Masterarbeit, 2017
40 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Zur Begründung des Themas
1.2 Der Aufbau der Arbeit
2. Die Todesthematik in der Kinderliteratur
2.1 Sterben und Tod seit den 1970er Jahren
2.2 Die Enttabuisierung im Bilderbuch
2.3 Das neuere Erzählkonzept des personifizierten Todes
3. Thanatologische Grundlagen
3.1 Vom kindlichen zum reifen Todeskonzept
3.2 Die Todesvorstellungen von Grundschulkindern
3.3 Zu den Todesgestalten der Kinder
4. Das Bilderbuch Ente, Tod und Tulpe von Wolf Erlbruch (2007)
4.1 Begründung der Auswahl
4.2 Das Modell der Bilderbuchanalyse von Michael Staiger (2014)
4.3 Die Bilderbuchanalyse von Ente, Tod und Tulpe
4.4 Zusammenfassung
5. Potenziale für die Literaturdidaktik
5.1 Das literarische Unterrichtsgespräch (Heidelberger Modell)
5.2 Das literarische Gespräch zu Ente, Tod und Tulpe
5.2.1 Der Einstieg
5.2.2 Die Textbegegnung
5.2.3 Erste Runde
5.2.4 Offenes Gespräch
5.2.5 Schlussrunde
5.2.6 Abschluss
5.3 Metaphorische und symbolische Ausdrucksweise verstehen
5.4 Symbolverstehen in Ente, Tod und Tulpe
5.4.1 Vom Bild zum Bild: Die Tulpe als Symbol der Vergänglichkeit
5.4.2 Vom Bild zum Text: Der Rabe als Symbol des Todes
5.4.3 Vom Text zum Bild: Der Fluss als Symbol des Abschieds
6. Fazit
Die Arbeit untersucht das Potenzial des Bilderbuchs "Ente, Tod und Tulpe" von Wolf Erlbruch, Kindern eine kindgerechte und entlastende Auseinandersetzung mit den Themen Sterben, Tod und Endlichkeit zu ermöglichen. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit das Erzählkonzept des personifizierten Todes als Gesprächspartner dem kindlichen Todeskonzept gerecht wird und eine vertiefte Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen fördert.
4.3 Die Bilderbuchanalyse von Ente, Tod und Tulpe
Die Illustration des Buchdeckels zeigt eine Ente in beigem Federkleid (Abb. 1). Präzise Umrisse mit Buntstift und eine stärkere Farbsättigung heben sie vom ebenfalls beigen Hintergrund ab. Schnabel und Füße sind in kräftiges Orange getaucht, Schraffuren verleihen der Figur Lebendigkeit und Volumen. Kerzengerade reckt die Ente den grazilen Hals hoch hinauf zum Himmel, der nicht sichtbar ist. Ihr ratloser Blick trifft auf den zentriert eingerückten Buchtitel über ihrem Kopf. - Was es mit Ente, Tod und Tulpe auf sich hat, liegt noch im Verborgenen. Einen Anhaltspunkt sucht dieser auf dem auf das Wesentliche reduzierte Cover vergebens. Lediglich die eigentümliche Rhythmik des Titels gibt Aufschluss.
Ritter, Tod und Teufel lautet die ähnlich klingende Titeltrilogie von Dürers Kupferstich aus dem Jahre 1513 (vgl. Wardetzky 2009). Der Tod tritt darin als zweiter Reiter und ständiger Begleiter des Ritters auf. Anders als in den traditionellen Totentanzdarstellungen, ist „[jener] von menschlicher Gestalt und menschlicher Art, kein bizarres, blankes Skelett, das wie ein Spuk von außen an den Menschen herantritt“ (Kahl 2011, S. 6). Lassen sich Parallelen in der Darstellung der Todesfigur bei Dürer und Erlbruch entdecken?
Zunächst einmal setzt sich der dubiose Auftritt der Ente fort. Auf der ersten Doppelseite sehen wir sie rechts auf leerem, weißem Hintergrund verunsichert hinter sich schauen. Die als Collagen gestalteten Figuren werden auf freien, hellen und pastellenen Flächen lebendig.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Spannungsfeld zwischen kindlicher Neugier auf existenzielle Themen und der tabuisierten, oft unsicheren Haltung Erwachsener gegenüber Sterben und Tod.
2. Die Todesthematik in der Kinderliteratur: Dieses Kapitel zeichnet den Paradigmenwechsel der 1970er Jahre hin zu einer realistischeren Darstellung von Tod und Trauer sowie die Entwicklung personifizierter Todesfiguren nach.
3. Thanatologische Grundlagen: Es werden die entwicklungspsychologischen Stufen des Todeskonzepts bei Kindern erläutert, insbesondere die Subkonzepte wie Irreversibilität und Universalität.
4. Das Bilderbuch Ente, Tod und Tulpe von Wolf Erlbruch (2007): Hier erfolgt eine detaillierte Analyse des gewählten Bilderbuchs hinsichtlich seiner narrativen, bildlichen und intermodalen Ebenen.
5. Potenziale für die Literaturdidaktik: Dieser Teil erarbeitet methodische Zugänge, wie SchülerInnen über das Heidelberger Modell und die Förderung des Symbolverstehens literarisch mit dem Buch arbeiten können.
6. Fazit: Das Fazit bestätigt die Eignung des Bilderbuchs als poetischen, entlastenden Ansatz für eine behutsame Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Lebens.
Ente Tod und Tulpe, Wolf Erlbruch, Kinderliteratur, Tod, Sterben, Thanatologie, Todeskonzept, Bilderbuchanalyse, Literaturdidaktik, literarisches Gespräch, Symbolverstehen, Metaphorik, Enttabuisierung, Kindheit, Endlichkeit.
Die Arbeit untersucht das Bilderbuch "Ente, Tod und Tulpe" von Wolf Erlbruch als Medium, um Kindern im Grundschulalter eine altersgemäße und nicht-bedrohliche Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben und Tod zu ermöglichen.
Die Arbeit verknüpft literaturwissenschaftliche Analyse mit entwicklungspsychologischen Grundlagen (Todeskonzept) und fachdidaktischen Konzepten des literarischen Lernens (z.B. Heidelberger Modell).
Ziel ist es, das Erzählkonzept des personifizierten Todes als Gesprächspartner theoriegeleitet zu bewerten und didaktische Wege aufzuzeigen, wie dieses Buch im Unterricht genutzt werden kann.
Die Arbeit nutzt die Methode der Bilderbuchanalyse nach Michael Staiger (fünf Dimensionen) sowie die Literaturdidaktik nach Kaspar H. Spinner, um das Potenzial des Werkes zu erschließen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Analyse des Bilderbuchs, die Untersuchung der Todesfiguren sowie die Entwicklung methodischer Unterrichtsvorschläge für das literarische Gespräch.
Die Kernbegriffe sind "Ente, Tod und Tulpe", "Todeskonzept", "Bilderbuchanalyse", "Literarisches Lernen" und "Symbolverstehen".
Im Gegensatz zu traditionellen Schreckensfiguren fungiert der Tod hier als menschlicher, weiser und freundlicher Begleiter, der der Ente hilft, ihre eigene Sterblichkeit zu akzeptieren.
Diese Symbole dienen als Bedeutungsträger für Vergänglichkeit, Einsamkeit und den Übergang vom Leben in den Tod, die Kindern helfen, transzendentale Konzepte auf bildlicher Ebene zu erfassen.
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