Masterarbeit, 2019
137 Seiten, Note: 1,00
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ERKENNTNISINTERESSE
1.2 AUFBAU DER ARBEIT
1.3 FORSCHUNGSFRAGEN
2 HAUPTTEIL
2.1 THEORIE
2.1.1 SCHULSYSTEM IN ÖSTERREICH
2.1.1.1 DATEN UND FAKTEN
2.1.1.2 MONTESSORI SCHULEN
2.1.1.3 PRIVATSCHULEN IN ÖSTERREICH
2.1.1.4 ARBEITSZEIT BEI LEHRKRÄFTEN
2.1.1.5 ARBEITSZUFRIEDENHEIT DER LEHRKRÄFTE IN ÖSTERREICH
2.1.2 SCHULENTWICKLUNG
2.1.2.1 DEFINITION
2.1.2.2 INSTRUMENTE DER SCHULENTWICKLUNG
2.1.2.3 QUALITÄTSSICHERUNG
2.1.3 PERSONALENTWICKLUNG IM SCHULSYSTEM
2.1.3.1 DEFINITION
2.1.3.2 PERSONALENTWICKLUNG ALS TEIL DER SCHULENTWICKLUNG
2.1.4 ORGANISATIONSENTWICKLUNG IM SCHULSYSTEM
2.1.4.1 DEFINITION
2.1.4.2 ROLLEN VON STEUERGRUPPEN
2.1.4.3 ROLLE DER (EXTERNEN) BERATUNG
2.1.4.4 METHODENKOFFER DER SCHULORGANISATIONSENTWICKLUNG
2.1.5 CHANGE MANAGEMENT IM SCHULSYSTEM
2.1.5.1 DEFINITION
2.1.5.2 WIDERSTÄNDE
2.1.5.3 ERFOLGSFAKTOREN IM CHANGE MANAGEMENT
2.1.6 SOZIOKRATIE
2.1.6.1 DEFINITION
2.1.6.2 GESCHICHTE DER SOZIOKRATIE
2.1.6.3 VIER BASISPRINZIPIEN IN DER SOZIOKRATISCHEN KREISORGANISATIONSMETHODE
2.1.6.4 GRUNDWERTE IN DER SOZIOKRATIE
2.1.6.5 SOZIOKRATIE UND ENTLOHNUNGSSYSTEM
2.1.6.6 SOZIOKRATISCHE MEETINGS
2.1.6.7 VIER ROLLEN IN JEDEM KREIS
2.1.6.8 SOZIOKRATISCHE MEINUNGSRUNDEN („KONSENTFORMUNG“)
2.1.6.9 OFFENE WAHL
2.1.6.10 GRUNDSATZ- UND AUSFÜHRUNGSENTSCHEIDUNGEN
2.1.6.11 FEHLERKULTUR IN DER SOZIOKRATIE
2.1.6.12 KRITISCHE WÜRDIGUNG DER SOZIOKRATIE
2.1.6.13 SOZIOKRATIE 3.0
2.1.7 KRITISCHE WÜRDIGUNG HIERARCHIE
2.1.8 GRENZEN DER SELBSTVERWALTUNG IM SCHULWESEN
2.1.9 REFORMANSÄTZE IM SCHULWESEN
2.1.9.1 SCHULAUTONOMIE 2017
2.1.9.2 HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR REFORMEN
2.2 EMPIRISCHE FORSCHUNG
2.2.1 FRAGEBOGEN UND LEITFADEN
2.2.2 INTERVIEWS MIT SOZIOKRATIE ERFAHRENEN PERSONEN
2.2.3 INTERVIEWS MIT NICHT SOZIOKRATIE ERFAHRENEN PERSONEN
2.2.4 AUSWAHL DER INTERVIEWPARTNERINNEN UND INTERVIEWPARTNER
2.2.5 DURCHFÜHRUNG DER INTERVIEWS
2.3 DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
2.3.1 AUSGANGSSITUATION VOR EINFÜHRUNG DER SOZIOKRATIE
2.3.2 EFFEKTE NACH DER EINFÜHRUNG VON SOZIOKRATIE
2.3.3 IMPLEMENTIERUNG VON SOZIOKRATIE IN EINER SCHULE
2.3.3.1 PHASE 1
2.3.3.2 PHASE 2
2.3.3.3 KOORDINATIONSKREIS
2.3.3.4 TOPKREIS
2.3.3.5 DAUER
2.3.3.6 KOSTEN
2.3.3.7 FEHLER
2.3.3.8 IMPLEMENTIERUNG AN ÖFFENTLICHEN SCHULEN
2.3.4 VORAUSSETZUNGEN
2.3.5 ERFOLGSFAKTOREN
2.3.6 HÜRDEN
2.3.7 WIRKLICHKEIT DER SELBSTORGANISATION
2.3.8 UMSETZUNG IM UNTERRICHT
2.3.8.1 UMSETZUNG IN DER SCHULORGANISATION
2.3.8.2 UMSETZUNG IN DER SCHULENTWICKLUNG
