Bachelorarbeit, 2015
20 Seiten, Note: 1
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1.) Einleitung
2.) Zu den Theorien
2.1) Enzensbergers Baukasten und das digitale Evangelium
2.2) Die Definition des emanzipatorischen Mediengebrauchs
2.3) Participatory culture und convergence media
2.4) De Certeaus Kunst des Handelns
2.5) Die semiologische Kriegsführung und Understanding Popular Culture
3.) Die Architektur der Medien
4.) Die Umsetzung des emanzipatorischen Mediengebrauchs
4.1.) Das zentralisierte Programm
4.2) Anteilnahme, Feedback und Interaktion
4.4) Spezialistentum oder Kollektivismus
4.5) Über die opaken Algorithmen
5.) Kontrolle durch Eigentum oder gesellschaftliche Kontrolle
6.) Das fehlende Klassenbewusstsein
7.) Zum Fazit (ein Portmanteau)
8.) Abstract
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, ob und inwieweit Hans Magnus Enzensbergers historisches Konzept des emanzipatorischen Mediengebrauchs auf die moderne Social-Media-Plattform YouTube übertragbar ist und welche Machtstrukturen dabei wirken. Dabei wird hinterfragt, inwiefern Nutzer trotz der algorithmischen und ökonomischen Lenkung durch die Plattform tatsächlich handlungsfähig bleiben.
4.5) Über die opaken Algorithmen
Attention is no longer the product of (semi-)independent rating firms that measure how many eyeballs a program attracts every minute; instead, attention is measured by the very systems that also produce and distribute content, organize and rank a video’s display, connect ads to content, and attune the algorithms that connect content to advertisers. 36
Wir erkennen, dass durch den lichtundurchlässigen Charakter der Algorithmen die Möglichkeit der Manipulation nicht nur eine Möglichkeit ist und mit welchem enormen Einfluss dieses information management system das Verhalten und den Weg des user bestimmen kann.
Dass eine gewisse Beziehung zwischen Produzent, Werber und Konsument in dem Mediensystem schon immer vorherrschte, ist eine unausgesprochene Wahrheit, aber YouTube illustriert diese Macht, die entsteht, wenn alle diese Variablen in einer Hand liegen. Somit wird das Broadcasting-Modell zu einem Problem der Ökologie der Aufmerksamkeit. Citton betont, dass die progressive Entwicklung von Kommunikationstechnologien und Medien zu einer großen Anzahl von Diskursen, Bildern und Spektakeln führte, die nun der menschlichen Aufmerksamkeit offeriert werden. Die Auslegung der SERP (search engine resultat page) und des PageRank Algorithmus führt zu einer Ontologie der Sichtbarkeit, welche die Wesensebene einer Existenz aufgrund der Wahrnehmung anderer bestimmt.
1.) Einleitung: Die Einleitung kontextualisiert Enzensbergers Medientheorie von 1970 und führt die Fragestellung ein, ob sein Konzept des emanzipatorischen Mediengebrauchs heute auf YouTube anwendbar ist.
2.) Zu den Theorien: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen wie Enzensbergers Baukasten, de Certeaus Strategien und Taktiken sowie Fiske und Jenkins diskutiert, um mediale Aneignungsprozesse zu verstehen.
3.) Die Architektur der Medien: Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel der Medienarchitektur von statischem "publishing" hin zu interaktiven "communication platforms" und deren Einfluss auf die Selbstpräsentation der Nutzer.
4.) Die Umsetzung des emanzipatorischen Mediengebrauchs: Hier wird analysiert, wie YouTube durch Algorithmen und Geschäftsmodelle die vermeintlich emanzipatorischen Möglichkeiten des Nutzers in ein individualisiertes System überführt.
5.) Kontrolle durch Eigentum oder gesellschaftliche Kontrolle: Das Kapitel erörtert die Kapitalisierung von Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit sowie die Macht der Plattformbetreiber bei der Regulierung von Nutzerinhalten.
6.) Das fehlende Klassenbewusstsein: Basierend auf Wark wird die Kommodifizierung von Information untersucht und hinterfragt, ob die heutige Net-Generation ein Bewusstsein für die herrschenden Machtstrukturen besitzt.
7.) Zum Fazit (ein Portmanteau): Das Fazit zieht den Schluss, dass eine einfache emanzipatorische Nutzung auf YouTube aufgrund der systemimmanenten Ausbeutungsmechanismen problematisch ist und fordert zu einem bewussten Umgang auf.
8.) Abstract: Das Abstract fasst kurz zusammen, dass die Arbeit die Architektur von sozialen Medien beleuchtet, um die Forschungsfrage zur Umsetzbarkeit von Enzensbergers Konzept zu beantworten.
Enzensberger, YouTube, Mediengebrauch, Handlungsfähigkeit, Aufmerksamkeitsökonomie, Algorithmen, Emanzipation, Strategie, Taktik, Kommodifizierung, Web 2.0, Massenkultur, Partizipation, Convergence Media, Machtverhältnisse
Die Arbeit untersucht die medientheoretische Relevanz von Hans Magnus Enzensbergers Konzept des emanzipatorischen Mediengebrauchs im Kontext der modernen Plattform YouTube.
Die zentralen Felder umfassen die Architektur von sozialen Medien, die Dynamik zwischen Nutzerhandlungen und Plattformsteuerung sowie die ökonomische Verwertung von Aufmerksamkeit.
Die Forschungsfrage lautet, ob und inwieweit Enzensbergers Skizze eines emanzipatorischen Mediengebrauchs auf der heutigen Plattform YouTube tatsächlich umgesetzt werden kann.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, bei der Enzensbergers Medientheorie mit Ansätzen der "new media studies" sowie handlungstheoretischen Konzepten von de Certeau, Fiske und anderen verknüpft wird.
Der Hauptteil behandelt die Architektur von sozialen Medien, die Auswirkungen von Algorithmen auf das Nutzerverhalten sowie das Spannungsfeld zwischen kreativer Partizipation und kommerzieller Ausbeutung.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Enzensberger, Aufmerksamkeitsökonomie, Algorithmen, Vektoralklasse, Partizipation und die Transformation von Medienlandschaften.
Algorithmen werden als "opak" und manipulierbar beschrieben, die als Teil eines "information management systems" den Inhalt hierarchisieren und das Nutzerverhalten maßgeblich lenken.
Die Handlungsfähigkeit wird als ambivalent eingestuft; während Nutzer aktiv produzieren können, werden diese Handlungen oft vom Plattformbetreiber zu strategischen Zwecken der Kommerzialisierung inkorporiert.
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