Masterarbeit, 2019
196 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehen
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Stand der Forschung
2.2 Das deutsche Rentensystem
2.2.1 Historische Entwicklung
2.2.2 Das 3-Säulen Modell
2.2.3 Rentenpolitik
2.2.4 Ausblick und Rentenerwartung
2.3 Rentensysteme anderer Länder
2.3.1 Staatlicher Pensionsfonds
2.3.2 Obligatorische Betriebsrente
2.3.3 Erwerbsunabhängige Grundrente
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Wahl der Forschungsmethode
3.2 Konzeption der Umfrage
3.3 Auswertung der Umfrage
3.4 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
4 Handlungsempfehlungen
4.1 Private Maßnahmen
4.1.1 Eigenverantwortung
4.1.2 Private Vorsorge
4.1.3 Politisches Engagement
4.2 Politische Maßnahmen
4.2.1 Informationspolitik und Aufklärungsarbeit
4.2.2 Nudging in der betrieblichen Altersvorsorge
4.2.3 Klare Abgrenzung der Rentenkasse
4.2.4 Steuerentlastungen und Anreize für die private Vorsorge
4.2.5 Aufsetzen eines unabhängigen Staatsfonds
5 Fazit
Ziel der Arbeit ist es, die Auswirkungen der Rentenproblematik auf die heutige junge Generation von Berufseinsteigern zu analysieren und konkrete Handlungsempfehlungen für diese Altersgruppe sowie die Politik abzuleiten, um Altersarmut entgegenzuwirken und das Vorsorgesystem nachhaltiger zu gestalten.
1.1 Problemstellung
Die Bevölkerungsentwicklung ist eine Gefahr für das umlagefinanzierte deutsche Rentensystem, da das Verhältnis von Beitragszahlern und Beitragsbeziehern starken Veränderungen unterworfen ist.
Seit den 90er Jahren stagniert die Bevölkerungszahl bei etwa 81/82 Millionen. Bestimmt wird diese von der Anzahl der Geburten, den Sterbefällen sowie der Wanderungsbilanz. Bevölkerungsberechnungen prognostizieren bis 2060 einen Bevölkerungsrückgang um 8 bis 14 Millionen Menschen. Auch die Altersstruktur der Bevölkerung ist im Wandel. Es gibt immer mehr ältere Menschen und weniger junge. Bis 2060 werden Berechnungen nach 32% der Menschen 65 Jahre alt oder älter sein, während dagegen 16% 20 Jahre alt oder jünger sein werden. Diese demographischen Veränderungen werden den Arbeitsmarkt maßgeblich beeinflussen. Bis 2030 werden die sogenannten Babyboomer, die einen wesentlichen Teil der Erwerbstätigen ausmachen, in Rente gehen. Während 2018 51,8 Millionen Menschen mit einem Alter von 20 bis 66 Jahren erwerbsfähig waren, werden es 2035 4 bis 6 Millionen weniger sein. Im Jahr 2060 werden voraussichtlich nur noch 40 bis 46 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter sein.
Das deutsche Rentensystem ist jedoch nicht ausgelegt auf solch immense Veränderungen der Gesellschaft. Außerdem werden die Rentenbeiträge zunehmend dazu genutzt, um versicherungsfremde Leistungen wie die Witwen- oder Mütterrente zu finanzieren. Dadurch steigen die Steuerzuschüsse der Sozialversicherung, was wiederum nur die steuerzahlenden Arbeitnehmer (AN) belastet und Selbstständige oder Verbeamtete ausschließt.
Diese sogenannte Fehlfinanzierung wurde für das Jahr 2016, abhängig von der konkreten Abgrenzung, auf einen Wert zwischen 58,1 und 80,5 Milliarden Euro geschätzt. Eine entsprechend adäquate Finanzierung der versicherungsfremden Leistungen würde es ermöglichen, die Leistungen der Rentenversicherung zu erweitern oder die Beiträge um 4,7 bis 6,7 Beitragspunkte zu senken.
Die gesetzliche Rente wird zudem in hohem Maße politisch instrumentalisiert und missbraucht, um Wählerstimmen zu gewinnen. Politiker, die finanziell gut abgesichert sind und weder in die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) einzahlen noch von den Auswirkungen betroffen sein werden, treffen wichtige rentenpolitische Entscheidungen.
1 Einleitung: Beleuchtung der Rentenproblematik vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und die Zielsetzung der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung des deutschen Rentensystems, seiner Geschichte, des 3-Säulen-Modells und ein Vergleich mit internationalen Rentensystemen.
3 Methodisches Vorgehen: Begründung und Beschreibung der quantitativen Onlineumfrage unter Berufseinsteigern sowie deren Auswertung und Interpretation.
4 Handlungsempfehlungen: Ableitung konkreter Maßnahmen für Individuen zur Eigenvorsorge sowie für die Politik zur Rentenreform und zur Steigerung der Finanzbildung.
5 Fazit: Zusammenfassende kritische Betrachtung der zentralen Ergebnisse aus Theorie und Empirie sowie Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.
Rentenversicherung, Berufseinsteiger, Altersvorsorge, demographischer Wandel, Umlageverfahren, private Altersvorsorge, betriebliche Altersvorsorge, Generationenvertrag, Altersarmut, Finanzbildung, Nudging, Rentenpolitik, Staatsfonds, Kapitaldeckung, Generationengerechtigkeit.
Die Arbeit untersucht die Zukunftsfähigkeit der gesetzlichen Rente aus Sicht der jungen Generation und analysiert, wie Berufseinsteiger ihre Altersvorsorge vor dem Hintergrund demographischer Veränderungen gestalten können.
Die Schwerpunkte liegen auf dem deutschen Rentensystem, dem Einfluss des demographischen Wandels, dem Vergleich mit internationalen Modellen sowie der Finanzbildung und Eigenverantwortung junger Erwachsener.
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, ob eine Erwartungslücke bezüglich der gesetzlichen Rente besteht und auf Basis dieser Erkenntnisse konkrete Handlungsempfehlungen für Betroffene und politische Entscheidungsträger zu erarbeiten.
Es wurde eine quantitative Forschungsmethode in Form einer anonymen Onlineumfrage durchgeführt, an der 185 Berufseinsteiger im Alter von 18 bis 30 Jahren vollständig teilnahmen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine methodische Analyse der Umfrageergebnisse sowie die darauf aufbauenden Handlungsempfehlungen für private und politische Akteure.
Wesentliche Begriffe sind Altersvorsorge, Rentenproblematik, demographischer Wandel, Eigenverantwortung, Generationengerechtigkeit und Finanzbildung.
Die Umfrage ergab, dass die gesetzliche Rente von den Teilnehmern eher mit „großer Sorge“ statt mit „Sicherheit“ assoziiert wird und eine allgemeine Skepsis hinsichtlich der langfristigen Rentensicherung besteht.
Die Autorin argumentiert, dass automatische Sparprogramme (Nudges) die junge Generation bei der Altersvorsorge unterstützen können, da viele Befragte von der Komplexität überfordert sind und die Verantwortung lieber abgeben.
Männer verfolgen die Rentendebatte aktiver und trauen sich eher zu, Begriffe zu erklären. Personen mit Berufsausbildung sind zudem in der Vorsorge aktiver als Befragte mit Hochschulreife, was auf unterschiedliche Erwerbsbiographien hindeutet.
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