2.3.8.3 SCHÜLERINNENMITBESTIMMUNG UND SCHÜLERMITBESTIMMUNG
2.3.8.4 ELTERLMITBESTIMMUNG
2.3.8.5 STRIKTE TRENNUNG SCHULERHALTER – PÄDAGOGIK
2.3.8.6 GENDERPROBLEMATIK
3 SCHLUSSTEIL
3.1 BEANTWORTUNG DER FORSCHUNGSFRAGEN
3.1.1 FORSCHUNGSFRAGE 1: WIE WIRD SOZIOKRATIE BISHER IN DER SCHULE EINGESETZT?
3.1.2 FORSCHUNGSFRAGE 2: WELCHE HÜRDEN/HINDERNISSE GAB ES BEI DER IMPLEMENTIERUNG?
3.1.3 FORSCHUNGSFRAGE 3: WAS HAT SICH IM VERGLEICH ZU FRÜHER GEÄNDERT?
3.2 ABSCHLIESSENDE ZUSAMMENFASSUNG
3.3 ÄHNLICHKEITEN UND UNTERSCHIEDE BEI DEN INTERVIEWSERIEN
3.4 NEUE STELLUNGEN IM SYSTEM
3.5 PROBLEMLÖSUNGSVORSCHLAG
3.6 KRITISCHE REFLEXION
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen für die Implementierung der Soziokratie an öffentlichen Schulen in Österreich. Das primäre Ziel ist es, basierend auf einer qualitativen empirischen Analyse, Chancen, Risiken sowie methodische Ansätze für eine gelungene Selbstorganisation im komplexen Regelschulsystem zu identifizieren und die Rolle der Schulleitung in diesem Transformationsprozess kritisch zu beleuchten.
2.3.1 Ausgangssituation vor Einführung der Soziokratie
Vor Einführung des soziokratischen Organisationsmodelles gab es einheitlich keine faire Aufgabenverteilung in der Elternschaft, die den allgemeinen Support in der Schule liefern. Die erste Interviewpartnerin erklärt der Autorin dieser Arbeit die Ausgangslage mit diesen Worten:
„Elternarbeit ist ein ewiges Thema. Wie sind so die Jobs organisiert? Die einen sind überfordert. Die anderen sind unterfordert. Es ist dann aber auch nicht leicht, wenn er jahrelang einen Job macht, dass er dann ersetzt wird.“ (IP1, Seite 1, Zeile 26-29)
Bei demokratischen Abstimmungen wäre auch die Hälfte mit der Entscheidung unzufrieden gewesen. Dies wird einheitlich von den interviewten Freien Montessori Schulen, die im Laufe der Zeit zur Soziokratie umstiegen, berichtet:
„Und das ist eigentlich immer auf Mehrheitsbeschluss passiert mit dem Effekt, dass oft eine Hälfte für etwas war und die knappe Minderheit dagegen. Und da war die Hälfte eigentlich immer unzufrieden mit dem Ergebnis.“ (IP16, Seite 1, Zeile 39-41)
Einheitlich erzählen alle Beteiligten einer Freien Montessori Schule, dass die Mitbestimmung, die Teamarbeit, die Eigenständigkeit und die Entscheidung auf Augenhöhe Teil des didaktischen Konzeptes wäre:
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel und die damit verbundenen Herausforderungen für die Schule, führt in das Erkenntnisinteresse an der Soziokratie ein und definiert die zentralen Forschungsfragen.
