Fachbuch, 2020
120 Seiten
1 Einleitung
2 Familie
2.1 Die Entstehung und der Wandel des Familienbegriffes
2.2 Definition
3 Regenbogenfamilien
3.1 Definition
3.2 Forschungsergebnisse
3.3 Die eingetragene Lebenspartnerschaft und Stiefkindadoption
3.4 Die Vielfalt der Elternschaft
3.4.1 Das gleichgeschlechtliches Paar mit Kind/ern aus heterosexueller Vergangenheit
3.4.2 Die lesbische Regenbogenfamilie durch Insemination
3.4.3 Die Queerfamily
3.4.4 Die gleichgeschlechtliche Pflegefamilie
4 Die Lebenswelt von Regenbogenfamilien
4.1 Das Coming-Out als homosexueller Mensch
4.1.1 Das tatsächliche Coming-Out
4.1.2 Integrations- und Interaktionsphase
4.1.3 Das vertiefte Coming-Out
4.2 Die homosexuelle Elternrolle/n
4.2.1 Erziehungsbereitschaft
4.2.2 Aufgabenverteilung
4.2.3 Spezifische Erziehungsaufgaben
4.3 Das Kind im Zentrum
4.4 Die rechtlichen Rahmenbedingungen
4.5 Die Homophobie
4.5.1 Internalisierte Homophobie
4.6 Der Heterosexismus
4.7 Die Heteronormativität
4.8 Diskriminierung
4.8.1 Die objektive Diskriminierung
4.8.2 Die subjektive Diskriminierung
4.8.3 Die strukturelle / institutionelle Diskriminierung
4.8.4 Die soziale Diskriminierung
4.8.5 Zusammenfassung
4.9 Resümee des Kapitels
5 Exkurs: Experteninterviews mit Regenbogenfamilien
5.1 Das Experteninterview als Forschungsmethode
5.2 Die Erhebungsmethode – das Leitfadeninterview
5.3 Die qualitative Inhaltsanalyse als Auswertungsmethode
5.4 Die Experteninterviews mit den Regenbogenfamilien
5.4.1 Das Analyseraster für die Extraktion
5.4.2 Die Extraktionsergebnisse
5.5 Zusammenfassung und Auswertung der Ergebnisse
6 Handlungsmöglichkeiten in der Sozialen Arbeit
6.1 Die Regenbogenfamilie als Klient
6.1.1 Kinder
6.1.2 Eltern und Angehörige
6.2 Normen- und Identitätskonstruktion
6.2.1 Die Soziale Arbeit als Institution
6.2.2 Die Fachkraft
6.2.3 Bildungsarbeit
6.2.4 Aufklärungsarbeit
6.3 Resümee des Kapitels
7 Auswertung und Perspektive
7.1 Zusammenfassung und Diskussion
7.2 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Lebenswelt homosexueller Regenbogenfamilien in Deutschland und analysiert, wie die Soziale Arbeit diese Familien im Kontext der Antidiskriminierung und Akzeptanzförderung unterstützen kann. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Lebenswelt homosexueller Familien sowie dem Einfluss heterosexueller Verhaltensnormen auf diese und leitet daraus konkrete Handlungsoptionen für Fachkräfte ab.
4.1 Das Coming-Out als homosexueller Mensch
Jeder Mensch entwickelt eine Geschlechtsidentität (vgl. Rauchfleisch 2002, S. 38). Um diese Identität zu formen, dienen oftmals tradierte Rollenverständnisse als Orientierung (vgl. Timmermanns 2013, S. 257). Einige Menschen wiederrum konstituieren sich ihre Geschlechtsidentität durch bewusste Abgrenzung zu bestehenden Kategorisierungen (vgl. Degele 2008, S. 86). Die Geschlechtsidentität beinhaltet das biologische Geschlecht, welches innerhalb der gender-studies auch „sex“ (vgl. Nagy 2016, S. 64.) genannt wird (vgl. ebd.). Miteinhergehend mit dem biologischen Geschlecht, wird das soziale Geschlecht „gender“ (ebd.) abgeglichen (vgl. ebd.). Der dritte Bestandteil ist das Begehren eines anderen Menschen, auch die „sexuality“ (ebd.) genannt (vgl. ebd). Im Zuge der Zweigeschlechtlichkeit, die in allen sozialgesellschaftlichen drei Kontexten besteht, werden demnach Erwartungen an das soziale Geschlecht sowie das Begehren in Bezug auf ein tradiertes rollenkonformes Geschlechterverhalten gehegt (vgl. Degele 2008, S. 66; vgl. Nagy 2016, S. 64; vgl. Küppers 2012, S. 4). Der Aufbau einer stabilen Geschlechtsidentität ist von hoher Bedeutsamkeit, da sie das weitere Leben bestimmt (vgl. Richter-Appelt 2012, S. 24 ff.; vgl. Rauchfleisch 2002, S. 38).
