dar. Anleger überschätzen dabei ihren Wissensstand, ihren Einfluss auf Sachverhalte und folglich ihr Können. Dadurch neigen Anleger zum Glauben, Preisbewegungen auf dem Kapitalmarkt kontrollieren zu können. Sie gehen davon aus, dass sie Fähigkeiten besitzen, den Markt zu schlagen und infolgedessen eine Uberrendite zu erreichen. Diese Heuristik führt dazu, dass Anleger die eigenen Analysefähigkeiten zur richtigen Einschätzung lukrativer Kapitalanlagen überschätzen. Aufgrund der Annahme über Spezialwissen zu verfügen handeln Anleger, die der Selbstüberschätzung unterliegen, häufiger als Anleger ohne beziehungsweise mit geringer Overconfidence. Daher gefährdet ein Marktteilnehmer durch diese Verhaltensweise sein Portfolio, indem er Verlustrisiken unterschätzt und das Portfolio unzureichend diversifiziert.
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz der privaten Vermögensbildung und Definition der zentralen Forschungsfrage zur Rolle des Finanzwissens.
2 Private Vermögensbildung als besondere Technik des Financial Planning: Vorstellung der theoretischen Grundlagen der privaten Finanzplanung und der verfügbaren Anlageinstrumente.
3 Neoklassische Kapitalmarkttheorie als ein Erklärungsansatz der Anlegerverhalten: Erläuterung der rationalen Modelle und Annahmen der klassischen Kapitalmarkttheorie.
4 Behavioral Finance als Erklärungsansatz des irrationalen Anlegerverhaltens: Darstellung der psychologischen Finanzmarktforschung und der diversen kognitiven Heuristiken.
5 Überprüfung des financial behavior und der Anlageverhalten der Privatanleger: Empirische Untersuchung anhand einer Umfrage zur Validierung der aufgestellten Hypothesen.
6 Ergebnis: Zusammenführung der theoretischen und empirischen Erkenntnisse mit Handlungsempfehlungen für die Praxis.
Behavioral Finance, Private Vermögensbildung, Financial Planning, Anlegerverhalten, Kapitalanlage, Finanzwissen, Neoklassik, Heuristiken, Diversifikation, Risikoaversion, Effizienzmarkthypothese, Selbstüberschätzung, Anlageerfolg, Kapitalmarkt, Psychologie.
Die Bachelorarbeit untersucht, wie Privatanleger ihre Vermögensbildung gestalten und welchen Einfluss dabei sowohl finanzielle Bildung als auch psychologische Verhaltensmuster (Heuristiken) auf ihre Anlageentscheidungen haben.
Die zentralen Themen sind das Financial Planning, die neoklassische Kapitalmarkttheorie, die verhaltensorientierte Finanzmarktforschung (Behavioral Finance) sowie eine empirische Analyse des Entscheidungsverhaltens deutscher Anleger.
Die Forschungsfrage lautet, ob Anleger mit speziellem Finanzwissen rationale Entscheidungen bei der privaten Vermögensbildung treffen und dadurch bessere Anlageerfolge erzielen als Anleger ohne dieses Wissen.
Die Verfasserin nutzt eine quantitative Forschungsmethode in Form einer Online-Umfrage, um Hypothesen über Anlageverhalten und Finanzwissen zu überprüfen.
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen der Vermögensbildung und die neoklassischen Theorien dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Behavioral Finance und der verschiedenen kognitiven Heuristiken, bevor die Ergebnisse der empirischen Studie vorgestellt werden.
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern gehören Behavioral Finance, private Vermögensbildung, Finanzwissen, Heuristiken, Kapitalanlage und Anlegerverhalten.
Da Privatanleger oft nicht als "Homo Oeconomicus" handeln, hilft die Behavioral Finance dabei, irrationale Anlagefehler – wie etwa Herdenverhalten oder Selbstüberschätzung – zu identifizieren und zu vermeiden.
Reale Verfügbarkeit beschreibt Informationen, die tatsächlich leicht zugänglich sind (z.B. Zeitungen), während kognitive Verfügbarkeit auf der unbewussten Erinnerung an vergangene Erlebnisse basiert, die die aktuelle Risikoeinschätzung verzerrt.
Sie dient als deskriptive Entscheidungstheorie, die zeigt, dass Anleger Gewinne und Verluste unterschiedlich bewerten (S-förmige Wertfunktion), was häufig zu riskantem Verhalten in Verlustsituationen führt.
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