2 HAUPTTEIL: Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen zum Schulwesen und zur Soziokratie sowie einen umfangreichen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse aus 16 Experteninterviews analysiert und in Kategorien wie Implementierung, Erfolgsfaktoren und Hürden gegliedert werden.
3 SCHLUSSTEIL: Der Schlussteil beantwortet die Forschungsfragen durch eine Synthese der empirischen Daten, entwickelt Problemlösungsvorschläge für das öffentliche Schulsystem und endet mit einer kritischen Reflexion der Autorin über die Erkenntnisse der Studie.
Soziokratie, Schulentwicklung, Selbstorganisation, Österreich, Regelschulsystem, Organisationsentwicklung, Change Management, Partizipation, Konsent, Führung, Lehrerarbeitszeit, Schulautonomie, Pädagogik, Qualitative Inhaltsanalyse, Arbeitszufriedenheit
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob und wie das Organisationsmodell der Soziokratie an österreichischen öffentlichen Schulen implementiert werden kann, um Arbeitsabläufe zu verbessern und eine höhere Partizipation zu ermöglichen.
Die zentralen Themen umfassen die Schulentwicklung, Personal- und Organisationsentwicklung im Schulwesen sowie die Anwendung spezifischer soziokratischer Prinzipien wie Konsent-Entscheidungen, Kreisstrukturen und offene Wahlverfahren.
Das primäre Ziel ist es, den Stand der Forschung zur Selbststeuerung im Schulsystem zu analysieren und Wege aufzuzeigen, wie soziokratische Elemente trotz der bestehenden bürokratischen Rahmenbedingungen in öffentlichen Schulen umgesetzt werden können.
Die Autorin verwendet eine qualitative empirische Sozialforschung. Dies beinhaltet 16 problemzentrierte Interviews mit Experten und Führungskräften, die anschließend mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung über das Schulsystem und Change Management-Konzepte, gefolgt von einer detaillierten Darstellung des empirischen Forschungsdesigns und der Auswertung der Interviews nach verschiedenen Kategorien wie Ausgangssituation, Effekte, Hürden und Erfolgsfaktoren.
Die zentralen Begriffe sind Soziokratie, Schulentwicklung, Selbstorganisation, Partizipation, Konsent, Change Management und Schulautonomie.
Die empirische Analyse zeigt, dass eine Vermischung dieser Rollen – insbesondere die Einbindung von Eltern in pädagogische Entscheidungskreise – häufig zu internen Konflikten führt. Eine strikte Trennung ist daher als kritischer Erfolgsfaktor für die Akzeptanz durch das Lehrpersonal zu werten.
Während in privaten Montessori-Schulen eine bereits vorhandene reformpädagogische Grundhaltung und eine engere Einbindung der Eltern die Implementierung begünstigen, sieht sich das öffentliche System mit stärkerer bürokratischer Trägheit, vorgegebenen Hierarchien und einem Mangel an zeitlichen Ressourcen für Pilotprojekte konfrontiert.
Konsent ist ein Abstimmungsverfahren, bei dem Entscheidungen nur dann getroffen werden, wenn niemand aus dem Kreis einen begründeten, schwerwiegenden Einwand gegen den Vorschlag hat. Dies unterscheidet sich vom reinen Mehrheitsbeschluss, der oft eine unzufriedene Minderheit hinterlässt.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Schulleitung eine zentrale Schlüsselfigur ist. Nur wenn die Führungskraft von der Sinnhaftigkeit der Selbstorganisation überzeugt ist und aktiv die nötigen Ressourcen – wie Zeitfenster für Teamsitzungen – zur Verfügung stellt, kann ein Implementierungsprojekt gelingen.
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