„Auch wenn es eine Vielzahl von Lebensbedingungen gibt, wie beispielsweise Bildung, sozioökonomischer Status, Alter und Herkunft, welche die Sozialisation von Menschen beeinflussen, ist das Erlernen von Geschlechtlichkeit eine übergeordnete Entwicklungsaufgabe, die alle anderen Lernerfahrungen durchdringt“ (Küppers 2012, S. 6).
Somit ist die Bedeutsamkeit des Coming-Out für einen homosexuellen Menschen belegt. Nur durch diesen Prozess, erlernt ein homosexueller Mensch vollends sein „vertieftes sexuelle[s] Bewusstsein“ (Wiesendanger 2005, S. 66) kennen und kann dadurch seine Geschlechtsidentität festigen (vgl. ebd., S. 80 ff.).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass traditionelle Familienbilder trotz gesellschaftlicher Vielfalt dominieren, und definiert die Zielsetzung der Arbeit zur Unterstützung von Regenbogenfamilien durch die Soziale Arbeit.
2 Familie: Dieses Kapitel erläutert den historischen Wandel des Familienbegriffs von der großen Haushaltsfamilie hin zur bürgerlichen Kernfamilie und definiert allgemeingültige Kernelemente von Familie.
3 Regenbogenfamilien: Hier werden Definitionen, Forschungsergebnisse zur Lebensform sowie rechtliche Rahmenbedingungen wie die Lebenspartnerschaft und die Vielfalt der Elternschaft, etwa durch Insemination oder als Queerfamily, dargestellt.
4 Die Lebenswelt von Regenbogenfamilien: Dieses Kapitel analysiert zentrale Aspekte der Lebenswelt, darunter den Prozess des Coming-Outs, die homosexuelle Elternrolle, das Kindeswohl sowie verschiedene Diskriminierungsformen wie Homophobie und Heteronormativität.
5 Exkurs: Experteninterviews mit Regenbogenfamilien: Dieser Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise der Experteninterviews sowie deren Auswertung, um theoretische Annahmen mit biographischen Erfahrungen zu untermauern.
6 Handlungsmöglichkeiten in der Sozialen Arbeit: Hier werden konkrete Handlungsansätze für die Soziale Arbeit entwickelt, unterteilt in die Arbeit mit dem Klienten (Kinder/Eltern), Bildungsarbeit und Anforderungen an Fachkräfte.
7 Auswertung und Perspektive: Das abschließende Kapitel diskutiert die zentralen Erkenntnisse und zieht ein Fazit über die Notwendigkeit, Regenbogenfamilien stärker in den Fokus sozialarbeiterischen Handelns zu rücken.
Regenbogenfamilie, Soziale Arbeit, Homosexualität, Coming-Out, Diskriminierung, Heteronormativität, Elternschaft, Stiefkindadoption, Lebenspartnerschaft, Queerfamily, Kindeswohl, Familienleitbilder, Insemination, Experteninterview, Anerkennungsorientierung
Die Arbeit untersucht die Lebenswelt von Regenbogenfamilien und analysiert Möglichkeiten der Sozialen Arbeit, um die Akzeptanz dieser alternativen Familienmodelle in der Gesellschaft zu fördern.
Die zentralen Themen sind der Wandel des Familienbegriffs, die Lebensrealität von Regenbogenfamilien inklusive Diskriminierungserfahrungen sowie die professionellen Handlungsmöglichkeiten für Fachkräfte in der Sozialen Arbeit.
Ziel ist es, die derzeit mangelnde Präsenz der Lebenswelt von Regenbogenfamilien aufzuzeigen, diese für (werdende) Fachkräfte darzulegen und konkrete Maßnahmen zur Antidiskriminierung und Anerkennung abzuleiten.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sowie einer qualitativen Untersuchung mittels sechs Experteninterviews mit Familienmitgliedern aus Regenbogenfamilien, die inhaltlich ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Familienmodellen, eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Lebenswelt von Regenbogenfamilien (u.a. Coming-Out, Recht, Diskriminierung) und einen praktischen Exkurs durch Interviews.
Wichtige Begriffe sind Regenbogenfamilie, Soziale Arbeit, Coming-Out, Diskriminierung, Heteronormativität, Stiefkindadoption und Anerkennungsorientierung.
Das Coming-Out wird als ein lebenslanger, innerpsychischer und sozialer Prozess beschrieben, der die Basis für die Geschlechtsidentität bildet und maßgeblich die Lebensbedingungen in Regenbogenfamilien beeinflusst.
Regenbogenkompetenz befähigt Fachkräfte dazu, eigene Stereotype zu hinterfragen und im professionellen Alltag Vorurteile abzubauen, um Regenbogenfamilien wertschätzend und diskriminierungsfrei begleiten zu können.
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